Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Critical Mass Formel E ade

Critical Mass Formel E ade

Inhalt:
1. Aufruf
2. Medienbericht


1. Aufruf (Originalquelle: https://barrikade.info/article/2218)
Der Formel E den Stecker ziehen!
Am 22. Juni wird in Bern der „Julius Bär Swiss E-Prix 2019“ stattfinden, angepriesen als „Mehr als ein Motorsport-Event“. Das sehen wir auch so, denn es ist tatsächlich mehr als ein Event, es ist ein umfangreicher Versuch der E-Mobilitäts-Lobby, allgemeine Zustimmung und eventuelle Kund_innen zu
gewinnen, nicht also im Sinne des Klimaschutzes, wie mensch denken könnte, sondern rein im Sinne des Wachstums und Profits.
Wer sind „wir“?

Im Rahmen des Widerstandes gegen besagten Event hat sich ein Komitee gegründet unter dem Namen „Formel-E ade“. Wir stehen dafür ein, dass dieses Rennen aus folgenden Gründen nicht unterstützbar ist und nicht durchgeführt werden sollte.
Unsere Kritik am Rennen:

Das Rennen ist umweltschädlich und ärgerlich für die Anwohner_innen. Es dient nur der Tourismusbranche und den Veranstalter_innen. Elektro-Autos sind kein wirksames Mittel, dem Klimawandel entgegen zu wirken, sofern der Automobilverkehr nicht massiv reduziert wird. Zusammen mit den Klimastreikenden sagen wir: Es gibt kein weiter so wie bisher, wenn wir die Klimaziele des Pariser-Abkommens umsetzen wollen.

Angesichts der Klimakrise braucht es dringend einen System- und Gesellschaftswandel. Nur mit technischen Mitteln wird die Klimaerwärmung nicht aufzuhalten sein. Doch genau darauf zielen die
Swiss-E-Prix-Veranstalter_innen mit ihrer deklarierten „Aufklärung zu nachhaltiger Mobilität“ ab.

Das Komitee Fomel-E ade will den Protest in Bern sichtbar machen und eine Diskussion über sinnvolle Massnahmen gegen die Klimaerwärmung führen, dafür wurden folgende Massnahmen in die Wege geleitet:

– Eine Webseite, sowie eine Facebookseite wurden erstellt, mit fundierter Kritik am Formel-E Rennen und den Interessen, die dahinter stehen.

– Plakate und Flugblätter, sowie Protestfahnen wurden hergestellt, die unter anderem entlang der Rennstrecke aus den Fenstern gehängt werden und auf der Webseite bestellt werden können.

– Eine Buchpräsentation mit Winfried Wolf, Autor von „mit dem Elektroauto in die Sackgasse“, wurde organisiert. Der Verkehrsexperte und ehemalige Bundestagsabgeordnete aus Deutschland präsentiert sein neues Buch am 19. Juni im Käfigturm.

– Am 20. Juni wird zu einer Critical Mass-Velodemo entlang der Rennstrecke aufgerufen.

Wir wünschen uns einen lautstarken und friedlichen Protest gegen das Formel-E-Rennen, damit in der Stadt Bern nie wieder Autorennen stattfinden werden. Wir klagen nicht nur die profitblinden Veranstalter_innen des Events an, sondern auch die politischen Verantwortlichen, welche dieses Rennen, auch nach dem Misserfolg in Zürich, erlaubt haben.


2. Medienbericht (Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/tausend-gegner-der-formel-e-demonstrieren-auf-dem-velo/story/19928031)
Tausend Gegner der Formel E demonstrieren auf dem Velo
Die Gegner des Formel-E-Rennens haben für Donnerstagabend zu einer Velodemo eingeladen. Rund tausend Personen nahmen Teil. Unterwegs wurden zahlreiche Werbebanner abgerissen.

Rund tausend Menschen haben am Donnerstagabend in Bern auf Velos gegen das bevorstehende Gastspiel der Formel E protestiert. Die bewilligte Demo startete gegen 19 Uhr am Bundesplatz. Die Route führte durch die Altstadt zur Rennstrecke am Bärengraben. Mit ihren Velos fuhren die Teilnehmer dann einmal über die Rennstrecke.

Sie wollten so zeigen, wie sie sich moderne Mobilität in der Stadt vorstellen: «Inklusiv, langsam und energiesparend». Zu der Kundgebung aufgerufen hatte das Komitee «Formel E ade».

Werbebanner abgerissen
Unterwegs erhielten die Demonstrierenden viel Applaus von Anwohnern und Zaungästen. Für Unmut sorgte bei Angestellten des Veranstalters der Umstand, dass Werbebanner entlang der Rennstrecke in grossem Stil weggerissen wurden.

Die Polizei zeigte während der Demo Präsenz. Am Rosengarten schützte ein grösseres Aufgebot die Zufahrt zur Boxengasse in der Papiermühlenstrasse. Gegen 20.30 Uhr erreichte die Velodemo wieder den Bundesplatz wo sie sich friedlich auflöste.
Der Formel-E-Zirkus gastiert am kommenden Wochenende in Bern. Bereits gelten in den betroffenen Quartieren umfangreiche Verkehrsbeschränkungen.

Der rot-grün dominierte Gemeinderat hatte das Rennen bewilligt, zum Ärger der rot-grünen Parteien. SP und Grünes Bündnis gehören dem Komitee gegen das Rennen an, obwohl sie in der Stadtregierung drei von fünf Sitzen haben.

Rennen als umweltschädlich eingestuft
Aus Sicht der Gegner ist das Formel-E-Rennen umweltschädlich. Mehr als tausend Lastwagenfahrten seien notwendig, und tausende autobegeisterte Zuschauer würden wohl mit dem eigenen Fahrzeug anreisen. Das seien alles vermeidbare Fahrten.

Letztlich diene der Anlass nur der Tourismusbranche und dem Veranstalter. Elektro-Autos seien kein wirksames Mittel, dem Klimawandel entgegen zu wirken, sofern der Automobilverkehr nicht massiv reduziert werde.

Das Komitee hat sich zum Ziel gesetzt, «dass nie wieder Autorennen in der Stadt Bern durchgeführt werden». Die Formel E gastierte 2018 in Zürich. 2020 wir nach aktuellem Stand kein Rennen in der Schweiz ausgetragen. 2021 soll es ein Rennen in Genf geben. Wie es danach weitergeht, ist offen.