Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Spassguerilla gegen JFDP/JSVP

Spassguerilla gegen JFDP/JSVP

Inhalt:
1. Bericht im Vorfeld
2. Communiqué
3. Bilder

1. Bericht im Vorfeld (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2004/04/21762.shtml)
Bürgerliche Provokation zum Tag der Arbeit
«Der Bund»: Stadt und Region Bern Ausgabe vom 30.04.2004

Bürgerliche Provokation zum Tag der Arbeit
Jungfreisinn und Junge SVP planen am 1. Mai auf dem unteren Waisenhausplatz einen Gegenanlass zur traditionellen Maifeier der Gewerkschaften: Sie wollen vor der Volksabstimmung die Werbetrommel für AHV-Revision und Steuersenkungspaket rühren. Auch die Gewerkschaften stellen die Sozialwerke in den Mittelpunkt – «Hände weg von der AHV», so ihr Motto zum Arbeiterkampf- und feiertag. Der Konflikt ist programmiert, denn örtlich und zeitlich liegen die Anlässe nahe beisammen. Der traditionelle 1.-Mai-Umzug durch die Innenstadt beginnt um 9.30 Uhr (Besammlung in der Kram- und Gerechtigkeitsgasse); bis 15 Uhr dauert der offizielle Festteil in der Zeughausgasse. Von 13.30 bis 17 Uhr Uhr dauert der Anlass der Jungbürgerlichen mit «Demonstrationszug» (Besammlung Bahnhofausgang Neuengasse), Ansprachen und Musik. Nicht mitmachen wollte die Junge CVP.

Fuchs will 1. Mai abschaffen
Öl ins Feuer goss SVP-Rechtspopulist Thomas Fuchs mit einem Vorstoss, den er gestern im Grossen Rat einreichte: Per Motion fordert er die «Abschaffung des Tags der Arbeit». Der Regierungsrat solle «Massnahmen treffen», so der Bottiger Banker, «dass die Mitarbeitenden an diesem Tag weder Freistunden noch einen Freitag erhalten». Fuchs, Ehrenpräsident der JSVP, will am 1. Mai persönlich Präsenz markieren. «Bürgerliche haben gleiches Recht auf Demonstrationen wie Linke», betont er.
Damit stösst Fuchs selbst die Organisatoren vor den Kopf, etwa die freisinnige Berner Nationalrätin und Rednerin Christa Markwalder: Fuchs habe am Anlass zur AHV-Revision «weder Rolle noch Funktion»; er habe keinen Finger krumm gemacht, nutze den Anlass nur für seine Interessen. Auch Berns JF-Stadtrat Christian Wasserfallen möchte keinen Angriff auf den 1. Mai, sondern will sein legitimes Recht zur Abstimmungspropaganda nutzen, anstatt Linken und Gewerkschaften allein das Feld zu überlassen.
SP-Stadtrat Ruedi Keller, Präsident des Gewerkschaftsbundes Stadt und Region Bern, forderte vergeblich die Verlegung des bürgerlichen Anlasses an einen entfernteren Ort; die Polizei habe die Situation bei der Erteilung der Bewilligung falsch eingeschätzt. Gegenseitige Störmanöver könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Stadtpolizei sieht laut ihrem Sprecher Bruno Gurtner keinen Grund, die Bewilligung des Gegenanlasses in Frage zu stellen. (dv)


2. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21813.shtml)
SpassguerilleroAs haben heute die Stimmung an der jungbürgerlichen 1.Mai-Feier kochen lassen
Medienmitteilung zur grossartigen Stimmung heute Nachmittag auf dem Waisenhausplatz
Da sich die Jungfreisinnigen Schweiz und die Junge SVP richtig grosse Mühe gegeben hat, auf heute Nachmittag eine Gegenkundgebung zur gewerkschaftlichen 1.Mai-Demo zu organisieren, haben wir uns entschlossen, das geile Konzert der internationalen Topacts Mia Ägerter und Mind-X (Exhirn?) kräftig zu supporten.
Mit Jungfreisinnig-jungsvplerischen Parolen wurde der Stimmung auf dem sonst sehr leeren Waisenhausplatz so richtig eingeheitzt:

Bsp. „Wer Arbeit will, der kriegt sie auch“, „Jung, liberal, antisozial“, „Freihet für Joe Ackermann“ oder „Den Scheininvaliden die Beine brechen“
Oder auf Schildern war zu lesen: „Drittweltländer = Versagerländer“, „Rassismus hilft der Volkswirtschaft“, usw.
Nationalrätin Christa Markwalder verstand während ihrer Reden vor lauter Jubel ihre eigenen Worte kaum mehr, da nach jedem Satz die Menge euphorisch applaudierte.
Eigentlich waren nur ca. 20 FunktionärInnen oder realitätsgetreue Jung-FDP und -SVPlerInnen anwesend. Die wilde Partymeute von 60 flippigen Nicht-Parteilern, wurde mit gequältem Lächeln geduldet. Und die Polizei war sehr verwirrt, da das Schema „Gut-Böse“ nicht aufzugehen schien.

Auf einem Transparent stand übrigens geschrieben: „Für den Klassenkampf von oben, Jungfreisinn“
In einer Volksinitiative, unterschrieben mit „Jungfreisinnige Schweiz“ wurde folgende Verfassungsänderung verlangt: „BürgerInnen mit unterdurchschnittlichem Einkommen finanzieren die AHV-Renten der einkommensstärkeren Bevölkerungsschichten. Dies geschieht durch eine Aufschiebung der Pensionierung bis zum Lebensende.“
Sogar einige „Echte“ haben unterschrieben*
Nachdem die „Falschen“ sich schliesslich Bolonäse-tanzend davonmachten, verblieb ein verlorenes Häufchen „Richtiger“.
Die Stimmung bei den SpassguerillieroAs war grossartig, wir danken für die Party und (hoffentlich) bis zum nächsten Mal.
JUNGE SPASS-VÖGEL PERN (JSVP) und JUNGSTUMPFSINNIGE PERN


3. Bilder (Originalquellen: http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21825.shtml, http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21836.shtml, http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21853.shtml, http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21941.shtml, http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21948.shtml & http://ch.indymedia.org/de/2004/05/21956.shtml)