Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Neonaziplakate Interlaken

Neonaziplakate Interlaken

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: https://www.antifa.ch/neonazis-machen-wieder-mobil/)
Blick: Neonazis machen wieder mobil!
INTERLAKEN BE – Einen Monat nach dem Begräbnis des ermordeten Marcel von Allmen (19) machen gewaltbereite Neonazis schon wieder mobil. Mit Plakaten hetzen sie auf dem Bödeli zwischen Thuner- und Brienzersee gegen Ausländer.

Das macht den Ausländern in diesem Haus an der Marktgasse in Unterseen Angst: Neonazis haben Hetzplakate an die Briefkästen geklebt: «Die Schweiz den Schweizern, Ausländer raus!» Vor zehn Wochen richteten Mitglieder des «Ordens der arischen Ritter» Marcel von Allmen hin. In der Nacht auf gestern – genau einen Monat nach Marcels Beerdigung – klebten Anhänger der «Befreiungsfront Bödeli» über 100 fremdenfeindliche Plakate an Wände und Briefkästen. Viele Ausländer erschraken, als sie die Hetztiraden sahen. Hinter der dreisten Aktion steckt der 16-jährige Martin*, der Kopf der «Befreiungsfront». Sein Vater sitzt für die FDP im Grossen Gemeinderat von Interlaken. Martin hat die Internetseite der «Befreiungsfront Bödeli» gestaltet. Auf ihr tritt er unter dem Pseudonym «Der Führer» auf. Sogar Hitlers «Mein Kampf» kann man auf der Homepage lesen – und Bilder mit Hakenkreuzen herunterladen. BLICK weiss: Die Geheimorganisation hat mehrere Dutzend Sympathisanten und rund ein Dutzend Mitglieder. Die sind zwischen 15- und 19-jährig. Treffpunkt ist die berüchtigte «Hüsi»-Bar in Interlaken. Von dort aus startete die Gruppe auch ihre Plakataktion. Die sei nur der Anfang: «Ab jetzt werden wir uns wieder mehr um die vorlaut gewordenen Ausländer kümmern», droht Martin im Internet.

Auch vor Schusswaffen wollen die Neonazis nicht zurückschrecken. «Ich habe ja jetzt mein Sturmgewehr», sagt Jungschütze Martin. Das Bödeli und die Rechtsextremen: BLICK weiss, dass eine 12-Jährige in Unterseen ein Plakat mit der Aufschrift «Ausländerfreie Zone» an der Schulzimmertüre aufhängen wollte. Und ein Schüler aus Interlaken schrieb einen ausländerfeindlichen Aufsatz. Martin brüstet sich: «Ein grosser Teil der Schüler und Lehrlinge hier sind Rechte.» Das bestätigt der Unterseer Lehrer Franz Mani (55): «Ich spüre Fremdenfeindlichkeit in der Schule.» Die Beobachtung der Neonazi-Szene überlassen die Politiker auf dem Bödeli weitgehend der Polizei. «Politisch sind uns die Hände gebunden», sagt Unterseens Gemeindepräsident und Lehrer Simon Margot (54). *Name von der Redaktion geändert