Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Fascho-Angriff mit Schusswaffe Thun

Fascho-Angriff mit Schusswaffe Thun

Inhalt:
1. Bericht
2. Zeugenaufruf
3. U-Haft für Schützen


1. Bericht (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/34121.shtml)
Mit Schrecken haben wir heute erfahren, dass im Umfeld des Basislager-Camps eine Person von einem Neo-Nazi mit einer Schusswaffe angeschossen worden ist. Der Schusswaffenangriff wurde von der Polizei Thun bestätigt.
Leute, welche gegen Mitternacht auf den Zug gehen wollten, wurden von mehreren Neo-Nazis verbal und tätlich angegriffen. In dieser Situation rastete einer der Neo-Nazis aus und schoss mehrmals in die Gruppe linker AktivistInnen. Ein Schuss traf eine Person am Bein. Das Opfer befindet sich momentan im Spital. Das Ausmass der Verletzung ist bis jetzt noch unklar.
Wir alle aus dem Basislager, welche eine friedliche und selbstbestimmte Welt fordern, sind entrüstet und bestürzt über die Gewaltbereitschaft der Neo-Nazis in Thun im Speziellen und im Allgemeinen über die steigende Popularität von rechtsnationalistischem Gedankengut.
Der Schütze hat mit seiner Tat klar die Tötung von Menschen in Kauf genommen. Es ist dies leider nicht der erste Vorfall dieser Art, bei welchem die Ermordung von unbeliebten Personen, durch Neo-Nazis in Kauf genommen wird.
Das Berner Oberland ist für die Neo-Nazis in mancher Hinsicht attraktiv. Das Tolerieren von Vorfällen wie in Thun, Spiez, Interlaken und Erlenbach durch die Behörden, sowie das Wegschauen der Öffentlichkeit und der Politik, erschüttern uns.
Wir haben soeben von einem Familienvater eines ausstiegswilligen Neo-Nazis erfahren, dass für heute weitere Angriffe auf Personen von Seiten der Neo-Nazis geplant sind.
Wir fordern die Behörden und die Öffentlichkeit auf nicht tatenlos zu bleiben. Umso mehr, da der vermeintliche Schütze bei den Behörden längst bekannt ist und schon mehrere male im Gefängnis gesessen hat.
Wir rufen deshalb zu einer Spontandemonstration morgen Sonntag, 10. Juli 2005 in Thun auf. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr auf dem Aarefeldplatz.

2. Zeugenaufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/34121.shtml)
Thun/Zeugenaufruf
Junger Mann durch Schuss verletzt
pkb. In der Nacht von Freitag auf Samstag ist in Thun ein junger Mann durch einen Schuss verletzt worden. Die Kantonspolizei Bern sucht Zeugen.
Der 17-jährige Mann war am Samstag, 9. Juli 2005 gegen Abend mit einer Schussverletzung ins Spital gebracht worden. Gemäss seinen ersten Angaben hielt er sich mit ihm nicht näher bekannten Kollegen in der Nacht von Freitag auf Samstag, 8./9. Juli 2005, kurz nach Mitternacht am Bahnhof Thun auf. Beim Expressbuffet habe eine unbekannte Person einen Schuss auf ihn abgegeben. Das Blut und die Verletzung am Bein habe er erst später festgestellt.
Im Rahmen der eingeleiteten Ermittlungen wurden in der Nacht vom 9./10. Juli 2005 drei Männer in Polizeihaft genommen. Die weiteren Ermittlungen laufen. Sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen, wird wieder informiert werden
Die Kantonspolizei in Thun, ersucht allfällige Zeugen oder Personen, die sachdienliche Angaben machen können, sich mit ihr in Verbindung zu setzen.
Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland


3. U-Haft für Schützen (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/07/34177.shtml)
Globalisierungsgegner in Thun durch Schuss ins Bein verletzt
THUN – Ein 17-Jähriger ist in der Nacht auf Samstag in Thun durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt worden. Er nahm an einem dreitägigen Camp von Globalisierungsgegnern gegen den G-8-Gipfel teil. Ein 26-Jähriger gestand die Tat.
Das Opfer begab sich erst am Samstagabend in Spitalpflege, wie die Kantonspolizei Bern und das Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland am Sonntag mitteilten. Im Zuge der Ermittlungen nahm die Polizei drei Personen fest. Zwei von ihnen wurden nach Befragungen wieder auf freien Fuss gesetzt.
Die dritte Person, ein 26-jähriger Schweizer, gestand bei der Einvernahme, in der Nacht von Freitag auf Samstag im Bereich des Bahnhofs Thun mit einer Pistole mehrere unkontrollierte Schüsse in eine Personengruppe abgegeben zu haben. Er habe sich bedroht und verfolgt gefühlt, sagte er laut Polizei.
Der Schütze wurde in Untersuchungshaft genommen. Weitere Ermittlungen sind im Gange. Das Opfer konnte das Spital inzwischen wieder verlassen.
Als Reaktion auf den Vorfall demonstrierten am Sonntagnachmittag rund 120 Personen friedlich in der Thuner Innenstadt gegen Rechtsextremismus. Zur Demonstration hatten die Organisatoren des Camps aufgerufen. Die Kundgebung war gemäss Angaben der Thuner Behörden nicht bewilligt, wurde aber toleriert.