Zug um Zug Besetzung

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2012/12/88271.shtml)
Heute Abend haben wir uns ein BINZchen Freiraum zurückgeholt. Über 100 Menschen haben sich im Bahnhof Bern eingefunden, um zusammen einen Zug zu besetzen und ihn als vorübergehenden Freiraum zu nutzen.
Wenn ihr uns Freiräume wie die Binz in Zürich, den Hammer in Luzern, die Reitschule in Bern, die Villa Rosenau in Basel (es gibt x weitere Beispiele) nehmen wollt, wehren wir uns. Wir lassen uns nicht vertreiben, wir nehmen uns den Raum wieder. Wir nehmen uns die Strasse oder die Schienen, wir beleben leere Häuser und Plätze, wir holen uns unser Leben wieder zurück. Da stoppt uns auch die herrschende Gewalt nicht, die vergeblich mit einem massiven Polizeiaufgebot in Bern auf uns wartete.
BINZ bleibt BINZ!
Unsere Solidarität gegen ihre Gewalt!
Zug um Zug Richtung Freiheit!
Solidarität mit allen Freiräumen!

Aktuell und brisant: Die Binz ist bedroht. Diesmal topseriös.
In Zürich ist seit Mai 2006 das Fabrikareal an der Üetlibergstrasse 111/111a besetzt. Heute wohnen rund 50 Menschen dort. Mehrere hundert Personen nutzen das Areal tagtäglich. In den Werkstätten wird gearbeitet, Theatergruppen und Bands proben, Filmprojekte werden realisiert, der Trainingsraum ist ausgelastet. Leute kommen um etwas zu machen und sich mit anderen auszutauschen. Das ist die Binz, sie ist in voller Blüte, bietet vielen Menschen eine Existenz und Raum für die Verwirklichung ihrer Ideen.
Nun wird dieser Freiraum bedroht: Im Februar 2012 hat das Immobilienamt der Pensionskasse Stiftung Abendrot den Zuschlag für das Baurecht auf dem Areal der Binz gegeben. Nebst den 180 Studios für Universitätsspital-Personal, die in der Ausschreibung vorgegeben waren, plant Abendrot 150 Wohnungen.
Im April 2013 will der Kanton die Binz abreissen und nach der anschliessenden Altlastensanierung der Stiftung Abendrot geräumt, gesäubert und saniert übergeben. Diese will im Herbst 2013 mit dem Neubau beginnen.Wird die Binz im April abgerissen, ist mit einer Baubrache von mindestens einem halben Jahr zu rechnen.
So fällt wieder ein alternativer Freiraum der Aufwertungspolitik zum Opfer. Die (Stadt-)politik ist einzig und allein daran interessiert, ein zahlungskräftiges Publikum anzuziehen – denn diese Leute füllen die Stadtkassen. Eine Stadt funktioniert wie ein Unternehmen: profitorientiert!
Deshalbe solidarisieren wir uns mit der Binz und allen Freiräumen.

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