2018,  Farbe,  Freiraum,  Repression

No Cop Zone Reitschule

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: https://revolutionär.ch/?p=3786)
Wir haben uns an der Aktion „Für mehr polizeifreie Räume“ im Raum Reitschule/Schützenmatte beteiligt. Hier das Video und Communiqué zur erfolgreichen Aktion:

Medienmitteilung 23.09.18, „No Cop Zone“ Aktion bei der Reitschule
In der Nacht vom 22.09 auf den 23.09 haben wir uns kollektiv den Raum Schützenmatte und Umgebung angeeignet. Die Aktion richtet sich klar gegen die erhöhte Polizeipräsenz und soll als eine Antwort auf die Polizeigewalt vom 1. September verstanden werden.

Aktion 1:
Bei der Wand an der Strasse Richtung Bierhübeli wurde gross und farbig:
„Üsi Stadt, üsi Quartier“ hinterlassen.

Aktion 2:
Am Brückenpfeiler haben wir die klare Botschaft „You are now entering free reit“ angebracht.

Aktion 3:
Unter der Brücke wurden aus Solidarität mit allen Verletzten des gewaltvollen Einsatzes am 1. September verschiedene Graffitis gesprüht.

Aktion 4: Auf Seite der Schützenmatte wurde über die ganze Breite eine Rote Linie an den Boden gemalt. Die rote Linie verdeutlicht, dass wir die Polizei bei Übertreten dieser Linie nicht mehr in Ruhe lassen werden. Wenn die Polizei diese Linie übertritt, tut sie dies auf eigene Gefahr.

Aktion 5:
Rund um die Reitschule wurden Plakate gekleistert, die erklären, warum wir polizeifreie Räume wollen und brauchen.

Während allen Aktionen wurden Flyer mit dem unten angehängten Text verteilt. Die Aktionen stiessen auf grosse Sympathie.
Die Polizei fuhr rund 30 Minuten nach dem Start der Aktionen mit einem grösseren Aufgebot auf. Ein Wasserwerfer wurde beim Bahnhof platziert, zudem wurden die Strassen, die in die Stadt führen in einiger Entfernung zur Reitschule präventiv abgeriegelt. Hätte die Polizei erneut eine Konfrontation gesucht, wären wir zur Selbstverteidigung bereit gewesen.

In eigener Sache:
Während der Aktion beim Bierhübeli näherte sich ein Auto gefährlich schnell der Aktionsgruppe. Da wir schon in der Vergangenheit leider die Erfahrung machen mussten, dass autofahrende Menschen ohne Skrupel in Menschenmengen hineinfuhren, waren wir gezwungen, das Auto aufzuhalten, um uns somit zu schützen. Dadurch ging leider die Windschutzscheibe kaputt. Es war nicht unsere Absicht, unbeteiligte Menschen auf diese Art und Weise zu beschädigen, dennoch mussten wir in dem Moment den Schutz der Menschen dem Schutz des Gegenstandes vorziehen.

Üsi Stadt – üsi Quartier!
Solidarität mit allen Verletzten des 1.September!

Flyertext:
Am 1.9. hat die Polizei einmal mehr bewiesen, was sie von Freiräumen hält: Gezielt provozierte sie vor der Reitschule eine Eskalation, setzte massiv Gummigeschosse und Tränengas ein – ohne Rücksicht auf die vielen Menschen, die sich an diesem Abend auf dem Vorplatz aufhielten. Videos dokumentieren die Gewaltgeilheit der Polizei, Fotos zeugen von den zahlreichen Verletzungen, die Besucher*Innen der Reitschule zugefügt wurden.

Doch wir wundern uns nicht über das Handeln der Polizei. Sobald Menschen versuchen, sich Freiräume zu erkämpfen, um sich ohne Zwänge des Kapitalismus entfalten zu können, ist die Gewalt des Staates garantiert. Denn die Polizei steht als gewaltausübendes Organ des Staates zwischen uns und den Herrschenden. Die polizeilichen Angriffe am 1.9. sind nichts anderes, als ein Versuch, die Reitschule als Freiraum zu bekämpfen und unsere Solidarität untereinander zu brechen.

Diese Solidarität soll allen auf dem Vorplatz gelten. Auch Menschen die sich auf Grund von legalem Status nicht mehr hier bewegen können, sobald die Polizei präsent ist. Ihre Anwesenheit würde jene staatlich-strukturelle Unterdrückung hier her tragen, die wir zu bekämpfen versuchen. Unser Kampf für Freiräume und eine solidarische Gesellschaft ist gegen die Strukturen des Staats und des Kapitalismus, deshalb folglich auch ein Kampf gegen die Polizei. Wenn wir also unsere Freiräume erhalten wollen, müssen wir sie gemeinsam und solidarisch verteidigen.
Schauen wir also nicht nur zu, sondern stellen wir uns gemeinsam der Gewalt der Polizei entgegen! Solidarisch, für einen Vorplatz für alle!

PS: Heute Abend wollen wir mit Farbe an Wänden ein Zeichen für diesen Freiraum setzen. Wir wollen keine Eskalation provozieren und suchen die Gewalt nicht. Wir sind aber bereit, diese bunten Aktionen zu verteidigen.