Plakataktion EWB Stromsparwettbewerb

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2011/12/84678.shtml)
Heute Abend haben wir an der UniS, dem Gymnasium Neufeld und an der GIBB in Bern diverse informative Plakate angebracht. Diese Aktion ist unsere Kritik an dem von der EWB als Imagekampagne initierten Stromsparwettbewerb.
hier der angebrachte Text:
Diese Woche endet der Stromsparwettbewerb der ewb (Energie Wasser Bern). An diesem Wettbewerb beteiligten sich diverse kantonale Institutionen, darunter die Uni S, GIBB, Gymnasium Neufeld und die BFF. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, die angehenden Eliten und sonstige Menschen zum Stromsparen zu motivieren. Dabei wird uns suggeriert, dass heimliche Stromfresser unser grösstes Problem darstellen, und dass jeder der auf diesem Thema etwas sensibilisiert ist seinen Teil zum Umweltschutz beitragen kann. Es scheint als gehe es den Initianten dieses Wettbewerbs um Umweltschutz und leicht erzielbare Einsparungen auf kantonaler Ebene. Bei genauerem Betrachten ist dieser Wettbewerb jedoch nicht mehr als eine Imagekur für die ewb und den Kanton Bern. Warum sollte ein kapitalistisches Unternehmen, das mit dem Verkauf von Strom seinen Profit erzielt, dazu motivieren, weniger Strom zu verbrauchen? Dies hätte eine sinkende Rentabilität zur Folge und wäre somit schlecht für das Unternehmen. Durch die Werbekampagne erzielt die ewb jedoch einen grossen Imagegewinn und kann sein Produkt „Ökostrom“ besser vermarkten.
Strom zu sparen, indem mensch die Heizungsleistung drosselt oder das Licht ausschaltet, ist nicht mehr als reine Kosmetik, und vernebelt den klaren Blick auf das Übel, das Mensch und Natur ausbeutet und zerstört.

Nutzlosen Stromverbrauch zu verhindern ist zwar schön und gut, doch ist es falsch anzunehmen, dass wir aktiv die Umwelt schützen können, wenn wir ein paar Stromverbraucher über Nacht ausschalten.
Auch wenn die ganze Menschheit diese Ratschläge, die die Kampagne erteilt, umsetzen würden, wäre dies nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn nicht wir als Endkonsumenten sind schuld an der Katastrophe Umweltzerstörung, sondern die Produktionsweise im Kapitalismus. Mit kleinen umweltschützenden Massnahmen wird uns vermittelt, etwas gegen die gnadenlose Umweltzerstörung unternommen zu haben. Doch mit solchen Massnahmen können weder wir hier, noch der Kanton Bern oder die Schweiz die globale Erderwärmung aufhalten. Um die Zerstörung unserer Lebensgrundlage zu verhindern, gibt es nichts anderes als die Überwindung des kapitalistischen Wirtschaftsystems.

Das Problem ist das System!
Im Kapitalismus wird nicht nach Bedarf produziert, sondern nur nach Profit. Ein Produkt wird nicht hergestellt, um verbraucht zu werden, sondern um damit Profit zu erzielen. Bei der Herstellung steht nicht die Umwelt im Vordergrund, sondern der Profit. Auch wenn ein Unternehmen umweltschonend produzieren möchte, steht es immer noch im Konkurrenzkampf gegen seinen Mitstreiter auf dem Markt.

Somit ist es für die im Kapitalismus produzierenden Unternehmen notwendig, dass:
– bei der Förderung von Ressourcen äusserst giftige Stoffe verwendet werden.
– die Gesundheit von Arbeiter_innen geschädigt wird.
– da produziert wird, wo die Lohnkosten am niedrigsten gehalten werden können.
– einzelne Komponenten eines Produktes mehrmals über den Erdball transportiert werden um dort zu niedrigeren Lohnkosten produziert zu werden.
– das Endprodukt tausende von Kilometer zurücklegt um schlussendlich bei seinem Käufer anzukommen.
– natürliche Ressourcen verschlissen werden (Bodenversalzung, Waldrodung, Erosion, Grundwasserstand).
– AKWs als billige Stromerzeuger dienen.

Nachhaltigkeit hat im Kapitalismus keinen Platz. Alles was zählt ist Profit und Wachstum. Da der im Kapitalismus herrschende Konkurrenzkampf, wie oben erwähnt, Grund für die tägliche Umweltzerstörung ist, liegt die Lösung nahe. Nur durch die Überwindung des Kapitalismus kann unsere Umwelt wirklich geschont werden. Wir wollen eine Wirtschaft, die nach Bedarf und nicht nach dem Profit ausgerichtet ist. In der es nicht um kurzfristige Gewinne, hohe Profite und stetiges Wachstum geht, sondern darum nachhaltig zu Produzieren, ohne dabei Mensch, Tier und Natur zu zerstören.
Für die Soziale Revolution !

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