Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Hausbesetzung Nesslerenweg

Hausbesetzung Nesslerenweg

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Familie-Fehr-besetzt-Einfamilienhaus-in-Wabern/story/28353275)
«Familie Fehr» besetzt Einfamilienhaus in Wabern
Wabern
Am Dienstagabend wurde in Wabern ein leerstehendes Einfamilienhaus in einem ruhigen Wohnquartier besetzt. Das Kollektiv «Familie Fehr» hofft auf eine vorübergehende Nutzungsvereinbarung mit der Kirchgemeinde Köniz.
Die Fensterläden sind geschlossen, die Hauswände im Eingangsbereich mit Efeu überwachsen. An der Tür klebt ein Zettel mit der Aufschrift: «Dieses Haus wurde besetzt. Wir haben mit den Eigentümern Kontakt aufgenommen.»

Hinter der Hausbesetzung am Nesslerenweg 20 in Wabern steckt das Kollektiv «Familie Fehr». Per E-Mail gab es am Mittwochmorgen bekannt, dass es Dienstagabend das Einfamilienhaus in Beschlag genommen hat. «Auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf haben wir die seit einiger Zeit leer stehende Liegenschaft der Kirchgemeinde Köniz entdeckt.»

Besetzer hoffen auf Gesprächsbereitschaft
Bei einem Besuch vor Ort erschienen zwei mit Sonnenbrille, Schal und schwarzer Kapuze verhüllte Personen am Fenster im zweiten Stock. Sie erklärten, dass man an den vielen Hausbesetzungen in Bern sehe, dass es massenhaft leer stehende Häuser gebe und auf der anderen Seite viele Leute ein Wohnungsproblem haben.

Die leer stehende Liegenschaft ist ein ehemaliges Pfarrhaus der Kirchgemeinde Köniz. «Wir hoffen, dass sich die Kirchgemeinde gesprächsbereit zeigt und wir gemeinsam eine vorübergehende Nutzungsvereinbarung treffen können», so die Hausbesetzer.

Polizei vor Ort?
Für die Liegenschaftsbesitzerin bestätigte Kirchgemeinderat Thomas Blättler vorerst den Eingang der Meldung. Im Lauf des Tages kam es dann zu einem direkten Kontakt mit den Besetzern, wie die Kirchenbehörden am Abend verlauten liessen. Es gehe darum, die Situation zu klären, schrieben sie im Communiqué. Weitere Angaben machten sie nicht. Sie strichen nur noch hervor, dass die Besetzung «ohne Einwilligung der Kirchgemeinde» passiert sei.

Wie die Hausbesetzer in einer E-Mail weiter schrieben, war am Mittwoch auch die Polizei vor Ort. Diese bestätigte lediglich, Kenntnis von der Besetzung zu haben. Man bespreche das weitere Vorgehen mit der Kirchgemeinde.

Sechs Hausbesetzungen in einem halben Jahr
In Bern haben sich im letzten halben Jahr Hausbesetzungen gehäuft. Erst vergangene Woche wurde in der Länggasse ein Haus besetzt und einen Tag später von der Kantonspolizei geräumt. Ende Jahr wurde auf dem Wifag-Areal im Wyler ein leerstehendes Industriegebäude von Hausbesetzern in Beschlag genommen – bereits zum zweiten Mal seit April 2013.

Anfang Oktober kam es an der Scheibenstrasse 54 zur Besetzung einer SBB-Liegenschaft. Im September wurde ein Bauernhaus an der Matzenriedstrasse 94 innerhalb von vier Wochen sogar zweimal besetzt. Auch Ende August kam es zu einer Hausbesetzung an der Murtenstrasse 34a.