Neubesetzung Wagenplatz Gaswerkareal

Inhalt:
1. Communiqué
2. Medienbericht


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/12/36829.shtml)
Salü wiedermal
Wir, der Verein „Alternative“, haben einen neuen Standort bezogen.
Eigentlich würden wir es nach wie vor bevorzugen, einen Platz aushandeln zu können… Aber es blieb uns keine andere Wahl, als ein weiteres mal zu besetzen.

Ja, genau… wir haben am Mittwoch um circa 23.59 Ortszeit die Zirkuswiese in der Naherholungszone beim Gaswerkareal verlassen, sind hundertfünfzigtausend millimeter weitergezogen… und wohnen jetzt vorerst
in der Industriezone.
Nachdem die im Stadtrat eingereichten dringlichen Motionen für einen Winterplatz leider erst frühestens Mitte/Ende Januar behandelt werden sollen, und wir noch immer keinen Platz kennen, bei dem wir nicht riskieren, sofort bedroht zu werden, abgesehen von einer Erkältung, und die Stadt jegliche Stellungsnahme bisher verweigert, scheint uns dieser Kompromiss am logischten zu sein.
Eruiren konnten wir bisher bloss, dass der Gemeinderat unsere Wagenburg dringlichst aus seiner hochgeschätzten NahhhhhhhhherhooooolungsZone hinaushaben will.

Bitte sehr! Wir haben uns nun auf einem kleinen, unbedeutenden, kaum genutzten Stück Brachland im Marzili niedergelassen…
Unsere zu Forderungen mutierten Bitten meinen nach wir vor: Auch wir Bauwagenbewohner wollen Berner bleiben und in Bern leben dürfen!
Auch wir wollen in Ruhe die Festtage und den Jahreswechsel erleben, Zeit finden, unsere Bekannten zu treffen und unsere Rute zu kriegen.
Wir streben an, mindestens bis Mitte/Ende Januar bleiben zu können.
Auf jeden Fall gehen wir jetzt schlafen, und beenden deshalb diese Mitteilung mit einem hochachtungsvollen Gruß: Gute Nacht Bar schafft!

Verein „Alternative“

2. Medienbericht (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2005/12/36829.shtml)
Katz- und Maus-Spiel zwischen Berner Jugendlichen und der Stadt
BERN – Zwischen den Besetzern des Berner Gaswerkareals und der Stadt ist ein Katz- und Maus-Spiel im Gang: Die Jugendlichen sind wie angekündigt abgezogen – um sich auf einer benachbarten Parzelle der städtischen Energiewerke niederzulassen.

Am Dienstag hatte die Stadtpolizei dem „Verein Alternative“ ein Ultimatum bis Mittwoch 24.00 Uhr gestellt, um vom bisherigen Standort auf dem Gaswerkareal abzuziehen. Gestellt wurde das Ultimatum auf Grund eines Entscheids der Stadtregierung und eines Räumungsauftrags des Besitzers, des ausgelagerten städtischen Betriebs „Stadtbauten Bern“.
Tatsächlich räumten die Jugendlichen in der Nacht das Feld – und bauten ihre Wagenburg knapp 200 Meter entfernt wieder auf. Der besetzte Platz neben dem Jugendzentrum Gaskessel gehört dem stadteigenen Unternehmen Energie Wasser Bern (ewb).

Wegen der neuen Besitzverhältnisse ist der Räumungsauftrag für die Stadtpolizei hinfällig geworden. Dass die Besetzer am neuen Standort bleiben dürfen, ist aber unwahrscheinlich.
Das ewb will den Besetzern gegenüber grundsätzlich die gleiche Haltung einnehmen wie der Gemeinderat, wie Unternehmenssprecherin Michaela Eicher auf Anfrage sagte. Allerdings habe man noch keinen Räumungsauftrag erteilt. Zuvor wolle man sich mit Stadtpräsident Alexander Tschäppät besprechen.
Mitte der achtziger Jahre war das Gaswerkareal im Zusammenhang mit der alternativen Wohnsiedlung „Zaffaraya“ in die Schlagzeilen geraten. Die Wohnsiedlung war schliesslich mit einem umstrittenen Polizeieinsatz geräumt worden.

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