Anti-WEF Demo

Inhalt:
1. Aufruf
2. Medienbericht
3. Bilder

1. Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/01/29714.shtml)
Communiqué Berner Aktionsbündnis gegen das WEF: Demonstration in Bern bewilligt
Mit Genugtuung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Berner Polizeidirektion die Demonstration von morgen Donnerstag in der Berner Innenstadt bewilligt hat. Wir werten dieses Umschwenken der Berner Behörden als Folge des breiten Drucks der in den letzten Tagen aufgebaut werden konnte. Der Gemeinderat hat wohl gespürt, dass in der Öffentlichkeit wenig Verständnis für die Ausserkraftsetzung der Grundrechte besteht.
Bei den Verhandlungen heute morgen bestanden wir darauf, dass sich die Polizei vor, während und nach der Demo zurückhält. Uns wurde darauf zugesichert, dass die Polizei keine präventiven Kontrollen und Verhaftungen machen wird wie am Samstag.
Damit hoffen wir, dass die Bedingungen erfüllt sind, dass morgen Donnerstag in Bern eine grosse Demonstration stattfinden kann, an der alle angstfrei teilnehmen können, die ihre Kritik am WEF auf die Strasse tragen wollen. An der Demonstration wollen wir dieselbe fröhliche und kreative Stimmung erzeugen wie letzten Samstag bei den dezentralen Aktionen in der Berner Innenstadt, diesmal allerdings gemeinsam als Demonstration. Wir rufen deshalb alle auf ihre Kritik am WEF und den herrschenden Verhältnissen wieder mit fantasievollen Einfällen bildlich umzusetzen. Mit Redebeiträgen von verschiedenen Organisationen und einem musikalischen Beitrag von Greis wollen wir unserer Überzeugung Ausdruck verleihen, dass das WEF nicht Teil der Lösung der Probleme sein kann, mit denen wir weltweit konfrontiert sind, sondern zu deren Ursachen zählt.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt rufen folgende Organisationen zur Demonstration auf:
Aktion unabhängiger Studierender (AUS); Antifa Bern; Anti-WTO-Koordination Bern; attac Bern; Bewegung für Sozialismus; Büro für bessere Zeiten, Biel; Freie ArbeiterInnen Union (FAU); Grüne Partei Bern; Partei der Arbeit Bern.

Aufruf:
Der Protest gegen das WEF geht weiter!
Auf zur Demonstration gegen das World Economic Forum
Donnerstag, 27. Januar 2005, 18.15 Uhr, Waisenhausplatz
Tony Blair, einer der grössten Kriegstreiber, eröffnet am Mittwoch die WEF-Jahrestagung in Davos. Neben ihm kommen viele weitere gewaltbereite Politiker und Wirtschaftsführer nach Davos, die mitverantwortlich sind für den unhaltbaren Zustand der Welt, den das WEF angeblich verbessern will. Trotz den vielen schönen Worten, die wir in Davos Jahr für Jahr zu hören bekommen, sieht die Realität ausserhalb der Davoser Luxussuiten anders aus. Täglich sterben zehntausende Menschen an den Folgen von Unterernährung, obwohl genügend Nahrungsmittel vorhanden wären, um alle Menschen zu ernähren. Die milliardenschweren Profite der Global Leaders in Davos gründen auf dieser alltäglichen Katastrophe, die in ihrem Ausmass einem täglichen Tsunami gleichkommt.
Auch in der Schweiz weht uns zunehmend der rauhe Davoser Wind entgegen. Wir spüren immer mehr die Folgen des Sozialabbaus, steigender Arbeitslosigkeit und einer generellen Umverteilung von unten nach oben. Insbesondere Frauen und Personen ohne geregelte Aufenthaltsbewilligung bekommen die Folgen der antisolidarischen Sparhysterie als erste zu spüren. Gleichzeitig werden ganz selbstverständlich viele Millionen Franken Steuergelder ausgegeben, um das Treffen der „Global Leaders“ zu schützen.
Die offizielle Schweiz unternimmt alles, um den Aufenthalt dieser Herren (und wenigen Damen) in Davos möglichst angenehm zu gestalten, und scheut dabei nicht davor zurück, Grundrechte wie die Versammlungs- und Meinungsfreiheit ausser Kraft zu setzen. Die von einem breiten Bündnis geplante Demonstration vom vergangenen Samstag in Bern wurde verboten. Trotzdem protestierten am Samstag Tausende in der Berner Innenstadt und anderswo gegen das WEF und gegen das Demoverbot des Berner Gemeinderats. Es war eine überwältigende Vielfalt von kreativen Protestformen, mit denen die WEF-KritikerInnen letzten Samstag ihrer Empörung über diese Zustände Ausdruck verliehen. Unzählige Gruppen zogen durch die Innenstadt und liessen sich von dem martialischen Polizeiaufgebot weder beeindrucken noch provozieren. Die Anti-WEF-Bewegung hat damit bewiesen, dass sie quicklebendig ist und auf kluge Art und Weise auf die Eskalationsstrategie der Behörden reagieren kann und sich auch nicht vorschreiben lässt, wie und wo der Protest sich ausdrücken darf.
Wir akzeptieren das Demoverbot des Berner Gemeinderats nicht und bestehen weiter auf freie Meinungsäusserung. Deshalb rufen wir für Donnerstag Abend, dem 27. Januar, zu einer Demonstration gegen das WEF in der Berner Innenstadt auf. Die Demonstration wird sich um 18.15 Uhr auf dem Waisenhausplatz besammeln und dann via Kornhausplatz und Rathausplatz zum Bundesplatz gelangen, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird.
Mit der Demonstration am Donnerstag wollen wir zeigen, dass wir viele sind, die für weltweite soziale Gerechtigkeit einstehen und sich nicht verbieten lassen, diese Anliegen laut und deutlich auf die Strasse zu tragen. Wir rufen alle auf, auf ähnlich kreative Weise wie am letzten Samstag an der Demonstration teilzunehmen und die Berner Innenstand noch einmal in ein Fest der Solidarität und des Protests zu verwandeln. Wir werden auch am Donnerstag die Konfrontation mit der Polizei nicht suchen und wollen nicht auf ihre Provokationen einsteigen.
Neben der Demo in Bern wird es in Biel ebenfalls am Donnerstag, 27. Januar einen Anti-WEF-Stadtrundgang geben. Die Besammlung ist um 18 Uhr auf dem Bahnhofplatz. Am Samstag, 29. Januar wird in Davos von lokalen WEF-GegnerInnen zu einer Demonstration aufgerufen und in Basel startet ebenfalls am 29. Januar die überregionale Grossdemonstration um 14 Uhr auf dem Barfüsserplatz.
Aktion unabhängiger Studierender (AUS); Antifa Bern; Anti-WTO-Koordination; attac Bern; Bewegung für Sozialismus; Büro für bessere Zeiten; Freie ArbeiterInnen Union (FAU); Grüne Partei Bern; Partei der Arbeit Bern.
Das WEF ist überall – wir auch!


2. Medienbericht (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/01/29782.shtml)
Friedliche Anti-WEF-Kundgebungen
Bern/Biel – In Bern und in Biel sind am Abend bewilligte Kundgebungen gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum friedlich verlaufen.
In Bern nahmen laut den Organisatoren über 1000 Personen teil, laut der Polizei gut 500. In Biel kamen 80.
Gemäss dem Sprecher der Stadtpolizei Bern, Franz Märki, stand die Polizei den Demonstrierenden „im gleichen Kräfteverhältnis“ gegenüber. So viele Polizisten wie vergangenen Samstag seien jedenfalls nicht im Einsatz gewesen.

Polizei im Hintergrund
Vor Ort seien Angehörige der Stadtpolizei und der Kantonspolizei Bern gewesen. Anders als am Samstag seien diesmal keine Polizisten aus anderen Kantonen des Polizeikonkordates Nordwestschweiz eingesetzt worden.
Die um 18.00 Uhr begonnene Kundgebung verlief friedlich. Die Demonstrierenden führten Transparente und Ballone mit sich. Die Kundgebungsroute führte vom Waisenhausplatz durch die Altstadt via Rathausplatz und Münsterplatz zum Bundesplatz, wo gegen 20.30 die Demonstration zu Ende ging.

Zeichen der Solidarität
Die Berner Stadtbehörden hatten die Kundgebung bewilligt, nachdem am vergangenen Samstag die Anti-WEF-Proteste friedlich geblieben waren. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte das Anti-WEF-Bündnis, es hatte zu friedlichem Verhalten gemahnt.
Die Kundgebung wurde unter anderen unterstützt von der Antifa Bern, der Anti-WTO-Koordination und attac Bern. Mit ihr wollte das Bündnis zeigen, „dass wir viele sind, die für weltweite soziale Gerechtigkeit einstehen“.
In Biel waren es rund 80 Personen, die am Abend gegen das WEF demonstrierten. Auch hier gab es keine Zwischenfälle. Die Polizei verhielt sich sehr diskret: Die entlang des Kundgebungsumzuges postierten Beamten trugen Zivilkleidung.


3. Bilder (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/01/29834.shtml)

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