Demo gegen Überwachung

Inhalt:
1. Aufruf
2. Communiqué
3. Medienbericht

1. Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2015/08/95693.shtml)
Am 5. September gibt es in Bern eine Veranstaltung gegen den Überwachungsapparat statt. Ab 15 Uhr gibt es Vorträge und Performance auf der Schützenmatte in Bern, um 18 Uhr findet dann noch der Stadtrundgang gegen die totale Überwachung statt. Anschliessend spielen diverse Acts (AchtVier, Raptus di Follia, Shake One, Nativ, Randy Akozta) wiederum auf der Schützenmatte.
!Mit Spektakel, Kunst und Kreation gegen Kontrolle und Bevormundung!
!Gegen die totale Überwachung, für die Freiheit und das Leben!
!Gegen staatliche und wirtschaftliche Überwachung aller Menschen!
!Für Privatsphäre und wahrhaftig demokratische Verhältnisse!

*Was wird überwacht? Und warum?*
Der Teleschirm ist für uns ein Symbol, denn er verkörpert die totale Kontrolle. Wenn wir zu Hause sind, glauben wir geschützt und sicher zu sein. Doch das stimmt leider nicht: Fernseher, Computer und Handys sind heute wie der Teleschirm mit Kameras ausgerüstet. Und Kameras mit Internetverbindung können manipuliert und von aussen gesteuert werden! Ein Fremder in unserer Wohnung? Was für uns undenkbar scheint, ist für Hacker und Geheimdienste ein Kinderspiel. Aber auch nachträglich kann man uns problemlos durchleuchten. Was wir im Internet tun, mit wem wir telefonieren, welche TV-Sendungen wir uns ansehen, welche Produkte wir bestellen, was wir auf unseren E-Banking, Facebook und Google-Accounts tun: Alles wird auf den Servern von Swisscom, Cablecom, Google, Facebook usw. gespeichert. Wer alles darauf Zugriff hat, wissen wir nicht. Das Smartphone ist dabei der grösste Fluch: Wir machen praktisch alles damit. Und dadurch bietet es sich an, vor allem dieses Gerät, das wir immer auf uns tragen, zu überwachen.

Grob gesehen gibt es zwei Arten der Überwachung: Erstens diejenige des Staates, d.h. Geheimdienste, Polizei usw. und zweitens diejenige der Wirtschaft, d.h. private Unternehmen. Die Privatwirtschaft funktioniert im heutigen Wirtschaftssystem nach Wachstums- und Profitlogik. Und deshalb ist es für sie interessant, möglichst alles über uns zu wissen. Kennt man unsere Vorlieben und Interessen, kann man uns massgeschneiderte Angebote (z.B. Werbung) schicken. Dann geben wir unser Geld schneller aus. Unser Verhalten wird analysier- und voraussehbar. Und wir werden lenkbar.
Der Staat und seine Behörden möchten verhindern, dass Menschen ihn hinterfragen und zu ändern versuchen. Deswegen sammelt er so viele Daten wie möglich von uns, um frühzeitig zu merken, wenn sich jemand „staatsfeindlich“ äussert oder betätigt. Also z.B. etwas gegen die Regierung auf Facebook postet. Oder bei einer Demonstration Parolen gegen den Staat ruft. Politische Strömungen ausserhalb der Parteipolitik stehen unter Generalverdacht. Die dort aktiven Menschen will er überwachen und falls nötig rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen. Fast alle Kantone (und die Geheimdienste sowieso) haben Register, in denen potenziell Gefährliche vermerkt sind. Darin aufgenommen zu werden, ist nicht schwer. Das wissen wir seit den Fichenskandalen in der Schweiz.
Und spätestens seit Snowdens NSA-Enthüllungen wissen wir, dass die grössten Geheimdienste der Welt ernsthaft daran arbeiten, ALLE Daten, die von uns irgendwo existieren, zu sammeln und zu analysieren!

*Wer wir sind*
Wir sind verschiedenste Menschen, die sich dem Überwachungs- und Kontrollwahn nicht ohnmächtig hingeben wollen. Es gibt beispielsweise einfache praktische Tipps & Tricks, wie man sich vor Überwachung schützen kann. Wir möchten aufzeigen, was überwacht wird, wieso und wie das ganze funktioniert und wir wollen aus dem ausgeliefert sein ausbrechen und die bestehenden Missstände, mögen sie auch noch so gross sein, angehen.
Durch Geheimhaltung, dem darausfolgenden Unwissen oder aufgrund der Gleichgültigkeit der Überwachten (von uns allen), ist die globale Überwachung überhaupt erst möglich. Indem du dich mit diesem Thema beschäftigst gehst du den ersten Schritt in Richtung einer freieren Welt!


2. Communiqué (Originalquelle: https://www.facebook.com/1984isnow.ch/posts/520159231473767)
Mediencommuniqé zur Veranstaltung „Music against surveillance“ und dem
Stadtrundgang gegen Überwachung
Heute Samstag fanden genannte Veranstaltungen statt. Ab 15 Uhr fanden sich Interessierte auf dem
Vorplatz des autonomen Polit- und Kulturzentrums Reitschule ein. Bis zum jetztigen Zeitpunkt (21 Uhr) besuchten rund 400 Personen die Veranstaltung.
Der Anlass „Music against surveillance“ bestand nicht nur aus Musik. Neben Konzerten der Bands und Rapper Raptus di Follia, Achtvier, Tarik One und Nativ fanden auch andere Darbietung statt.
Zum Beispiel eine Feuershow und eine Akrobatikperformance. Inhaltlich trug Carlos Hanimann mit einer Rede zum Thema bei. Zusätzlich gab es verschiedene Installationen. Darunter der hölzerne Turm auf der Schützenmatte. Anhand der Form des Turmes, einem Fünfeck, wurde auf das Panoptikum als Instrument der Totalüberwachung angespielt. Neben Augen, die in alle Richtungen starren und in der Nacht leuchten, weist der Turm auch auf die Festung Europa hin. Ein Mensch, der im Stacheldraht hängen geblieben ist, ist das Symbol dafür. Bei der Bühne des Festes gab es eine visuelle Installation zu sehen: Ein überdimensionales Smartphone mit zwei riesigen
Überwachungskameras. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Eine Volxküche und eine grosse Bar umrahmten das Fest. Um 19 Uhr startete der Stadtrundgang gegen Überwachung. Der Umzug bewegte sich durch die Innenstadt und endete wieder auf der Schützenmatte. Unterwegs gab es verschiedene Darbietungen.
Zudem wurde ein Flugblatt verteilt, das auf die Thematik des Anlasses hinwies. Dieses senden wir Ihnen im Anhang zu. Der friedliche und fröhliche Spaziergang verlief lautstark und kreativ.
Für weitere Fragen und Anmerkungen besuchen Sie die offizielle Seite des Kollektivs 1984 is now
unter www.truthhurts.ch.
Freundliche Grüsse
Das Kollektiv 1984 is now


3. Medienbericht(Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/300-personen-demonstrierten-in-bern-gegen-die-totale-ueberwachung/story/24964553)
300 Personen demonstrierten gegen die «totale Überwachung»
BernIm Rahmen des «Stadtrundgangs gegen die totale Überwachung» bewegte sich am Samstagabend ein Demonstrationsumzug von ungefähr 300 Leuten durch Berns Innenstadt. Die Kundgebung verlief friedlich.
Um 18 Uhr trafen sich etwa 300 Demonstranten in der Berner Reitschule, um sowohl gegen die Überwachung durch den Staat als auch durch Privatfirmen zu protestieren.

Um 18.45 Uhr verliess der Demonstrationsumzug die Reitschule und bewegte sich via Bollwerk und Speichergasse in Richtung Waisenhausplatz. Von dort aus führte der «Stadtrundgang» durch die Spitalgasse zum Bahnhofplatz und schliesslich zurück auf die Schützenmatte.

Wie ein Reporter vor Ort berichtete, waren etwa ein Drittel der Demonstranten vermummt. Auf Transparenten waren Parolen wie «Keep your data» oder «Stop Pos(t)ing» zu lesen. Die Polizei war präsent, hielt sich aber im Hintergrund. Die Polizeikaserne am Waisenhausplatz wurde durch Polizeigrenadiere abgeriegelt. Die Kundgebung war nicht bewilligt. Bis auf einige Stickers, die unterwegs auf Gebäude, Scheiben und Pfosten geklebt wurden, wurde nichts beschädigt. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Ziel des Anlasses ist es gemäss einer Mitteilung auf dem Onlineportal Indymedia, die Leute auf die zunehmende Überwachung aufmerksam zu machen. «Durch Geheimhaltung, dem darausfolgenden Unwissen oder aufgrund der Gleichgültigkeit der Überwachten (von uns allen), ist die globale Überwachung überhaupt erst möglich. Indem du dich mit diesem Thema beschäftigst gehst du den ersten Schritt in Richtung einer freieren Welt!», ist dem Aufruf zu entnehmen. Für den späteren Abend sind Konzerte auf der Schützenmatte angekündigt.