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Farbanschlag KPT

Farbanschlag KPT

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2014/12/94000.shtml)
Wir haben in der Nacht vom 21.12 auf den 22.12 den Hauptsitz der KPT Krankenkasse an der Tellstrasse in Bern mit Farbe markiert. Der Angriff richtet sich gegen jede Form von Bevormundung und Ausbeutung.
Die Krankenversicherungsbeiträge gehören zusammen mit den Mietkosten und den Steuern zu den Hauptausgaben der meisten Menschen. Gerade jene, die in prekären Verhältnissen leben haben Mühe die Beiträge bezahlen zu können.
Wer nur die günstigsten Beiträge zahlen kann, muss im Krankheitsfall entsprechend tief in die Tasche greifen. Günstige Modelle bieten wiederum schlechtere und unflexiblere Versorgungsmöglichkeiten. Die daraus resultierende Folge ist eine Mehrklassensystem innerhalb des Gesundheitswesens.
Gerade kranke oder für Krankheiten anfällige Menschen werden trotz staatlicher Versicherungspflicht von den Krankenkassen oftmals gar nicht erst versichert und in der Regel aufgrund fehlender finanzieller Mittel von der benötigten medizinischen Versorgung ausgeschlossen. Günstige Versicherungen werden nicht mehr angeboten und die Prämien werden von Jahr zu Jahr immens erhöht, obwohl die Krankenversicherungen ordentliche Reserven besitzen und zusätzlich Milliarden Gewinne einfahren.
Weiterhin haben wir die KPT Filiale im Wankdorfquartier auch deshalb angegriffen, weil wir keine Aufwertung der Quartiere wollen. Die Stadt verfolgt seit Jahren eine konsequente Strategie der Gentrifizierung, in dem sie Freiräume bekämpft oder vertreibt und einkommensstarke Menschen oder Firmen in die Quartiere locken will. So wurde in den letzten Jahren das Bauprojekt „Wankdorf City“ lanciert bei dem Grosskonzerne wie die KPT aber auch die Post, SBB oder die Baufirma Losinger Marazzi AG ihre neuen Hauptsitze beziehen werden. Hinzu kommt die Neugestaltung am Guisanplatz, für die eidgenössischen Departemente für Justiz- und Polizei sowie für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Gegen weitere Prestigeprojekte wie die Luxuswohnungen in der Lorraine regt sich bereits seit Projektbeginn ein breiter Widerstand aus dem Quartier.
Wir fordern eine Welt in der jeder Mensch freien und kostenlosen Zugriff auf medizinische Versorgung hat
Wir fordern Freiräume statt Gentrifizierung
Für eine soziale Revolution und eine herrschaftsfreie Welt