Weltstudententag Demo & Besetzung Universität

Inhalt:
1. Chronologie
2. Communiqué
3. Medienbericht

1. Chronologie (Originalquelle: http://www.unsereuni.ch/bern/chronologie-besetzung-uni-bern/)
16.00: Bei der Unitobler startet die angekündigte Demonstration mit ca. 300 Studierenden in Richtung Hauptgebäude
16.30: Abschlusskundgebung auf der grossen Schanze. Es werden diverse Redebeiträge gehalten.
17.15: Die Demonstration wird offiziell aufgelöst. Es über einer Besetzung für morgen Mittwoch informiert. Von einer Mehrheit der Teilnehmenden wird der Vorschlag eingebracht sofort zu besetzen. Spontan entern 150 Personen das Hauptgebäude und kapern den Kuppelraum.
18.00: Die BesetzerInnen beschliessen einstimmig zu bleiben. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, welche sich um Infrastruktur, Verpflegung und viel weiteres kümmern.


2. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2009/11/72233.shtml)
In der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung werden alle Bereiche des Lebens zunehmend ökonomischen Zwängen ausgesetzt. Der Produktivitätsdruck zeigt sich vor allem in der Arbeitswelt. Die geplante Revision des Arbeitslosengesetztes ist ein aktuelles Beispiel dieses gesellschaftlichen Prozesses. Sie beinhaltet Zwang zu mehr Leistung unabhängig von Fähigkeiten und äusseren Bedingungen und führt den kontinuierlichen Sozialabbau fort. Unter dieser Entwicklung leiden auch unser Bildungssystem und wir Studierende.
Die Besetzenden der Aula der Uni Bern sind sich darin einig, dass der gegenwärtige Trend umgekehrt werden muss. Statt Ökonomisierung und Verschulung fordern wir eine freie Bildung und eine demokratische Uni. Veränderungen sind in verschiedenen Bereichen nötig, nicht nur in der Unigesetzgebung und deren Organisation, sondern auch im alltäglichen Unibetrieb.

Wir fordern freie Bildung für alle:
Erarbeitung von Teilzeitstudienplänen.
Stipendienrevision (gesamtschweizerische Harmonisierung, Erhöhung: Deckung der Lebenskosten).
Keine Zulassungsbeschränkungen, weder offen (wie der Numerus Clausus), noch versteckt.
Weniger Pflichtveranstaltungen -> Mehr Wahlmöglichkeiten.

Wir fordern eine demokratische Universität:
Paritätische Mitbestimmung von ALLEN auf ALLEN Ebenen (Studierende, aber auch Mittelbau/ Sekretariate/ Putzpersonal etc.)
Der Senat bleibt das oberste Organ der Universität.
Freier Informationsfluss (Keine Geheimhaltungspflicht von VertreterInnen gegenüber den von ihnen Vertretenen)
Transparenz bei der Geldverteilung an Fakultäten und Institute.
Öffentliche Stellenausschreibung und Transparenz bei der Stellenbesetzung auf allen Stufen

Wir kämpfen gegen die Ökonomisierung der Bildung:
Kein Unibeirat!
Keine Studienzeitbeschränkungen
Erhaltung und Ausbau der Diversität von Lehre und Forschung
Fairness bei der Geldverteilung an Fakultäten und Institute
Mehr öffentliche Mittel für die Bildung
Keine Fokussierung auf marktgerechte Ausbildung
Keine Ausrichtung auf Exzellenz
Reintegration der „geoutsourcten“ Teile der Uni (Putzpersonal, Mensen etc.)

Wir kämpfen gegen die Verschulung und daher für:
Klar kommunizierte Bewertungskriterien (Transparenz der Anforderungen, Bewertungen und detaillierte Rückmeldungen)
Grössere Mobilität zwischen Fakultäten, Unis in der Schweiz und weltweit
Freie Fächerkombination (Keine Pflichtmonofächer und Pflichtnebenfächer)
Abschaffung der Präsenzpflicht

Die durch die Besetzung der Aula geschaffene Plattform soll dazu dienen, die festgelegten Forderungen weiter zu diskutieren zu konkretisieren und umzusetzen. Wir laden alle Beteiligten ein, an der Diskussion über die Umsetzung dieser Punkte teilzunehmen.
SOLIDARITÄT MIT ALLEN STUDIERENDENPROTESTEN.



3. Medienbericht (Originalquelle: https://web.archive.org/web/20091121040920/http://www.derbund.ch:80/bern/Aula-der-Uni-Bern-besetzt/story/23764214)
Aufgebrachte Studierende haben ihre Drohung wahr gemacht und letzte Nacht die Aula der Universität Bern besetzt.
«Ja, die Studierenden haben aktuell die Aula des Hauptgebäudes besetzt», sagte Markus Moser, Mediensprecher der Universität Bern auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnetz. «Die Besetzer haben eine alternative Flagge vor dem Hauptgebäude aufgestellt und Transparente aufgehängt.»
Etwa 200 Studierende haben sich in der Aula eingerichtet und unter anderem eine Hängematte aufgehängt. Sie diskutieren das weitere Vorgehen und wollen um 10 Uhr eine Versammlung durchführen. Anschliessend sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, die konkrete Forderungen formulieren, wie ein DerBund.ch/Newsnetz-Reporter berichtet.

Keine Sachbeschädigungen
Bisher sei die Besetzung friedlich verlaufen, Markus Moser von der Leitung der Universität Bern weiss von keinen grösseren Sachbeschädigungen. Auch sei die Leitung der Universität mit den Studierenden im Gespräch. Wie die Universität gegen die Besetzer vorgehen wird, wollte Markus Moser nicht sagen: «Wir haben ein Programm zum Ablauf der Besetzung erhalten und mehr kann ich zurzeit nicht sagen.»
Bereits gestern Dienstag haben um die 300 Studierende mit einem Protestmarsch gegen die Ökonomisierung der Universität Bern demonstriert. Die Proteste richteten sich beispielsweise gegen die Studien- und Prüfungsgebühren, die Verschulung des Studiums, die Präsenzpflicht und die Umsetzung der Bologna-Reform.