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Hausbesetzung Murtenstrasse (Familie Bo)

Hausbesetzung Murtenstrasse (Familie Bo)

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Weiteres-Haus-in-Bern-besetzt/story/10326698)
Weiteres Haus in Bern besetzt
Nach der Murtenstrasse 34a ist in unmittelbarer Nachbarschaft ein weiteres Haus des Kantons besetzt worden. «Familie Bo» möchte bis zum Abriss des Hauses darin bleiben – wie die Kollegen im Nachbarhaus.

Nach der Besetzung an der Murtenstrasse 34a ist nun auch das Nachbarhaus in der Nummer 32 besetzt worden. Eine Gruppe, die sich offenbar Familie Bo nennt, will laut einer Mitteilung bis zum Abriss der Liegenschaft darin wohnen. Wie das seit Ende August vom Besetzerkollektiv «Serafin und Plum» besetzte Haus an der Murtenstrasse 34a soll jenes an der Murtenstrasse 32 abgerissen werden, sobald der Kanton mit der Realisierung des Gesamtentwicklungsplans «Insel Nord» starten kann. Weil der Termin dafür noch unklar ist, erhielt das Kollektiv «Serafin und Plum» im September vom Kanton einen Gebrauchsleihvertrag, der bis zum Abbruch der Kantonsliegenschaften gültig sein soll.
Den Mietern des neu besetzten Hauses an der Murtenstrasse 32 ist auf Ende November 2014 gekündigt worden, wie ein langjähriger Mieter vor Ort sagte. Die meisten Wohnungen seien deshalb in den letzten Wochen verlassen worden. Als die Besetzer der Nachbarliegenschaft vom gleichen Eigentümer einen Vertrag erhielten, hätten die verbliebenen Mieter auf das gleiche Recht gepocht. Dieses sei ihnen vom Kanton gewährt worden. Das bedeutet, dass nun an der Murtenstrasse 32 die Wohnungen, die leer standen, besetzt sind; in den anderen wohnen die Mieter, die am längsten ausharrten und nun bis zum Abbruch bleiben dürfen.

Auf einen Vertrag hofft nun auch Familie Bo. «Eine herzlose Frist, eine Absage oder gar die polizeiliche Räumung» würde «ein trauriges Zeichen» setzen, schreibt sie in ihrer Mitteilung. «Junge Menschen brauchen bezahlbaren Wohnraum, Arbeitsstätten und attraktive Freiräume.» Die profitorientierte Wohnpolitik dagegen raube den Menschen Zeit, Energie und Geld.
Beim für die Liegenschaft zuständigen kantonalen Amt für Grundstücke und Gebäude habe man seit Montagmorgen Kenntnis von der Besetzung, hiess es auf Anfrage. Man werde mit den Besetzern Kontakt aufnehmen und schauen, ob sich auch für diesen Fall eine Lösung finden lasse.