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Polizeiaufgebot Mahnwache Mehmet Esiyok

Polizeiaufgebot Mahnwache Mehmet Esiyok

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2007/03/48064.shtml)
Heute Nachmittag gegen 16.30h versammelten sich fast 30 Personen vor der Zufahrtsstrasse zur Gefängnisstation des Inselspitals zu einer Mahnwache für Mehmet Esiyok. Während ca. einer Stunde informierten wir Passantinnen und Passanten über die Situation des politischen Gefangenen Mehmet Esiyok. Wir verteilten Flugblätter und hängten drei Transparente auf.
Nach etwa einer Stunde tauchte völlig unerwartet und unnötigerweise die Polizei auf. Die Verantwortlichen des Inselspitals hatte angeordnet, uns vom Platz wegzuräumen. Wir waren uns keiner Schuld bewusst, da wir uns immer höflich und ruhig verhalten haben – wir befanden uns ja schliesslich auf einem Spitalgelände. Wir dachten ausserdem die freie Meinungsäusserung und das Verteilen von Flugblättern sei in einer Demokratie erlaubt. Dem ist offenbar nicht so.
Nach dieser Aufforderung, uns vom Platz zu entfernen, machten wir das Angebot, in einer Viertelstunde den Ort zu verlassen. Die Polizei lehnte das Angebot ab und drohte mit einer sofortigen, gewalttätigen Räumung und Verhaftung sämtlicher beteiligten Personen. Angesichts dieser völlig unverhältnismässigen Drohungen und dem grossen Polizeiaufgebot, zogen wir es vor, den Platz „freiwillig“ zu verlassen.

Schon am Samstag, 17.3. wurde einer Demo der Zugang vor die Gefängnisstation Insel durch ein übermässiges Polizeiaufgebot (50 Beamte) verweigert. Diese weitere Überreaktion der Inselspitalverantwortlichen und der Polizei verurteilen wir aufs Schärfste. Sie zeigt ungeschminkt den repressiven Charakter des fremdenfeindlichen Schweizer Staats. Die Verantwortlichen der Insel respektieren den freien Willen einer Person offenbar nur, wenn es darum geht, diese sterben zu lassen. Diejenigen, die sich für das Leben und die Freiheit einsetzen, werden dagegen nicht toleriert.
Wir fordern weiterhin die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen und den sofortigen Abbruch von Auslieferungen an Folterstaaten wie der Türkei.

Heute ist nicht alle Tage – wir kommen wieder, keine Frage!
Freiheit für Mehmet Esiyok!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Wir werden keine Ruhe geben, bis wir ohne Knäste leben!