Demo Freiheit für Seda

Inhalt:
1. Aufruf
2. Medienbericht
3. Solitranspi

1. Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2013/05/89533.shtml)
Letzten Dienstag wurde unsere Freundin Seda in Italien festgenommen. Ihr fehlte ein Dokument, welches sie als politischer Flüchtling in der Schweiz ausgewiesen hätte. Obwohl dieses Dokument sofort nachgereicht wurde, hält sie die italienische Justiz weiterhin in Isolationshaft fest und verweigert ihr jeglichen Kontakt zu Freunden und Angehörigen. Verständlicherweise geht es ihr sehr schlecht.
Seda wurde nicht darüber informiert, dass nicht wie geplant Rekurs gegen den Haftbefehl von Interpol eingereicht wurde. In dieser Unwissenheit reiste sie mit ihrem Freund in die Ferien nach Italien.
In der Türkei warten 7 ½ Jahre Gefängnis auf Seda, da sie an einer Kundgebung teilgenommen hat und aufgrund dessen verurteilt wurde. Sie soll für eine „illegale Vereinigung“ Propaganda gemacht haben. (Die Türkei illegalisiert regierungskritische Organisationen, obwohl sie in allen anderen Ländern legal sind.)
Die Türkei missbraucht Interpol Haftbefehle um regierungskritische Menschen zu verfolgen. Seda hat politisches Asyl in der Schweiz erhalten, ist also legal in die Schweiz aufgenommen.
Laut der Genfer Konvention müssen politisch verfolgte Menschen auch ausserhalb des asylgebenden Staates vor Verfolgung und Repression geschützt werden.
Unsere Forderung ist klar: Wir verlangen, dass die italienische Justiz den Entscheid der Schweiz, dass Seda als politischer Flüchtling anerkannt ist, akzeptiert. Sie soll umgehend freigelassen und keinesfalls dem Folterstaat Türkei ausgeliefert werden.
Mal wieder wird uns bestätigt, dass der Umgang mit Migrantinnen und Migranten sowohl in der Schweiz, wie auch überall menschenverachtend ist.

Freiheit für Seda!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Demonstration am Sonntag 5.5.13 15Uhr Heiliggeistkirche, Bern


2. Medienbericht (Originalquelle: http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Demo-fuer-eine-28jaehrige-Tuerkin/story/31091058)
Mit Fahnen und Transparenten zogen am Sonntagnachmittag schätzungsweise 200 Menschen durch Berns Innenstadt, um gegen die Verhaftung einer Frau zu demonstrieren.
Die Verhaftete stammt aus der Türkei, wohnt in Bern und wurde letzten Dienstag während einer Reise in Italien festgenommen. Das «Bündnis alle gegen Rechts» und Freunde der Verhafteten hatten zur Spontandemonstration aufgerufen. Laut Angaben von Demonstrierenden sollte der Umzug zur italienischen und französischen Botschaft führen.
Die Frau habe in der Schweiz politisches Asyl erhalten und besitze den B-Ausweis, schreiben die Initianten in Medienmitteilungen. Ihr habe aber ein Dokument gefehlt, welches sie als politischen Flüchtling der Schweiz ausweise. Obschon dieses Dokument «sofort nachgereicht» worden sei, halte die italienische Justiz die Frau weiterhin in Isolationshaft. Ihr drohe die Ausschaffung in die Türkei.

Politische Flucht akzeptieren
Dort wurde die 28-Jährige zu 7,5 Jahren Haft verurteilt, weil sie für eine illegale Vereinigung Propaganda gemacht haben soll. Die Türkei habe via Interpol einen Haftbefehl gegen sie erlassen, gegen den nicht wie geplant Rekurs eingereicht worden sei.
Die Demonstranten wollen mit ihrer Aktion auf den Fall aufmerksam machen. Sie fordern, dass die italienische Justiz ihren Status als politischen Flüchtling akzeptiert und sie frei lässt.
Laut der Polizei verläuft die Demonstration zurzeit ruhig. Mitarbeiter von Bernmobil begleiteten die Demonstration – wegen der Baustelle an der Marktgasse ist die Schauplatzgasse, durch die Demonstration führte, eine wichtige Achse für die Tramersatzbusse. ÖV und Demozug kamen aber gut aneinander vorbei.

3. Solitranspi (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2013/05/89590.shtml)