Hausbesetzung & Räumung Allmendstrasse Thun (RAFT)

Inhalt:
1. Medienmitteilung
2. Räumung


1. Medienmitteilung (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2006/04/40159.shtml)
Medienmitteilung der Gruppe Raumfänger – Aktion für freies T(h)un zu der Hausbesetzung an der Allmendstrasse in Thun Donnerstags um 18 Uhr besetzte eine Gruppe AktivistInnen das Haus an der Allmendstrasse 12 in Thun. Ziel ist es, das lange geforderte selbstverwaltete Jugend- und Kulturzentrum zu verwirklichen. Die Liegenschaft ist in städtischem Besitz und steht seit 2001 leer. Bisherige Verhandlungen mit Liegenschaftsverwaltung und Gemeinderat verliefen ergebnislos. Einem ersten Ultimatum zum Verlassen des Hauses, welches auf Freitag 9.00 morgens angelegt war, wurde nicht nachgekommen. Auch die weiteren Drohungen wurden ignoriert.

Seit nunmehr 2 Jahren setzt sich die Gruppe Raumfänger Aktion für freies T(h)un für ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum ein. Mit diversen Aktionen machte das Kollektiv auf seine Anliegen aufmerksam. Dies führte zu Verhandlungen mit der Stadt Thun, welche nach einem knappen Jahr ohne Ergebnisse abgebrochen wurden.
Im geforderten Zentrum soll ein kultureller, sozialer und politischer Freiraum entstehen. Menschen mit verschiedenen Interessen, Ansichten und Lebensweisen soll Raum geschaffen werden, ihre kulturellen und sozialen Bedürfnisse selbstbestimmt und unkommerziell ausleben zu können. In Thun und dem Berner Oberland besteht ein gravierender Mangel an unkonventionellen Angeboten. Auch Mitsprache und –bestimmung in den bestehenden Angeboten sind selten erwünscht.
Im Zentrum sollen deshalb regelmässig kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte, Filmabende etc. stattfinden. Auch sollen Ateliers eingerichtet und in beschränktem Masse eine Kaffe als sozialer Treffpunkt betrieben werden.
Aufgrund der folglosen Verhandlungen und dem ermüdenden Klima wurde am Donnerstagabend die Liegenschaft an der Allmendstrasse 12 besetzt. Diese ist in Besitz der Stadt Thun und steht seit nunmehr 5 Jahren leer. Verzweifelt versucht die städtische Liegenschaftsverwaltung seit einem Jahr das Haus zu verkaufen. Darin sollen Büro- und Praxisräume realisiert werden. Wohl aufgrund der Lage zwischen Café Bar Mokka und zukünftiger Anlaufstelle für Drogensüchtige hält sich das Interesse in Grenzen und das Haus bleibt weiterhin ungenutzt. Zudem stünden vermutlich noch diverse Sanierungsarbeiten an.

Aus diesem Grund fordern die BesetzterInnen Verhandlungen über eine Zwischennutzung der Liegenschaft. Schon beim ersten Kontakt erklärten der Liegenschaftsverwalter Urs Frey und die Gemeinderäte Leuenberger und Straubhaar, dass die Stadt Thun keine entsprechenden Liegenschaften zur Zwischennutzung anzubieten hätte. Trotzdem wollten sie die allgemeine Verhandlungen zum Thema Jugend- und Kulturzentrum wiederaufnehmen.
Da die Verhandlungen einen allgemeinen Charakter tragen und keine konkreten Optionen in Aussicht gestellt wurden, war das Angebot abzulehnen. Die Allmendstrasse 12 ist durchaus geeignet für den Betrieb eines Kulturzentrums. Dies Aufgrund der Lage in einem Gewerbegebiet, der Räumlichkeiten und der Tatsache, dass das Haus seit 2001 leer steht. Zudem stellte die städtische Verhandlungsdelegation ein Ultimatum zum Verlassen des Hauses. Ansonsten beweise die Stadt ähnliche Härte, wie anlässlich des 3. Antifaschistischen Abendspazierganges vom 15.10.05. Noch in der Nacht errichteten die BesetzerInnen Barrikaden und liessen das Ultimatum um Freitag 9.00 verstreichen.
Es folgten weitere Kontakte zwischen BesetzterInnen und Verwaltung, in denen die angeboten wurde das Haus montags in sauberem Zustand zu Verlassen, wenn ernsthafte Alternativangebot oder die Zwischennutzung der Allmendstrasse 12 zur Diskussion stehen. Dies wurde von der Liegenschaftsverwaltung abgelehnt und mit der polizeilichen Räumung gedroht.
Momentan sind die BesetzerInnen nicht bereit, die Möglichkeit eines Zentrums in diesem Haus aufzugeben. Heute Abend soll mit dem kulturellen Betrieb begonnen werden und ein Konzert stattfinden.

Raumfänger und Freundinnen



2. Räumung (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2006/04/40167.shtml)
Das seit Donnerstag besetzte Haus an der Allmendstrasse wurde heute Morgen geräumt.
Gestern feierten teilweise über hundert Menschen den neuerkämpften kulturellen und sozialen Freiraum. Die Freude währte nur kurz. Heute Morgen wurde das Haus polizeilich geräumt. Die Stadtverwaltung und -regierung konnten nicht akzeptieren, dass Menschen sich in Thun die Frechheit nehmen, sich zu amüsieren. Den Gemeinderat ins Altersheim!
Der Kampf geht weiter! Weitere Informationen folgen…
Die Orks kamen in den Morgenstunden und überraschten die Besetzerinnen. Die meisten Personen schliefen noch als die Bullen da waren.
Die Besetzterinnen wurden einzel kontorlliert und zum Bahnhof eskortiert. Es wurde niemensch direkt verhaftet. (Es werden wahrscheindlich Bussen wuêgen Hausfriedensbruch folgen)
Mittlerweile ist die Barrikade abgeräumt und das Haus wird von mehreren Securtias bewacht. Ebenfalls patrullieren Zivis und Streifen in der Rein des Hauses.
Leerstand ist kein Zustand. Squat the World!

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