Freiheit für Aninna am G8

Inhalt:
1. Solidaritäts-Aufruf
2. Demoaufruf
3. Communiqué
4. Aninna ist frei


1. Solidaritäts-Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/33846.shtml)
Eben (23.30h 5.7.2005) haben wir erfahren, dass unsere Genossin A. von Bern im Frauengefaegnis von Schottland sitzt und keine wirkliche Hoffnung auf schnelle Entlassung hat.
Dringend Soliaktionen in der Schweiz!
Eben haben wir erfahren, dass unsere Genossin A. von Bern im Frauengefaegnis von Schottland sitzt und keine wirkliche Hoffnung auf schnelle Entlassung hat.
Unsere Genossin aus Bern wurde letzten Montag den 4.7.05 in Edinburgh verhaftet. Heute Morgen wurde sie dem Untersuchungsrichter vorgefuert, mit den Vorwuerfen „Anfuehrerschaft des Schwarzen Blocks“ und fuer weiter gewaltaetige Aktionen rund um den G8-Gipfel. Die Polizei sieht in ihr eine Verantwortliche fuer jegliche gewaltaetige Protestaktionen in den letzten Tagen.
Der Untersuchungsrichter sprach sie frei, doch eine Rekurskommision (festangestellte Jury) legete Einspruch dagegen ein.
Aus diesem Grund sitzt sie momentan in einem lokalen Frauengefaengnis ein und wartet mit ihrem Anwalt auf die Anhoerung am Freitag. Bei dieser Anhoerung wird ueber ihre Freilassung entschieden. Sollte diese negativ ausfallen wuerde sie bis zu ihrem Gerichtstermin hier inhaftiert bleiben, was im Extremfall vier Monate dauern koennte. Im Falle eines Schuldspruches, koennte sie und die Anderen fuer mehrere Monate Gefaegnis verurteilt werden.
Die Genossin A. wurde bei einer Demonstration festgenommen, bei der es zu keiner Gewalt von Seitens der DemonstrantInnen kam. Die DemonstrantInnen wurden sammt Sambaband nach einem kurzen Umzug, von der Polizei gestoppt und eingekesselt. Die DemonstrantInnen versuchten zweimal auszubrechen, was beide Male misslang. Dabei kam es aber zu keinerlei Gewalt von Seitens der DemonstarntInnen.
Wie es zu dieser horror Anklage kam ist uns allen schleierhaft, da A. wie einige Andere filmte und keinerlei rechtswidrigen Aktionen vollzog.
Diese Anklage ist ein weitere Versuch uns alle einzuschuechtern und soll nur einem dienen – den Protest zu schwaechen.
Die Anklage gilt einzelnen doch gemint sind wir alle!
Solidarisiert euch, Soliaktioen waehren aeusserst Wichtig, also bitte!
Freiheit fuer alle!

2. Demoaufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/33959.shtml)
Heraus zur Spontandemo für die Freilassung unserer GenossInnen: Morgen Donnerstag 7.7.05, 19.00 Uhr Heiliggeistkirche Bern
Während der Protestaktionen gegen den G8-Gipfel in Schottland kam es zu mehreren brutalen Polizeieinsätzen und ungerechtfertigten Festnahmen. Unter den Festgenommenen befinden sich mehrere Leute aus der Region. Darunter auch eine Genossin aus Bern. Annina befindet sich immer noch in Haft. Von mehreren anderen AktivistInnen fehlt jede Spur – wir gehen davon aus, dass auch sie von den Bullen festgehalten werden.
In Edinburgh wurden bereits am Montag 4.7.05 mehrere hundert DemonstrantInnen grundlos von der Polizei eingekesselt. Etwa 150 Personen wurden aus diversen Polizei-Kesseln herausgegriffen und verhaftet. Unter den Verhafteten befinden sich auch einige Einheimische, welche sich mit den Protestierenden solidarisierten und versuchten die Polizeisperren zu durchbrechen. 17 AktivistInnen mussten laut Presse hospitalisiert werden (3 angeblich schwer verletzt), auch vier PolizistInnen wurden verletzt.
Unter den Verhafteten befanden/befinden sich mindestens drei Leute aus unserer Region. Eine Person wurde inzwischen wieder freigelassen. Die anderen sind noch in Haft. Ihnen werden Absurditäten wie „Anfüherschaft des schwarzen Blocks“ vorgeworfen – so auch unserer Genossin Annina aus Bern. Am Montag wurde sie vom Untersuchungsrichter freigesprochen, doch nach dem Einspruch einer Rekurskommission wartet sie im Frauenknast auf ihre Anhörung am Freitag, wo über ihre Freilassung entschieden wird.
Die brutale Repression vor allem gegen Leute aus anarchistischen/revolutionären Zusammenhängen zeigt, wie gross die Angst der Mächtigen vor einer tatsächlichen Veränderung hin zu einer gerechten, selbstverwalteten und basisdemokratischen Gesellschaft ist. Wenn Menschen es wagen, tatsächliche Veränderungen, echte Freiheit und reale Gerechtigkeit zu verlangen und nicht bloss Almosen (z.B. in Form eines ach so grosszügigen Schuldenerlasses), scheuen die Mächtigen weder Mühe noch Mittel: Einmal mehr wird unser Widerstand kriminalisiert, als gewalttätig verschrien, isoliert, niedergeknüppelt, weggesperrt…
Aber wir kämpfen dennoch weiter, in Schottland, hier in Bern, weltweit!
Heraus zur Spontandemo für die Freilassung unserer GenossInnen: Morgen Donnerstag 7.7.05, 19.00 Uhr Heiliggeistkirche Bern
Freiheit für Annina – Freiheit für alle!
Die Anklagen treffen einzelne, doch gemeint sind wir alle!
Kriminell ist das System und nicht der Widerstand!
Wir wollen kein grösseres Stück vom Kuchen – wir wollen die Bäckerei!
AnarchistInnen

3. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/34006.shtml)
Heute, den 7.7.2005 um 19Uhr besammelten sich knapp 100 Leute bei der Heiliggeistkirche in Bern, um gegen die Inhaftierung von Anti-G8-AktivistInnen in Schottland zu protestieren.
Communiqué zur Spontandemo „Freiheit für Annina – Freiheit für alle!“
Heute, den 7.7.2005 um 19Uhr besammelten sich knapp 100 Leute bei der Heiliggeistkirche in Bern, um gegen die Inhaftierung von Anti-G8-AktivistInnen in Schottland zu protestieren. Mehrere der festgenommenen AktivistInnen stammen aus der Region Bern. Eine junge Genossin wurde zuerst wie die anderen freigesprochen, dann von einer Rekurskommission doch noch zurückgehalten und angeblich unter die absurde Anklage der „Anführerschaft des schwarzen Blockes“ gestellt. Die Aktivistin befand sich seit Montag in Polizeigewahrsam und wurde just zum Ende der Demo freigelassen!
Die Demo bewegte sich von der Heiliggeistkirche durch die Hauptgassen in Richtung Kirchenfeldquartier vor die britische Botschaft, wo sie von einigen Dutzend PolizistInnen und Polizeihunden aufgehalten wurde. Die Demonstrantinnen versuchten mehrmals mittels schnellem entweichen in Seitengassen die Polizeisperren zu umgehen. Die Polizei kam zwar jeweils ins schwitzen und das Dispositiv geriet mehrmals ein wenig durcheinander, ein Vordringen direkt vor die Botschaft konnten die wackeren PolizistInnen jedoch immer im letzten Moment verhindern. Vor der Botschaft wurde eine Grussbotschaft der Roten Hilfe Zürich sowie unser Protest-Flugblatt (im Anhang) verlesen.
Nach dem vorgetäuschten Abzug der Demo nutzten die Protestierenden ein Tram als trojanisches Pferd und wurden geduckt und auf dem Boden liegend durch die Polizeisperren gelassen. Die plötzlich auftauchenden DemonstrantInnen sorgten abermals für Verwirrung auf Seiten der PolizistInnen, welche sich zum Teil aggressiv verhielten.
Die DemonstrantInnen zogen nach lautstarkem Protest direkt vor der Botschaft ab und verschwanden im strömenden Regen.

Flugblatt:
Freiheit für Annina – Freiheit für alle!
Während der Protestaktionen gegen den G8-Gipfel in Schottland kam es zu mehreren brutalen Polizeieinsätzen und ungerechtfertigten Festnahmen. Unter den Festgenommenen befinden sich mehrere Leute aus der Region. Darunter auch eine Genossin aus Bern. Annina befindet sich immer noch in Haft. Von mehreren anderen AktivistInnen fehlt jede Spur – wir gehen davon aus, dass auch sie von den Bullen festgehalten werden.
In Edinburgh wurden bereits am Montag 4.7.05 mehrere hundert DemonstrantInnen grundlos von der Polizei eingekesselt. Etwa 150 Personen wurden aus diversen Polizei-Kesseln herausgegriffen und verhaftet. Unter den Verhafteten befinden sich auch einige Einheimische, welche sich mit den Protestierenden solidarisierten und versuchten die Polizeisperren zu durchbrechen. 17 AktivistInnen mussten laut Presse hospitalisiert werden (3 angeblich schwer verletzt), auch vier PolizistInnen wurden verletzt.
Unter den Verhafteten befanden/befinden sich mindestens drei Leute aus unserer Region. Eine Person wurde inzwischen wieder freigelassen. Die anderen sind noch in Haft. Ihnen werden Absurditäten wie „Anfüherschaft des schwarzen Blocks“ vorgeworfen – so auch unserer Genossin Annina aus Bern. Am Montag wurde sie vom Untersuchungsrichter freigesprochen, doch nach dem Einspruch einer Rekurskommission wartet sie im Frauenknast auf ihre Anhörung am Freitag, wo über ihre Freilassung entschieden wird.
Die brutale Repression vor allem gegen Leute aus anarchistischen/revolutionären Zusammenhängen zeigt, wie gross die Angst der Mächtigen vor einer tatsächlichen Veränderung hin zu einer gerechten, selbstverwalteten und basisdemokratischen Gesellschaft ist. Wenn Menschen es wagen, tatsächliche Veränderungen, echte Freiheit und reale Gerechtigkeit zu verlangen und nicht bloss Almosen (z.B. in Form eines ach so grosszügigen Schuldenerlasses), scheuen die Mächtigen weder Mühe noch Mittel: Einmal mehr wird unser Widerstand kriminalisiert, als gewalttätig verschrien, isoliert, niedergeknüppelt, weggesperrt…
Aber wir kämpfen dennoch weiter, in Schottland, hier in Bern, weltweit!
Freiheit für Annina – Freiheit für alle!
Die Anklagen treffen einzelne, doch gemeint sind wir alle!
Kriminell ist das System und nicht der Widerstand!
Wir wollen kein grösseres Stück vom Kuchen – wir wollen die Bäckerei!
AnarchistInnen

Grussbotschaft:
Solidarische Grüsse an die Spontandemo in Bern vom 7. Juli
Ob G-8 in alten Herrschaftsschlössern mitten in schottischer Landschaft oder Luxushotels und Kongresshäusern in idyllischer Berglandschaft wie in Davos: die Eliten der kapitalistischen Herrschaft müssen sich bei ihren Treffen hinter Stacheldraht und einem Heer von Bullen und Militärs einbunkern und abschotten. Berlusconi dachte damals gar an Kriegsschiffe mitten auf dem Meer, um den G-8 von Genua ungestört abhalten zu können! Kessel- und Spaltungspolitik, immer weitergehende präventive Massnahmen im polizeilichen wie justiziellen Bereichen sollen auch hier ein ruhiges Hinterland sichern. Der Widerstand soll entweder in staatskonforme Spielregeln gepresst oder auf Dialogkurs gebracht werden! Der krisengeschüttelte Kapitalismus, der selbst an den eigenen Projekten wie ein vereinigtes Europa im ersten Anlauf gescheitert ist, fürchtet sich zu recht davor, dass die Menschen weltweit die Nase voll haben von Ausbeutung und Unterdrückung, dass sich Widerstand nicht nur auf der Strasse sondern auch in den Betrieben immer mehr regt. Weder Landquart, noch die Demoverbote im Zusammenhang mit dem WEF 05 oder dem revolutionären 1. Mai in Zürich haben den Widerstand abblocken können. Der Widerstand hat die staatliche Repression unterlaufen und mit zahlreichen und vielfältigsten Mitteln und Methoden revolutionäre Inhalte und Formen zum Ausdruck gebracht. Solidarität ist eine wichtige Antwort auf Repression, Spaltung und Zerschlagung! Setzen wir sie ein, denn angegriffen sind oft Einzelne oder einige, wie jetzt in Schottland, gemeint aber sind wir alle! Vergessen wir nicht die Betroffenen aus Seattle, Göteborg, Prag oder Genua.
Solidarität ist eine wichtige Waffe im Kampf gegen Staat und Kapital.
Solidarität mit den Verhafteten und von der Repression Betroffenen in
Schottland – sie müssen raus!
Rote Hilfe
Zürich, den 6. Juli 05

4. Aninna ist frei (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/34052.shtml)
Einige der seit Montag in Haft befindenden Personen wurden gestern freigelassen, wir rechnen damit, dass auch die anderen bald frei kommen. Unter den Frei gelassenen befindet sich auch A.M. aus Bern.
Wir werden uns in einiger Zeit mit einem umfassenderen Bericht melden, nun machen wir uns zuerst aber auf den nach Hauseweg.
Danke fuer dei Solidaritaet!

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