Hungerstreikerklärung Silvia Biel

Inhalt:
1. Erklärung Silvia Biel


1. Erklärung (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2010/09/77587.shtml)
KOLLEKTIVER HUNGERSTREIK MIT BILLY, COSTA UND MARCO
10.-29. SEPTEMBER 2010

Ich führe diesen kollektiven Hungerstreik zusammen mit den Genossen Luca Bernasconi, Costantino Ragusa und Marco Camenisch. Für die Dauer von zwanzig Tagen. Die Inhalte dieses Streiks werden vollständig in unserer kollektiven Erklärung ausgeführt und beschrieben.
Diese Initiative stellt eine wichtige und notwendige Kontinuität im Kampf dar, um auf dem vom uns eingeschlagenen Weg trotz diesen uns einsperrenden Mauern und Gittern fortzuschreiten, und als Kontinuität der uns gemeinsamen grünanarchistischen Affinität.

Um in der revolutionären Bewegung präsent zu sein, in der Bewegung zur Befreiung der Tiere und der Erde, als im Kampf aktive Subjekte auch wenn im Knast. Dieser Hungerstreik überwindet die starke Zensur, Verzögerung und Beschränkungen der Post von uns drei in U-Haft, reisst die Mauern der Isolation nieder und vereinigt uns mit euch allen draussen, mit alle, die gegen dieses Bestehende kämpfen.
Zur Bekräftigung der grundlegenden Kritik des anthropozentrischen Paradigmas, das von den Wurzeln dieser techno-industriellen Gesellschaft und jeglicher Ausbeutung kommt. Wurzeln, die der Entstehung der Zivilisation innewohnen, mit der Entfremdung und der Abspaltung des Mannes und der Frau vom Rest der Natur und mit der Abrichtung del Pflanzen- und Tierwelt

Um den Kampf gegen jegliche wissenschaftlich-technologische Schädlichkeit und Entwicklung kraftvoll zu relancieren, deren Spitze die Bio- und Nanotechnologien sind. Halten wir den Vormarsch der Gentechnologie und die Zulassung der GVO in Europa auf, bevor es zu spät ist!
Gegen die Verheerung ganzer natürlicher Ökosysteme und ihrer Biodiversität, gegen jede Ausbeutung und Unterdrückung jeglicher Lebewesen und der Erde.

Gegen das gesamte Herrschaftssystem, in all seinen Äusserungen.
Kalte Metallstäbe, aneinander gedrängte Körper, Stahlhaken hängen von der Decke, Elektroschock, Pistole an der Schläfe, Haken stecken im Fleisch, aufgerissener Hals, Blut quillt hervor, ein zerstückelter Körper…
Hände greifen zu und halten die Glieder fest, Nadeln unter die Haut, Elektroden ins Hirn, weissliche Flüssigkeit in die Venen, unbeweglich gemachter Körper, aufgerissene Augen, Brennen, Schmerz, langsames Sterben… Skalpelle, die immer noch warme Körper zerschneiden, aufreissen und sezieren… Körper, nur Körper, in absoluter Verneinung jeglicher Individualität und Sensibilität. Intensivhaltung, Tierversuche… Gegen alle Käfige, für eine totale Befreiung.

Jenen bis zum Hals schlagenden Herzen, immer stärker… Jenem keuchenden Atem während dem Lauf unter den Sternen… Weit weg zerreisst ein Blitz die Stille und Dunkelheit eines finsteren Himmels. Furchtlos dem Sturme entgegen, die Fäuste an die Brust gepresst, in den Augen das Leuchten der Sterne und im Herzen die Leidenschaft des Feuers des Kampfes, das nie erlöschen wird…
Silvia Guerini, Gefängnis Biel-Schweiz, September 2010