Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Sitzblockade AKW Mühleberg

Sitzblockade AKW Mühleberg

Inhalt:
1. Aufruf


1. Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2011/08/82893.shtml)


Wir machen Schluss mit dem AKW Mühleberg. Du auch?
Hallo
Mühleberg Aussitzen – Das ist nicht nur die traurige und verantwortungslose Praxis der Betreiberin BKW, der Aufsichtsbehörde ENSI und vieler PolitikerInnen bezüglich der gravierenden Mängel im maroden AKW in der Nähe von Bern, sondern auch der nächste Schritt des zivilen Ungehorsams gegen den Schrottreaktor in Mühleberg:
Mühleberg AUSsitzen – aber richtig! Mit einer (Sitz-)Blockade vor dem AKW Mühleberg soll durch das Blockieren der Revisions- und Bauarbeiten die Wiederinbetriebsnahme des Reaktors verhindert werden und die Forderung nach endgültiger Ausserbetriebnahme unterstrichen werden.
Liebe Grüsse
AKW-ADE/Mühleberg AUSsitzen

Mühleberg AUSsitzen – Das Ende von Mühleberg ist der Anfang einer erneuerbaren Zukunft
Sitzblockade ab Sonntag, 4. September 2011
Wir machen Schluss mit dem AKW Mühleberg. Du auch?
Seit 1971 sind im veralteten Atommeiler Mühleberg zahlreiche Mängel wie wanddurchdringende Risse im Kernmantel und Unfälle bis zur Freisetzung von Radioaktivität bekannt geworden. Denoch erteilte die Behörden immer wieder befristete Betriebsbewilligungen für Mühleberg. Obwohl die Risse nur mit “provisorischen” Zugankern stabilisiert wurden und der Reaktor wortwörtlich von Klammern zusammengehalten wird, wurde 2009 sogar eine unbefristete Betriebsbewilligung erteilt.
In den letzten Monaten wurden im Lichte von Fukushima weitere Probleme aufgedeckt: mehrere Sicherheitssysteme sind nicht erdbeben- und hochwassersicher. Ende Juni hat die BKW das AKW überstürzt ausser Betrieb genommen. Dies nachdem es erst nach 40 Betriebsjahren merkte, dass die Kühlwasserentnahme nicht hochwasserresistent ist. Weder die Aufsichtsbehörde ENSI noch die BKW haben dieses gravierende Sicherheitsrisiko entdeckt, sondern eine Privatperson, deren Feststellungen von der ETH Zürich bestätigt wurden!
Bei all diesen Sicherheitsmängeln hat das ENSI stets mindestens ein Auge zugedrückt, und scheint nicht in der Lage oder nicht willens zu sein, die nötigen Sicherheitsbestimmungen oder eine Ausserbetriebnahme gegenüber der BKW durchzusetzen. Mit dem Bau des AKWs wurde 1967 begonnen. Das AKW ist also sage und schreibe fast ein halbes Jahrhundert alt. Wir müssen davon ausgehen, dass es weitere gravierende Mängel gibt, die nicht bekannt sind, aus welchen Gründen auch immer.

Die BKW hat nun ohne gültige Baubewilligungen und Genehmigungen des ENSI damit begonnen, 10 Millionen Franken in das altersschwache AKW zu investieren, statt in eine dezentrale und zukunftsorientierte Stromversorgung.
Die grösste Bedrohung für mindestens 500’000 Menschen im Umkreis des AKWs und in der Region Bern/Biel/Fribourg/Neuenburg soll bestehen bleiben. Wir haben das Vertrauen in die BKW und das ENSI verloren, und lassen uns nicht mehr länger beschwichtigen. Es ist Zeit, dass wir selber Verantwortung übernehmen und handeln.
Deshalb werden wir ab dem Sonntag 4. September in einem Akt des zivilen Ungehorsams und der Notwehr, die unsinnigen Nachrüstungs- und Revisionsarbeiten lahmlegen – sitzend, friedlich, tagelang so die erneute Inbetriebnahme zu verhindern.
Grundlage der Aktion ist der Aktionskonsens. Unsere Aktion ist basisdemokratisch und gewaltfrei. Für die Aktion organisieren wir uns im Bezugsgruppensystem, indem Entscheidungen für die Gesamtaktion im SprecherInnenrat getroffen werden.
Der genaue Standort der Sitzblockade steht noch nicht fest. Damit Du auf dem Laufendem bleibst, schau immer wieder auf www.aussitzen.ch rein. Es besteht die Möglichkeit zur Vorbereitung ein Aktionstraining zu besuchen. Bildet Bezugsgruppen und haltet euch auch den 3. September zwecks Vorbereitung frei.
Folgende Organisationen bekunden bis jetzt ihre Sympathie für diese Aktion zur definitiven Ausserbetriebnahme von Mühleberg (die aktuelle Liste findet sich auf der Webseite):
* AKW-Ade
* Alliance jurassienne Non au nucléaire
* Schweizerischer Friedensrat
* Greenpeace Schweiz

Aktionskonsens
Wir werden den Zugang zum AKW Mühleberg versperren. Wir wollen andere Menschen mit unserem Handeln dazu motivieren, Verantwortung nicht zu delegieren, sondern sich eigenverantwortlich für die endgültige Ausserbetriebnahme von Mühleberg und dem Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen.
Unsere Blockade ist ein Akt Zivilen Ungehorsams. Gesetze und Vorschriften, die die reibungslose Wiederinbetriebnahme des AKW Mühleberg sicherstellen sollen, werden wir nicht beachten. Wir werden die Zufahrt nicht freiwillig verlassen, weil wir in Anbetracht des atomaren Risikos und der ungelösten Sicherheitsmängel unsere Aktion als legitim und notwendig erachten. Bei polizeilichen Räumungen werden wir besonnen und ohne Gewalt handeln. Durch mögliche Demonstrationsverbote und juristische Verfolgung lassen wir uns nicht abschrecken.
Wir setzen uns für das Leben und eine lebenswerte Zukunft ein. Daran orientiert sich auch unser Handeln. Wir werden keine Menschen verletzen. Unser Anliegen ist es, allen Menschen mit Aufrichtigkeit, Respekt und Gesprächsbereitschaft zu begegnen.
Die Polizei und die Angestellten des AKW sind nicht unsere GegnerInnen, deshalb versuchen wir in unserem Verhalten zum Ausdruck zu bringen, dass wir die einzelnen PolizistInnen und MitarbeiterInnen des AKW Mühlebergs als Menschen achten, auch wenn wir ihr Handeln und ihre Rolle kritisieren.
In unserer Zusammenarbeit versuchen wir, hierarchiefreie Strukturen zur Anwendung zu bringen, das heisst, wir werden nicht nach dem Mehrheitsprinzip, sondern konsensorientiert entscheiden und uns untereinander so weit wie möglich absprechen. Wir werden gewaltfrei und entschlossen den reibungslosen Ablauf der Nachrüstungs- und Revisionsarbeiten stören.
Mühleberg AUSsitzen, ist aus dem AKW-Ade Camp hervorgegangen und diverse Menschen und Gruppen aus aus der Anti-Atom- und Umweltbewegung haben zu dieser Kampagne zusammengefunden.

Öffentliche Aktionstrainings
Freitag, 26. August
Waisenhausplatz Bern
18:00 Uhr:”Warum Mühleberg abgestellt bleiben muss.”
Input von Jürg Joss (Fokus Anti-Atom)
19:15 Uhr: Beginn Blockadetraining
21:00 Uhr: Film
Montag, 29. August
Interessierte können sich per Mail anmelden: info@aussitzen.ch
Und am 3. September wird es auch noch mehrere Trainings geben