AfrikanerInnen gegen Blocher

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2006/10/43750.shtml)
BERNE – Rund 30 Afrikanerinnen und Afrikaner haben vor dem Bundeshaus in Bern demonstriert. Sie forderten Bundesrat Christoph Blocher auf, seine „rassistischen Aussagen“ zurückzuziehen.
Die Kundgebung fand unter dem Motto statt: „Wir, Menschen afrikanischer Herkunft in der Schweiz, haben genug, dass auf unserem Rücken Politik gemacht wird.“ Deshalb werde auch nicht akzeptiert, dass ein Mitglied des Bundesrates solche Aussagen mache, sagte ein Demonstrant gegenüber der SDA.

Die Demonstranten gaben zu bedenken, dass sie oft nicht angehört werden, wenn man über Afrika oder Afrikaner spricht. Sie klebten sich deshalb den Mund mit Klebeband zu. Weiter trugen sie Tafeln um den Hals mit Bezeichnungen wie „Faulenzer“ oder „Dealer“. Die Tafeln warfen sie zum Abschluss der Kundgebung in einen Abfalleimer.
Auch hatten die Demonstranten Bundesrat Blocher einen Brief übergeben wollen. „Sein Departement hat den Empfang aber verweigert“, sagte einer der Organisatoren. Nun würden sie den Brief per Post zustellen.
Die Kundegebung wurde organisiert von der Plattform für Menschen afrikanisches Erbes (Sankofa). Mehrere weitere Organisationen unterstützten die Kundgebung.

Bundesrat Blocher hatte am 14. September in der Staatspolitischen Kommission (SPK) des Nationalrates laut seinem Departement zur „weitverbreiteten Ratlosigkeit im entwicklungspolitischen Umgang mit Afrika“ gesprochen.
Einen Monat später wurde das Sitzungsprotokoll der Westschweizer Zeitung „Le Matin dimanche“ zugespielt. Um eine Stellungnahme gebeten, sagte SPK-Präsident Andreas Gross (SP/ZH), die Aussagen Blochers seien an der Grenze zum Rassismus gewesen. Sie hätten den Eindruck erweckt, die Afrikaner seien „faul“.

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