Gegenprotest Marsch fürs Läbe

Inhalt:
1. Aufruf
2. Ankündigung PNOS am Marsch fürs Läbe
3. Unterbindung Gegenprotest
4. Aufruf bleibt bestehen
5. Liveticker
6. Communiqué
7. Bericht Anarchistische Gruppe Bern
8. Bilder
9. Medienbericht


1. Aufruf (Originalquelle: https://bernstelltsichqueer.noblogs.org/post/2018/08/13/aufruf-zur-demo-gegen-den-marsch-fuer-slaebe/)

Demo am 15. September, Neu: 14:45 Uhr (!), Bahnhofplatz Bern
Am 15. September will ein Zusammenschluss von verschiedenen fundamentalistischen Organisationen zum zweiten Mal einen „Marsch fürs Läbe“ auf dem Bundesplatz durchführen, um ihre Propaganda gegen Abtreibungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Organisationen hinter dem Marsch sind europaweit vernetzt und haben in anderen Ländern Verbindungen zu rechtsradikalen Gruppen wie beispielsweise der AfD oder der Identitären Bewegung, die sich alle im Antifeminismus vereinen. Der Marsch fürs Leben setzt auf veraltete Frauen*- und Geschlechterrollen, fernab jeglicher Selbstbestimmung. Frauen* sollen unterwürfige Gebärmaschinen sein, lesbische, schwule, bi sowie trans* Menschen werden als krankhaft angesehen und sollen wegtherapiert werden.

Wo immer der Marsch fürs Läbe in den vergangenen Jahren auftrat, wurde dieser von Gegenaktionen begleitet und gestört. Auch dieses Jahr wollen wir den Aufmarsch der Fundis nicht unbeantwortet lassen. Für uns ist der Kampf gegen die fundamentalistischen Werte stets verbunden mit einem Bestreben für eine emanzipatorische Welt, in der die Diversität der Menschen und deren Lebensweisen ein wichtiger Teil ist. Eine Welt, in der man selbstbestimmt und kollektiv organisiert leben kann.
Deswegen rufen wir am 15. September in Bern zu einer lauten, kreativen und breiten Gegendemonstration auf, mit dem Ziel ein hör- und sichtbares Zeichen zu setzen. Dazu haben wir einige Vorschläge von Dingen, die man mitnehmen kann um Lärm zu erzeugen, zu stören oder eine sichtbare Botschaft zu hinterlassen:

Pfannendeckel – Pfannen mit Stock – Trillerpfeifen – Musikinstrumente – Wasserballone – Glitzerballone – Wasserpistolen – Wecker – Megafon – Kreide – Druckhorn – Papierflugzeuge – Transpis – Schilder – Fahnen (Aber Parteifahnen finden wir doof) – Flyer – und noch vieles mehr…

-> nicht vergessen: der Lärm ist auch für uns laut, deshalb: Oropax! 🙂

Es wird auch ein Antirep und Kinderbetreuung geben, weitere Infos werden folgen.
Die Kämpfe gegen christlichen Fundamentalismus finden während dem ganzen Jahr auf alle möglichen Arten statt. Wir solidarisieren uns mit den verschiedenen Gegenprotesten, die in den nächsten Monaten gegen solche Märsche demonstrieren werden (siehe Unten)!
– 2.-19. August Pro Life Tour der Jugend für das Leben
Fundiwanderung von München nach Salzburg
– 11. August 1000 Kreuze Marsch Fulda
– 15. September Marsch für das Leben Bern
– 22. September Marsch für das Leben Berlin


2. Ankündigung PNOS am Marsch fürs Läbe (Originalquelle: https://www.derbund.ch/bern/stadt/nun-kommen-auch-die-rechtsradikalen/story/17114118)
Nun kommen auch die Rechtsradikalen
Die rechtsextreme Partei Pnos will die Demo von Abtreibungsgegnern in Bern besuchen. Die christlich-konservativen Veranstalter distanzieren sich nicht von der Pnos.
Die christlich-konservativen Abtreibungsgegner vom Marsch fürs Läbe (MfL) erhalten für ihre Veranstaltung am nächsten Samstag auf dem Bundesplatz Unterstützung aus dem rechtsextremen Lager. Die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) teilte kürzlich auf ihrer Homepage mit, am Anlass teilnehmen zu wollen. Die Begründung des Pnos-Vorsitzenden der Sektion Solothurn, Marcel Egger: «Abtreibung ist Mord.»
Dass Mitglieder der Pnos an der Veranstaltung teilnehmen wollen, habe sie nicht gewusst, sagt die MfL-Medienverantwortliche Beatrice Gall auf Anfrage. Es stört sie auch nicht. Sie habe noch nie gehört, dass Leute von der Pnos an ihren Veranstaltungen teilgenommen hätten. «Daher sehe ich im Moment keinen Grund, zur Pnos Stellung zu nehmen», sagt Gall. Mit der rechtsradikalen Szene und gewalttätigem Extremismus wolle man zwar nichts zu tun haben. Solange jemand friedlich sei, könne man ihn jedoch nicht daran hindern, teilzunehmen. Sie sagt dies, obwohl gerichtlich festgestellt wurde, dass die Pnos rechtsextremes Gedankengut vertritt. 2005 verurteilte das Bezirksamt Aarau fünf Pnos-Parteigründer wegen des rassistischen Parteiprogramms.

«Abtreibung ist Mord»
Das Parteiprogramm der Pnos ist in gesellschaftlichen Fragen allerdings deckungsgleich mit der Position der Abtreibungsgegner. Es verlangt die «rechtliche Nichtanerkennung von homosexuellen Partnerschaften und ein Verbot von Abtreibung».
Auch die Veranstalter bezeichnen Abtreibung als Kindstötung. «Wir sind der Meinung, dass Abtreibung in jedem Fall Mord ist», sagt Gall. Selbst nach einer Vergewaltigung gebe es andere Möglichkeiten für Mütter, sich vom Kind zu trennen, etwa eine Adoption oder Babyklappen. Solche Hilfsangebote müssten bekannter werden, so Gall. Nur wenn das Leben der Mutter gefährdet sei, solle eine Abtreibung legal sein. In der Schweiz stellt sich jedoch eine deutliche Mehrheit des Stimmvolks hinter das Recht auf Selbstbestimmung der Frau: Im Jahr 2002 stimmten 72,2 Prozent für die Fristenregelung. Diese erlaubt Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche. 81,7 Prozent lehnten eine Abtreibungsverbots-Initiative ab. Für Gall ist dies ein Ansporn, die Menschen darauf hinzuweisen, dass Abtreibungen zu psychischen und physischen Schmerzen führten. «Das ist ein grosses Tabu», sagt Gall.

Der Organisation «Bern stellt sich queer» geht das zu weit. Der MfL setze auf veraltete Frauen- und Geschlechterrollen «fernab jeglicher Selbstbestimmung», wie die Gruppe auf Facebook schreibt. Die Gegendemonstranten wollen mit Lärm die Veranstaltung stören. Auf die Ankündigung der Rechtsextremen, teilnehmen zu wollen, reagierte gestern eine anarchistische Gruppe. Auf Facebook kündete sie an, «bunt und kreativ gegen die Fundis» auf die Strasse gehen zu wollen.

Nause nicht überrascht
Um die Sicherheit der Demonstrationsteilnehmenden zu gewährleisten, wird die Polizei mit einem grossen Aufgebot im Einsatz sein. Im Gegensatz zu Gall überrascht den Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause die Teilnahme von Rechtsextremen nicht: «Dass es an der Veranstaltung einzelne Pnos-Aktivisten geben könnte, weiss man schon länger», so Nause. Wie bereitet sich die Polizei auf den Anlass vor? Einschlägig bekannte Personen werde man kontrollieren. Ausserdem wolle der Gemeinderat an diesem Tag keine weiteren Kundgebungen bewilligen, «weder Gegendemonstrationen noch parallele Aktionen der Pnos», sagt Nause.

Es gebe aus breiten Kreisen den Aufruf, die Veranstaltung zu stören. Daher könne die Stadt nur eine Platzkundgebung bewilligen, nicht aber einen Marsch durch die Innenstadt. Die Stadt will damit wüste Ausschreitungen wie an der SVP-Kundgebung 2007 vermeiden. «Ausserdem führt die Sanierung der Kirchenfeldbrücke ohnehin zu massiven Verkehrsproblemen, die bei einem Marsch noch potenziert würden.» Solche Einschränkungen seien für die Innenstadt nicht mehr vertretbar. Dass die Polizei trotz Meinungsfreiheit nicht für die Sicherheit garantieren könne, ist für Gall «ein Armutszeugnis für die Schweiz».
Es wird nicht einfach für Nause. Erschwerend kommt hinzu, dass am selben Tag der FC Zürich wegen des Schweizer Cups nach Bern reist, um gegen den FC Breitenrain anzutreten. «Es ist ein delikates Wochenende.»
Die Veranstaltung findet zum neunten Mal statt. Bern ist zum zweiten Mal Veranstaltungsort. 2016 versuchten Gegendemonstranten, die friedliche Veranstaltung zu stören.

3. Unterbindung Gegenprotest (Originalquelle: https://www.derbund.ch/bern/nachrichten/Stadt-Bern-untersagt-Gegendemos-zum-Marsch-fuers-Laebe/story/25297159)
Polizei rüstet sich für den Grosseinsatz
Die Abtreibungsgegner sollen am Samstag ungestört demonstrieren können. Unbewilligte Gegendemos sollen von der Polizei «unterbunden» werden.
Um «die Sicherheit der Kundgebungsteilnehmenden sowie unbeteiligter Passantinnen und Passanten» gewährleisten zu können, seien keine weiteren Kundgebungen zugelassen, teilte die Stadtregierung am Donnerstag mit. Der Gemeinderat habe demzufolge die Kantonspolizei beauftragt, «Störungen der öffentlichen Sicherheit zu unterbinden».
Zur Kundgebung auf dem Bundesplatz werden mehrere tausend Menschen erwartet. Viele von ihnen sollen – wie schon 2016 – mit Cars aus diversen Schweizer Städten direkt vors Bundeshaus auf den abgeriegelten Bundesplatz gefahren werden und dort am Abend wieder abgeholt werden.

Gegendemo auch ohne Bewilligung geplant
Dass sich Gegendemonstranten vom Verbot der Stadt abhalten lassen, scheint unwahrscheinlich. Die Organisatoren «Bern stellt sich queer» schreiben auf ihrer Webseite, dass sie das Vorhaben der Abtreibungsgegner mit oder ohne Bewilligung stören würden.
Auch die Antifa ruft zur Gegendemo auf, wenn auch ohne sich aktiv an der Organisation beteiligen zu wollen, wie sie auf Anfrage schreibt. «Wir mobilisieren lediglich dafür, indem wir auf die Demo aufmerksam machen und Infos von den Leuten in der Schweiz teilen.» Die Schweiz habe ein sehr restriktives Demonstrationsrecht, was dazu führe, dass fast keine politischen Demonstrationen genehmigt würden, insbesondere Gegendemos nicht.

Polizei wird Personenkontrollen durchführen
Auch die Kantonspolizei Bern (Kapo) rechnet offenbar mit Gegendemonstrationen. Sie rüstet sich für einen Grosseinsatz. Um das benötigte Personal stellen zu können, werde die Mehrheit der Polizeiwachen im Kanton am Samstag geschlossen, wie die Kapo schreibt. Weiter müsse «rund um die Veranstaltung mit Personenkontrollen gerechnet werden».
Aus Sicherheitsgründen würden auch mehrere Strassen und der Bundesplatz vorübergehend gesperrt – sowohl für Fussgänger wie für den Verkehr. Von zirka 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr gesperrt werden demnach die Achse Bundesgasse-Kochergasse ab Höhe Gurtengasse, die Achse Amthausgasse-Schauplatzgasse ab Höhe Inselgasse bis Höhe Hotel Bären sowie der Bundesplatz und das Käfiggässchen.

Angespannte Stimmung in Bern
Beim letzten «Marsch fürs Läbe» 2016 sorgten hunderte Polizisten dafür, dass damals 1700 Menschen aus dem christlich-konservativen Milieu vor dem Bundeshaus gegen Abtreibungen und Sterbehilfe demonstrieren konnten. Hunderte Gegendemonstranten aus linksautonomen Kreisen taten ihren Unmut in der Innenstadt kund.
Die Stimmung in Bern ist angespannt, nachdem es anfangs September vor der Reitschule zu heftigen Zusammenstössen zwischen Vermummten und der Polizei gekommen war. Der kantonale Polizeidirektor Philippe Müller (FDP) forderte in der Folge die rotgrüne Stadtregierung zum Handeln auf.
Müller nahm insbesondere die Reitschule ins Visier, die seiner Ansicht nach zu wenig gegen Attacken auf Polizisten tue und als Rückzugsort für gewaltbereite Demonstranten diene. Die Reitschulbetreiber konterten ihrerseits mit dem Vorwurf, die Polizei habe bewusst die Eskalation gesucht.

4. Aufruf bleibt bestehen (Originalquelle: https://bernstelltsichqueer.noblogs.org/post/2018/09/13/auf-die-strasse/)
Auf die Strasse!
Wie den Medien zu entnehmen ist, hat der Gemeinderat jegliche Gegendemonstration gegen den „Marsch fürs Läbe“ verboten. Dennoch halten wir weiterhin an unserem Aufruf fest, gegen christlichen Fanatismus auf die Strasse zu gehen.
Der „Marsch fürs Läbe“ (MfL) steht für ein frauenverachtendes und rückständiges Gesellschaftsbild. Im „Namen Gottes“ wird das Selbstbestimmungsrecht von Frauen* über ihren eigenen Körper verneint. Dies entspringt einem unterdrückenden und patriarchalen Gedankengut, welches wir entschieden ablehnen.

Dass auch die rechtsextreme PNOS zur Teilnahme am MfL aufruft, erstaunt uns nicht. Kommt es doch oft vor, dass christlich fundamentalistische Kreise mit Faschist*innen gemeinsame Sache machen bzw. dass sich die beiden Gruppen überschneiden.
Der Gemeinderat toleriert den MfL nicht nur, sondern erteilt der Polizei auch noch den Auftrag, dieses Begräbnis der Selbstbestimmung mit allen Mitteln zu schützen. Deshalb wurde jegliche Gegendemonstration verboten. Damit zeigt die staatliche Macht einmal mehr, welche Werte sie als schützenswert erachtet.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen in Freiheit über ihr Leben und ihren Körper bestimmen können. Wir lehnen alle Formen von Unterdrückung und Herrschaft ab. Deshalb rufen wir dazu auf, den Protest am Samstag auf die Strasse zu tragen. Der Widerstand gegen jegliche Unterdrückung ist heute und jeden Tag nötig.
Trotz der angedrohten Repression und der Medienhetze, lassen wir uns nicht einschüchtern und werden am Samstag mit einem lautstarken und bunten Demonstrationszug auf die Strasse gehen. Wegen der angedrohten Polizeigewalt: Schaut zu euren Freund*innen und euch selbst, bleibt spontan und bewegt euch nicht alleine.


5. Liveticker (Originalquelle: https://anarchistisch.ch/?p=2055 & https://barrikade.info/marsch-furs-laba-stoppa-d-f-en-1417)
Live-Ticker Anarchistische Gruppe Bern #be1509
17:29 Achtung rund um die Reitschule hat es noch massiv Polizei. Seid vorsichtig beim Heimgehen.
16:33 Herzlichen Danke an Alle. Bericht und Bilder folgen.
16:16 Demo Höhe Viktoriarain. Danach via Lorrainebrücke zur Reitschule.
15:49 demo beim Bäreplatz. Lärm für fundis. #be1509 #nofundis
15:39 Lärmiger Umzug kommt jetzt zum Bahnhofplatz. #be1509 #nofundis
15:29 Liebe für effy29, hass für die Polizei. Die Prozesse stehen nächstes Jahr an.
15:23 Demo jetzt mit 600+ beim Inselspital Richtung Effingerstrasse.
15:00 400+ ziehen Richtung Länggasse. Sollen die Fundis versauern. Wir nehmen uns die Strasse.
14:56 Demo jetzt Hirschengraben 200+ #be1509 #nofundis
14:46 Bahnhofplatz rund 150 Leute kommt alle. #be1509 #nofundis
14:32 Noch 15minuten. Kommt pünktlich.
14:12 Erste Personenkontrollen im und um Bahnhof. Passt auf und seid wachsam.
13:53 In München wird heute auch gegen Fundis (u.a. Pegida dabei) demonstriert. Grüsse gehen raus.
13:43 Situation Bahnofplatz: Meherere Wannen auf dem Platz und kleine Polizeigruppen am patroullieren. Bisher keine Personenkontrollen. Zudem ist es weiterhin möglich an den Juso-Stand bei der Heiliggeistkirche zu gehen.
13:28 Rund um Bahnhof kleinere Polizeigruppen unterwegs. Ansonsten viele Passant*innen in der Stadt und ruhige Stimmung.
13:15 Halber Bärenplatz wird durch Gitter abgerigelt. Zudem Sichtschutz beim Bundesplatz. Protest darf also nicht in Sicht- und Hörweite. Dafür immer noch wenig Polizeipräsenz. #be1509 #nofundis
13:03 Aktuell gut möglich sich in der Stadt zu bewegen. Vorsicht Raum Bundesplatz – Bahnhof – Bollwerk.
12:40 Bundesplatz wird für den Marsch fürs Läbe vorbereitet. Es gibt Gitter und Schleusen wie vor 2 Jahren.
12:22 Die Juso Stadt Bern verteilt bei der Heiliggeistkirche Ballone gegen Fundis.
10:22 Erste Fundis sind in der Stadt.
09:44 Parolenvorschläge:
Kein Gott, Kein Staat – Kein Patriarchat!
Küche, Ehe, Vaterland – unsere Antwort Widerstand.
Hät Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.
Her mit dem guten Leben, weg mit dem Marsch für leben.
Eure Kinder werden so wie wir. Eure Kinder werden alle queer.
Lsst es glitzern, lasst es krachen – Fundis ham` heut nix zu lachen.
Für die Freiheit für das Leben, Fundis von der Strasse fegen.
09:33 Erste relevante Infos zur Situation in der Stadt gibt es ab 12 Uhr

Liveticker barrikade.info
16:50:10 – 15.09.2018
Über 2000 Personen an der Gegendemo gegen den christlich-fundamentalistischen «Marsch fürs Läbe»!
Der sexistische Marsch ist nun zu Ende. „Marsch-fürs-Läbe-Präsident Daniel Regli sagt zum Schluss, man habe für nächstes Jahr in Zürich ein Gesuch eingereicht,“ so die BernerZeitung. Zürich, wir kommen!!!
Hiermit endet unser Live Ticker.
16:37:26 – 15.09.2018
Demo ist bei Reitschule angekommen. Es gibt Essen für alle!
16:32:10 – 15.09.2018
Aus der BernerZeitung: Ein „Gegendemonstrant schafft es aufs Gelände. Beim stillen Gebet ruft er zweimal laut «Gott ist tot». Nach einer Minute sind zwei Securitys bei ihm und überzeugen ihn zum gehen. Dann nahm die Polizei seine Personalien auf. Nach der Prüfung wird er abgeführt.“
16:25:37 – 15.09.2018
Demo geht auf Lorrainebrücke.
16:23:23 – 15.09.2018
Achtung, filmende Zivis (grüner Rucksack). Cops bei Lorrainebrücke; 3 Wannen auf Lorrainebrücke, 4 Wannen auf Lorrainestrasse, ca. 4 beim Parking.
16:11:00 – 15.09.2018
Polizei filmt Demo; 5 Wannen folgen der Demo.
16:06:00 – 15.09.2018
Demo auf Kornhausbrücke.
15:59:32 – 15.09.2018
Zivis in der Demo! Bisher keine Festnahmen.
15:54:33 – 15.09.2018
Demo stoppt am Bärenplatz. Sehr gute Stimmung, laut und bestimmt!
15:48:08 – 15.09.2018
Personenkontrollen bei der Heiliggeistkirche
15:32:12 – 15.09.2018
600+ Menschen an der Demo – zurzeit in der Effingerstrasse
5:26:08 – 15.09.2018
Personenkontrollen bei der Bundesgasse
15:19:56 – 15.09.2018
Aus der BernerZeitung: „Pnos-Regierungsratskanditat Yannick Nuoffer ist da. «Ich bin heute als Privatmann hier», sagt er. Bei der Einlasskontrolle habe es keine Probleme gegeben. Allerdings trägt er auch keine Parteisymbole auf sich.“
15:14:04 – 15.09.2018
Demo wachst auf 300+! Und biegt von der Länggasse in die Bühlstrasse ei
15:05:33 – 15.09.2018
Gut 1000 Leute auf dem Bundesplatz. Mehr als 200 Personen in der Gegendemonstration. Demo geht Richtung Länggasse
14:56:08 – 15.09.2018
Demo läuft los richtung hirschengraben. Zwei Cops Wannen beim hirschengraben
14:52:47 – 15.09.2018
DE: Schwarzer Sichtschutz vor dem Bundesplatz.
14:38:57 – 15.09.2018
DE: Momentaner Aufbau von Gebetsbänken auf dem Bundesplatz.
14:25:31 – 15.09.2018
2 Cars bringen die Fundis direkt zum Bundesplatz. Die göttliche Komödie kann bald beginnen!
14:13:40 – 15.09.2018
Personenkontrollen auf beiden Seiten beim Bollwerk (nähe Reitschule)
14:03:27 – 15.09.2018
In München wird heute auch gegen Fundis (u.a. Pegida dabei) demonstriert. Solidarische Grüsse!!
13:32:01 – 15.09.2018
Des Cops sind in den Trams present bei den Haltestellen Hireschengraben und Bahnhof
Die Juso Stadt Bern verteilt bei der Heiliggeistkirche Ballone gegen Fundis.
Bis jetzt haben wir von keinen Personenkontrollen in der Stadt gehört
Der Bundesplatz ist komplett abgeriegelt; rundherum voll Sichtschutz, Gitter, Bullen
Beim Bahnhof hat es erste Kastenwägen und einige Cops stehen bereit
Gebt auf euch acht, lasst euch nicht einschüchtern!


6. Communiqué (Originalquelle: https://bernstelltsichqueer.noblogs.org/post/2018/09/15/communique/)
Communique
Bericht über die heutige Demo in der Stadt Bern.
Heute haben über 2000 Menschen in der ganzen Stadt Bern gegen den „Marsch für s‘Läbe“ und für die Selbstbestimmung über Körper, Beziehungsformen und Sexualität demonstriert. Leider konnten wir dieses Jahr den Marsch nur kurz stören, jedoch wurde dieser so abgeschirmt, dass er unsichtbar war und die frauen*-, homo- und transfeindlichen Inhalte nicht verbreitet werden konnten. Wir liessen uns nicht vom Verbot der Stadt und der Polizeipräsenz abschrecken und spazierten lautstark und selbstbestimmt durch die Strassen Berns. Wir hoffen, dass nun endgültig klar ist, dass ihr „Marsch“ und ihr Weltbild hier nichts verloren haben. Weder in Bern noch anderswo!

Währendem wir lautstark, bunt und selbstbestimmt durch die Strassen und Quartiere Berns gezogen sind, besammelten sich gleichzeitig auf dem Bundesplatz – abgeriegelt durch Gitter – christliche Fundamentalist*innen. Die Organisationen hinter dem Marsch für s‘Läbe sind europaweit vernetzt und haben in verschiedenen Ländern Verbindungen zu rechtsradikalen Gruppen wie beispielsweise der Pnos, der AfD oder der Identitären Bewegung, die sich alle im Antifeminismus vereinen.

Pro Choice
Pro Choice bedeutet für uns, für ein emanzipatorisches, selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Das heisst wir wollen die Freiheit, selbst darüber bestimmen zu können, was mit dem eigenen Körper, der eigenen Sexualität und dem eigenen Leben geschieht und was nicht. Einen Fötus im eigenen Körper heranwachsen zu lassen, ist eine grosse Verantwortung und kann sehr belastend sein. Die Entscheidung für oder gegen diese Verantwortung kann und soll nur die Person treffen, die davon betroffen ist: die schwangere Person.

Hä, aber in der Schweiz darf ja abgetrieben werden?
Wir sind – trotz Recht auf Abtreibung – meilenweit davon entfernt, dass Abtreibungen gesellschaftlich akzeptiert sind. Nach wie vor ist es ein gesellschaftliches Tabu, nach wie vor vermeiden es viele Frauen*, über ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen zu reden, nach wie vor schreibt das gesellschaftliche Rollenbild einer Frau* vor, Mutter zu sein, Care-Arbeit zu leisten und sich dem Mann* unterzuordnen. Nach wie vor leben wir in einer Gesellschaft, die patriarchal strukturiert ist. Weiter wollen wir auch dafür kämpfen, dass Schwangerschaftsabbrüche frei und kostenlos zugänglich sind. In unserem momentanen Gesundheitssystem steht es leider nach wie vor nicht allen Menschen offen, den Zugang zu diesem doch sehr teuren Eingriff zu haben. Gerade prekarisierte und/oder Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus können vom Recht auf Abtreibung oft nicht Gebrauch nehmen.

Was würde passieren wenn Abtreibungen illegal wären?
Es haben und werden immer ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen existieren, ein Abtreibungsverbot ändert dies nicht. Es gibt einige sogenannte Selbstabtreibungsmethoden, die aber häufig zu Verletzungen oder sogar dem Tod der ungewollt Schwangeren führen können. So gab es beispielsweise in Argentinien vor kurzem eine langersehnte Abstimmung über die Aufhebung des Abtreibungsverbotes, die jedoch abgelehnt wurde. Im Monat nach dieser Bestätigung des Verbotes sind drei Frauen an den Folgen der illegalen Abtreibung gestorben.
Zudem führt ein gesetzliches Verbot dazu, dass Menschen, die sich zu einem (illegalen) Schwangerschaftsabbruch entscheiden, kriminalisiert und somit durch den Staat bestraft werden. Eine Kriminalisierung hat auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Verständnis von Reproduktivität und weiblichen* Rollenbildern.Retour ligne automatique
Ein straffreier und kostenloser Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist somit, einerseits für die individuell Betroffenen, andererseits um von diesem Verständnis wegzukommen, notwendig.

Der Kampf für Selbstbestimmung ist kein isolierter Kampf
In westlich-privilegierten Gesellschaften wie der Schweiz, die durch Geburtenrückgang gekenntzeichnet sind, kann der Kampf gegen Abtreibungen auch ein bevölkerungspolitisches Instrument darstellen. Das Ziel: mehr Babys von weissen Frauen*. Im Gegenzug dazu werden an vielen Orten der Welt Mittel eingesetzt, um die Geburtenzahl zu senken. People of color – insbesonders von Armut betroffene – sollen durch ’Geburtenkontrolle’ oder sogenannte ’Familienprogramme’- initiert von der UNO, von der Weltbank oder des internatiolanen Wärhungsfonds (IWF)- davon abgehalten werden, ’zu viele’ Babys zu produzieren. Diese Politik zeigt auf, wie einerseits versucht wird, Frauen* für die elenden Auswirkungen des Kapitalismus verantwortlich zu machen. Andererseits verdeutlicht es, wie rassistisch das Weltbild der Abtreibungsgegner*innen sein kann und wie dieses einen idealen Nährboden für rechtskonservative Ideen bietet.

Gerade die Allianz von Abtreibungsgegner*innen und rechtsradikalen Organisationen verdeutlicht, dass unser Kampf für Selbstbestimmung und gegen das Patriarchat nicht isoliert von anderen emanzipatorischen Kämpfen betrachtet werden sollte.
Wir zeigen uns solidarisch mit allen emanzipatorischen und antiautoritären Kämpfen. Sei es in Argentinien, Chile, Polen, Irland, in Berlin, Chemnitz, München oder in Salzburg. Richten wir unseren Widerstand gegen die Herrschenden, die Reaktionären und die Fundis dieser Welt.

7. Bericht Anarchistische Gruppe Bern (Originalquelle: https://www.facebook.com/InfoAGB/posts/1137733539708334)
1`500 Menschen liessen sich heute nicht einschüchtern und zogen lautstark durch Bern, um ein Zeichen gegen Fundamentalismus, Sexismus und Faschismus zu setzen. Trotz der Beteuerungen im Vorfeld nahmen auch Nazis der PNOS beim Marsch fürs Läbe Teil. Unser Protest war noch lauter und entschlossener als von vor zwei Jahren. Für den Marsch fürs Läbe war das heute wohl endgültig genug. Nächstes Jahr wollen sie ihn wieder in Zürich organisieren. Wir werden da sein! Solidarische Grüsse gehen an das Marsch für das Leben? What the Fuck-Bündnis, welche sich den Fundis nächste Woche in Berlin entgegenstellen werden.
Weiter geht es mit der Revolutionäre Beteiligung am Frauen*streikblock! am 22. September und der Demonstration gegen Patriarchat am 27. Oktober in Bern.


8. Bilder(Originalquelle: https://www.facebook.com/InfoAGB/posts/1137733539708334 & https://bernstelltsichqueer.noblogs.org/post/2018/09/15/communique/)


9. Medienbericht (Originalquelle: https://www.srf.ch/news/regional/bern-freiburg-wallis/kundgebung-marsch-fuers-laebe-konfrontation-bleibt-aus)
Konfrontation bleibt aus
Die Kundgebung «Marsch fürs Läbe» von Abtreibungsgegnern und eine Gegendemo von Kritikern sind friedlich verlaufen.
An der Kundgebung «Marsch fürs Läbe» am Samstag in Bern ist eine Konfrontation zwischen christlich-konservativen Abtreibungsgegnern und Kritikern aus der linken Szene ausgeblieben. Die Gegenkundgebung zog zwar zum Bundesplatz und machte Lärm, drehte aber bald wieder ab.

1500 Menschen haben nach Angaben der Organisatoren am «Marsch fürs Läbe» teilgenommen. Eine Gegendemonstration mobilisierte bis zu schätzungsweise 800 Personen.
Diese unbewilligte Gegendemonstration lief unter dem Titel «Marsch fürs Leben stoppen». Den Kundgebungsteilnehmern gelang es aber nicht, bis zum Bundesplatz vorzudringen, wo sich die Abtreibungsgegner versammelt hatten.

Gut 200 Personen, darunter einige schwarz gekleidete junge Menschen, lösten sich Mitte Nachmittag aus dem Demonstrationszug der Gegenveranstaltung und rückten mit Trillerpfeifen vom Käfigturm her in Richtung Bundesplatz vor. Doch versperrten ihnen unzählige Gitter den Weg. Dahinter sah man Polizisten in Vollmontur, die Gummiwerfer bereit.
Man habe die Gegendemo aus Gründen der Verhältnismässigkeit laufen lassen, sagt Ramona Mock, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, gegenüber dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF.

Der Umzug sei laut gewesen, aber insgesamt ruhig verlaufen. Auch Sachbeschädigungen habe man nach einer ersten Bilanz Ende Nachmittag keine festgestellt, so Mock. Was den Marsch fürs Läbe betrifft, so reisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bald nach der Kundgebung wieder aus Bern ab.
Schon 2016 hatte der «Marsch fürs Läbe» unter starkem Polizeischutz in Bern stattgefunden. Auch damals gab es eine Gegendemonstration, die nicht bis zum Bundesplatz vordringen konnte.
Im vergangenen Jahr wollten die Organisatoren den «Marsch» in Flüeli-Ranft durchführen. Zuerst verweigerten die Behörden die Bewilligung. Im Mai 2018 konnte der Anlass dann doch noch, in einem kleinen Rahmen, stattfinden.

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