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Video Kein Bock auf Nationalismus

Video Kein Bock auf Nationalismus

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2015/07/95551.shtml)


!Kein Bock auf Nationalismus!
Im folgenden Text sollen die Gedanken und Absichten der Autorinnen und Autoren zum Kurzvideo „Kein Bock auf Nationalismus“ erläutert werden. Es ist den Macherinnen und Machern des Videos bewusst, dass darin – wie auch im Erklärungstext – nicht eine vollständige Analyse dieser Gesellschaft gemacht wird. Doch wird es als Notwendig betrachtet, Argumente gegen die Nation und ihren ideologischen Glauben (Nationalismus) zu suchen und zu benennen. Das Video wird als Beitrag gegen den herrschenden Nationalismus in einer kapitalistischen Gesellschaft verstanden und soll als Beitrag innerhalb der revolutionären Linken verstanden werden.
Was 365 Tage im Jahr bei jeder Abstimmung und Wahlkampf propagiert wird, bekommt am Nationalfeiertag (so in der Schweiz am 1. August) einen expliziten und ausserordentlichen Stellenwert: Der Nationalismus in den Köpfen der bürgerlichen Bevölkerung im Alltag, sowie im Handeln der Politikerinnen und Politiker (aka. Berufsnationalisten). In Reden von Neonazis, zu bürgerlichen (Gross-) Konzernbesitzer*innen bis zu linken Bundesräten wird klar gemacht, dass der und die Schweizer*in dankbar und stolz auf ihr*sein Land sein sollen.
Wir sehen KEINEN vernünftigen Grund dafür – weder um auf den Staat (sei dies die Schweiz, USA oder sonst ein bürgerlicher Staat) stolz zu sein, noch sich damit zu identifizieren.Die Nation ist ein Konstrukt und eine Idealisierung des Staates und seinem Volk zu einem angeblichen „natürlichem Höheren“, dessen sich alle Klassen und Institutionen unterordnen sollen, um ihm zu dienen. Nationalismus ist die persönliche Stellung zu diesem Konstrukt. Schliesslich wird dafür das Dauerbrenner-Argument „geht es der Schweiz als Nation gut, geht es der Bevölkerung gut“ verwendet und zusammengepappt als „Erfolgsmodell Schweiz“ vermarktet im Standortwettbewerb ums Kapital.
Unsere Bedürfnisse und Interessen haben in einem Staat keinen Platz; im Ernstfall muss man ihm sogar das Leben opfern, wenn es darum geht, in den blutigen Krieg für die Nation zu ziehen und sie gegen andere Nation zu verteidigen. Der einzige und entscheidende Faktor – ob auf unsere Interessen und Bedürfnisse Rücksicht genommen wird – ist das Vorantreiben der Nation im Konkurrenzverhältnis zu den anderen Nationen. So verzichtet die nationalistisch denkende Bevölkerung bei nationalen Abstimmungen freiwillig auf mehr Ferien oder mehr Lohn in ihrem Interesse, damit der Erfolg der Schweiz bestehend bleibt. Stress, Leistungsdruck, Ausbeutung und zu wenig Zeit für die eigenen Interessen sind das Resultat davon. Die gegensätzlichen Klasseninteressen und Konkurrenzverhältnisse innerhalb der Bevölkerung werden ignoriert und bei Seite gelegt – besonders an diesen Tagen besinnt man sich auf eine angebliche „Einheit als Nation“. Es ist klar, dass nationale Feiertage und (Schweizer-)Flaggen nur nationalistische Symbole sind, denn der Ursprung des Nationalismus sitzt tief in der bürgerlichen Staatsideologie und ist in den Köpfen stark verankert. Es wird erwartet, dass sich alle diesem konstruierten „Wir“ (Einheit) unterwerfen und dienen.
Statt die Nation abzufeiern und auf den „Sozialschmarotzer“ oder den arbeitslosen Nachbarn wütend zu sein – weil diese nicht ihren Teil zum Erfolg der Nation beitragen – müssen wir die Herrschenden bekämpfen. Antifaschistischer Widerstand muss aufgebaut werden und zusammen müssen über die Grenzen hinweg denkend die bestehenden Verhältnisse zum stürzen bringen.
Dieses selbstgeschaffene „Wir“ (was soll eine Lohnarbeiterin aus der Fabrik in Basel mit dem koksenden CEO-Bänker aus dem Tessin gemeinsam haben?) wird als „natürlich“ hervor beschworen, was als harmonische Gesellschaft gedacht wird, welche nur durch Ausüben von Gewalt (Armee, Polizei, Richter,…) zusammen gehalten werden kann. Es lässt sich konkret festhalten, dass in einer kapitalistischen Gesellschaft nur jenes Platz hat, was Profit abwirft und im Interesse des Staates dient. Das konstruierte „Wir“ ist Motor und Antrieb, um uns täglich zu unterwerfen und für den/die Chef*in zur Arbeit zu gehen, um Ende des Monats schauen zu müssen, wie man über die Runden kommt. Doch für die Nation müsse man halt auch mal zurück treten… Die Bevölkerung ist für den Antrieb der Nation nur das Mittel zum Zweck.
Dies ist absoluter Schwachsinn und fernab von jeder Vernunft: Kämpfen wir GEGEN eine Gesellschaft, die auf Ausbeutung, Unterdrückung, Konkurrenzzwang und Lohnarbeit beruht. Wir treten gegen diese nationalen Feiern und ihren Nationalismus an und gegen diese Gesellschaft im Kern und den Kapitalismus.
Lasst uns deshalb FÜR eine vernünftige Gesellschaft ohne Staat, Nation, Grenzen und Kapital kämpfen. Zerstören wir das konstruierte „Wir“ und kämpfen wir für unsere Klasseninteressen. Organisieren wir uns, bilden Banden und gestalten wir eine vernünftige Gesellschaft auf den Trümmern der Alten.
Kein Bock auf Nationalismus – siempre Antifa!