Demo gegen Krise

Inhalt:
1. Aufruf Unia Jugend
2. Aufruf Revolutionärer Aufbau
3. Bilder

1. Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2009/08/71076.shtml)
Auf die Strasse am 19. September! Gegen ein System, welches auf der Ausbeutung der Allgemeinheit zugunsten von einigen Wenigen basiert! Für eine Alternative, in der die Bedürfnisse des Menschen im Zentrum stehen! Eine Alternative in der kein Mensch unterdrückt wird, sondern sein Leben selbst in die Hand nehmen kann!
Aufruf und Plakis/Stickers der Unia Jugend.
Liebe Freunde einer solidarischen Gesellschaft
„Die Frage des Ausstiegs aus dem Kapitalismus war nie aktueller als heute.“ So zitiert die WoZ den 2007 verstorbenen Philosophen Andre Gorz. 2007 schien diese Analyse den meisten noch realitätsfremd und sozialromantisch. Zwei Jahre – und eine Finanz- und Wirtschaftskrise später hat diese Analyse die Massenmedien erreicht. „Niemals ist der Widerspruch von Kapital und Arbeit eklatanter geworden“, schreibt etwa Die Zeit. „Der Kapitalismus ist ein sehr, sehr ungerechtes System“, bemerkt Der Bund. Die Kritik am Kapitalismus häuft sich in den Diskussionen. Nie schien die Zeit reifer für grundlegende Veränderung. Doch was passiert?

Nichts. Alle reden davon. Niemand tut was.
Während Banken mit Milliarden unserer hart erarbeiteten Gelder am Leben gehalten werden, dürfen wir nun „den Gürtel enger schnallen“, wir werden massenhaft entlassen, oder sehen uns mit Kurzarbeit konfrontiert. Wieder einmal hat der Staat Banken und Managern unter die Arme geholfen, während wir Arbeiter_innen später erfahren dürfen, dass Banken wieder Gewinne schreiben und Bonis ausschütten. Ein strahlender Herr Ackermann verkündet in bester Laune, die Deutsche Bank werde bald wieder 25% Rendite einfahren, während Ex-UBS-Verwaltungsrat Hans-Rudolf Merz sich nicht sicher ist, ob die UBS nun wirklich die Verfahrenskosten für die Verhandlungen mit der USA zahlen sollte. Sogar die kleinste Regulierung der UBS wird von unseren „Volksvertretern“ abgeschmetttert. Wer hat eigentlich das Sagen in unserem ach so demokratischen Land? Und wer auf dieser Welt?

Die Politik zögert, faselt etwas von „es gibt ja keine Alternative“, ohne jemals die Idee zu haben, sich auf die Suche nach Alternativen zu machen. Wie sollte sie auch? Was ist sie mehr als das demokratische Feigenblättchen der Diktatur des Marktes? Ohnmächtig, oder ungewillt etwas zu verändern schaut sie zu, wie sich der Finanzmarkt wieder etabliert und das Spiel von Neuem beginnt. Hiess es nicht mal „Game Over“?
Wo Manager den Kies in die eigene Tasche leeren und Politiker lieber den Kopf in den Sand stecken, gibt es nur eine Kraft, welche die Solidarität zurück in die Gesellschaft bringen kann: Die Kraft der Strasse, die Kraft einer empörten Bevölkerung, welche ihre Empörung nicht in sich hineinfrisst, sondern nach aussen trägt. Die Kraft einer Bevölkerung, welche die Kritik vom Papier auf die Strasse bringt. Wir können die Verantwortung niemandem abschieben. Es liegt an uns.

Wir glauben, dass nur eine breite und vielfältige Bewegung, der direkte Protest aus der Bevölkerung ein Umdenken herbeiführen kann. Ein Umdenken hin zu einer Wirtschaft, in der die Bedürfnisse der Menschen im Zentrum stehen und Solidarität kein Fremdwort mehr ist!
Erstmals bietet sich diese Gelegenheit am 19. September 2009 in Bern: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund ruft dazu auf, ein Zeichen zu setzen, dass die Bevölkerung nicht beliebig mit sich spielen lässt. Mit einer offenen Mobilisierung soll eine Grossdemo stattfinden, um Veränderung in Bewegung zu setzen. Die Unia Jugend mobilisiert für diese Demonstration und ruft Gewerkschafter_innen, Verbände, Parteien, ausserparlamentarische Kräfte, Empörte, Betroffene, Wütende, Enttäuschte, Interessierte und dich dazu auf, an dieser Demonstration teilzunehmen!

Deshalb: Auf die Strasse am 19. September! Gegen ein System, welches auf der Ausbeutung der Allgemeinheit zugunsten von einigen Wenigen basiert! Für eine Alternative, in der die Bedürfnisse des Menschen im Zentrum stehen! Eine Alternative in der kein Mensch unterdrückt wird, sondern sein Leben selbst in die Hand nehmen kann!
Wir haben ein ganzes Leben vor uns – gestalten wir es lebenswert!
Besammlung Jugendblock – inkl. Soundsystem, Bar, Konzerte…
Samstag, 19.9.09, 13.30 Uhr, Schützenmatte Bern

2. Revolutionärer Aufbau (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2009/09/71301.shtml)
Der Kapitalismus ist in der Krise. Unsere Antwort heisst:
Streik
Wenn gestreikt wird, nützt das. Die KollegInnen der SBB-Officina haben so den Schliessungsplan abgewendet. In Italien hat der spektakuläre Arbeitskampf der INNSE-Arbeiter zu einem Erfolg geführt. Die INNSE-Arbeiter haben monatelang das Werk und schliesslich einen Kran besetzt; sie konnten die Arbeitsplätze verteidigen. Gingen von der Defensive in die Offensive. Diese Arbeitskämpfe haben eine Gemeinsamkeit. Sie hatten kein Interesse an Sozialpartnerschaft und haben sich über die engen Betriebsgrenzen hinweggesetzt. Sie blieben damit nicht beim Kampf um Arbeitsplätze stehen. Es geht ihnen um Würde, um eigenständiges Handeln und um menschliche Arbeits- und Lebensbedingungen. Streik nützt auch, wenn der konkrete Kampf nicht erfolgreich ist. Die Erfahrung bleibt und das nächste Mal geht’s besser.

Widerstand
Wenn viele streiken, nützt das vielen. Zusammen und organisiert nehmen wir Einfluss auf unsere KollegInnen, können etwas erreichen, den Bossen Grenzen setzen. Die Unternehmer wollen die Arbeitswelt immer schneller und profitabler gestalten. Uns macht dies das Leben schwer: Stress, lange, gefährliche oder beanspruchende Arbeit, kaum Zeit für Pausen, kaum Möglichkeiten für ein gutes Leben. Das zu ändern ist das Ziel von jedem Widerstand. Unser Vorteil: Wir sind mehr als die Bosse und lernen zur Zeit gerade, das zu unserem Vorteil zu nutzen!

Kommunismus
Wir sind heute auf der Strasse, weil wir zusammen mit KollegInnen aus ganz Europa wissen: Mit Streik, Druck auf der Strasse und Widerstand mit vielen Mitteln bewirken wir etwas. Und wir lehnen uns damit gegen ein System auf, die nicht für uns gemacht ist. Den Banken und Industriebossen werden Rettungspakete geschnürt. Für uns gelten leere Kassen und Nullrunden. Während die Bosse mit Steuergeldern unterstützt werden, werden die Kosten der Krise auf Arbeitende und Sozialversicherungen abgewälzt. Alles zur Rettung der Profite und der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Sozialer Fortschritt ist von den Verbrechern aus Staat und Wirtschaft nicht zu erwarten, auch nicht von ihrem System. Sozialer Fortschritt entsteht in Kämpfen, die wir besser heute als morgen führen, in Diskussionen und kollektivem Handeln – ohne Illusionen und falsche Zugeständnisse an die Ausbeuter. Dafür müssen wir die Stärke der heutigen Demo zurück an den Arbeitsplatz tragen. Wir lernen unsere gemeinsamen Interessen durchzusetzen und treffen damit den Kapitalismus direkt. Das nennen wir Kampf für den Kommunismus!


3. Bilder (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2009/09/71351.shtml)
„Mindestens 30‘000 Menschen, bedeutend mehr als von den Gewerkschaften erwartet, haben heute in Bern für eine politische Wende demonstriert. Sie setzten ein überdeutliches Zeichen an Bundesrat und Parlamentsmehrheit, die Krise endlich zu bekämpfen, statt sie zu verlängern!“ schreibt die Unia. Hier ein paar Photos.

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