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Protestaktion gegen Coca-Cola

Protestaktion gegen Coca-Cola

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2002/07/759.shtml)
Die Kampagne für Menschenrechte – STOPPT DEN TERROR DER MULTIS hat heute in Bern, unter anderem vor der kolumbianischen Botschaft, eine erfolgreiche Aktion gegen Coca-Cola durchgeführt.
Anlässlich des weltweiten Aktionstages gegen Menschenrechtsverletzungen haben in Bern verschiedene Nichtregierungsorganisationen unter der Kampagne für Menschenrechte – STOPPT DEN TERROR DER MULTIS vor der kolumbianischen Botschaft gegen Coca-Cola protestiert. Die Menschen trugen übergrosse Cola-flaschen mit dem Schriftzug „Colonialismo“, sowie Büchsen mit Totenkopfzeichen und dem Aufruf „Stop“ mit sich. Dem Botschafter sollte ein Brief übergeben werden, die Annahme wurde indes verweigert. Ausserdem wurde dem Bundesrat ein offener Brief zugeschickt, in dem ihm die Besorgnis über die Entwicklungen in Kolumbien mitgeteilt wird.

Coca-Cola und seinen Subunternehmen wird vorgeworfen, mit Hilfe von staatlichen und privaten Sicherheitsorganistaionen Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL durch Übergriffe und Repressionsmassnahmen einzuschüchtern. Die SINALTRAINAL wehrt sich gegen die Massenentlassungen und die daraus folgende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Coca-Cola hat in den letzten Jahren in Kolumbien mehr als 10`000 ArbeiterInnen entlassen und durch TeilzeitarbeiterInnen ersetzt. Mit den Teilzeitverträgen spart der Konzern die Kosten der sozialen Sicherheit der Belegschaft und vergrössert seine Gewinne. Ausserdem versuchen der Konzern und seine Lizenznehmer permanent, arbeitsrechtliche Garantien abzubauen, die von den ArbeiterInnen erkämpft und in den kollektiven Arbeitsverträgen festgeschrieben sind.

In den letzten 10 Jahren wurden in Kolumbien
7 Arbeiter ermordet (davon zwei mitten in Verhandlungen über eine Petition),
2 sind verschwunden
48 wurden vertrieben und
2 gingen ins Exil.

Trotz der Klagen vor kolumbianischen Gerichten sind die Täter und Verantwortlichen dieser Aggressionen straffrei geblieben. Deshalb hat die Lebensmittelgewerkschaft SINALTRAINAL bei dem Bezirksgericht von Südflorida mit Berufung auf ein US-Gesetz von 1789, den „Alien Torts Claim Act“, eine Strafanzeige gegen Coca-Cola eingereicht. Dabei zählt sie auf die Unterstützung und Solidarität der „United Steel Workers“ und des „International Labour Right Fund“ der USA.

Zusätzlich hat die internationale Kampagne „Contra la Impunidad – Colombia Clama Justicia“ (Gegen die Straflosigkeit – Kolumbien fordert Gerechtigkeit) die menschenrechtsverletzenden Aktivitäten von Coca-Cola in Kolumbien aufgegriffen und führt diesbezüglich ein öffentliches Volkstribunal durch, dessen erste Session am 22. Juli in Atlanta (USA) über die Bühne geht. Weitere Sessionen folgen am 10. Oktober in Brüssel (Belgien) und am 5. Dezember in Bogota (Kolumbien).

Die Kampagne für Menschenrechte – Stoppt den Terror der Multis fordert von dem multinationalen Konzern Coca-Cola:
– Stop der Entlassung von Arbeitern in Kolumbien und anderen Ländern
– Garantie von sicheren Arbeitsplätzen und der sozialen Sicherheit seiner ArbeiterInnen in Kolumbien und anderswo
– Respektierung des Rechts auf gewerkschaftliche Organisation und Moblilisierung
– Respektierung der Rechte aus den kollektiven Arbeitsverträgen

Vom kolumbianischen Staat fordern wir:
– Schluss mit der kriminalisierung des sozialen Protests und der ungerechtfertigten Verhaftung von Gewerkschaftsführern
– Anklage und Bestrafung der Verantwortlichen für die Ermordung von Gewerkschaftern
– Garantie des Rechts auf Organisierung und Mobilisierung des kolumbianischen Volkes
– Schluss mit dem Staatsterrorismus und Auflösung der paramilitärischen Todesschwadronen

Die Kampagne ist ein Akt des Widerstands gegen die neoliberale Globalisierung, ein Akt der internationalen Solidarität und der Suche nach Alternativen zum totaliären Modell der Globalisierung.