2. Zweite Critical Mass Rojava

Inhalt:
1. Aufruf
2. Communiqué
3. Video Gummischroteinsatz


1. Aufruf (Originalquelle: https://barrikade.info/article/2807)
Wir bleiben laut und kämpferisch! Deshalb rufen wir auch für nächste Woche zu einem Critical Mass für Rojava auf! Dienstag 05.11.2019 18:00 Uhr, Helvetiaplatz Bern.
Menschen sterben und ihr schweigt – Verkehr steht still und ihr schreit!


2. Communiqué (Originalquelle: https://barrikade.info/article/2847)
Trotz starkem Regen kamen heute Abend gut 50 Menschen zusammen um mit dem Velo eine CriticalMass für Rojava durchzuführen. Wir besammelten uns beim Helvetiaplatz und fuhren dann mit Parolen und Transparenten vom Thunplatz zum Burgernziel.

An beiden Plätzen konnte der Verkehr für einige Minuten zum Erliegen gebracht werden, so öffnete sich Raum um Flyer zu verteilen und Reden zu halten. Denn die Lage in Rojava/Nordostsyrien ist weiterhin sehr besorgniserregend. Die Türkei führt weiterhin ihren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und bombardiert mittlerweile auch zivile Ziele im Irak / in der Shengal-Region.

Danach fuhren wir zur türkischen Botschaft wo die Polizei bereits grossräumig abgesperrt hatte. Der Wasserwerfer war bereits in Stellung und die schiesswütigen Polizist*innen ebenfalls. Als wir ein Polizeiabsperrband entfernten (nicht überschritten) schoss die Polizei unvermittelt mit Gummischrot. Dies obschon in den eigenen Reihen der Polizei keine Not dazu bestand. Wir sind da nicht überrascht, sehen jedoch, dass sich bei den Polizist*innen einige nicht an die eigenen Abmachungen halten. Sogar ein vorgesetzter Polizist enervierte sich lautstark über die Gummischrosalven, da noch keine „Mittelfreigabe“ erfolgt sei.

Nach der türkischen Botschaft zogen wir weiter zum Haus der griechischen Botschafterin. Dort solidarisierten wir uns lautstark mit den bedrohten und/oder bereits geräumten Hausprojekten in Exarchia / Athen.
Im Anschluss fuhren wir vors spanische Konsulat und zeigten auch da auf, dass es der Staat ist, welcher mit äusserster Brutalität gegen die Bevölkerung vorgeht. Auch wenn wir die Anliegen der katalonischen Unabhängigkeitsbewegung nicht 100% teilen, stehen wir hinter ihnen im Kampf gegen den spanischen Staat.

Beim Weg durch die Altstadt hielten wir auf dem Bundesplatz direkt nach dem Lichtspiel an und konnten vor den noch zahlreich anwesenden Besucher*innen eine Rede halten in der wir die Mitverantwortung der Schweiz im Krieg in Syrien thematisierten. Die Velodemo lösten wir nach 1.5h und kurzen Blockaden im Bollwerk bei der Reitschule auf.
Wir rufen zur dritten CriticalMass für Rojava auf: Donnerstag, 14. November um 18Uhr auf dem Helvetiaplatz, Bern


3. Video Gummischroteinsatz (Originalquelle: https://barrikade.info/article/2846)
Am 5. November fand in Bern eine Critical Mass Demonstration gegen den türkischen Angriffskrieg auf Rojava statt. Als ein Absperrband abgerissen wurde, setzte die Polizei Gummischrot gegen die Demonstrierenden ein.
Wir wundern uns nicht über das Vorgehen der Polizei: Die Proteste im Botschaftsviertel sind der Stadt ein Dorn im Auge. Wichtig ist uns hingegen zu betonen, dass die Polizei, wie so häufig, lügt. Auf Twitter behauptete die Polizei, Menschen hätten sich über die Absperrung hinweggesetzt. Im Video ist zu hören, wie ein vermutlich vorgesetzter Polizist nach dem Gummischroteinsatz fragte, wer geschossen habe und dass es noch keine Mittelfreigabe gegeben habe. Dies zeigt, wie schiesswütig die Bullen sind. Aber hätten wir wirklich etwas anderes erwartet? Wir werden wieder kommen! Info an alle Medienschaffende: Da immer wieder behauptet wurde, wir würden bei solchen Videos manipulieren und fake news verbreiten, bieten wir gerne an, auf Nachfrage das unbearbeitete Video vorzuführen. Aus Persönlichkeitsschutzgründen bestehen wir darauf, Gesichter zu zensieren und Stimmen zu verzerren. Zur Verständlichkeit wurde die Stimme des Polizisten lauter gemacht.

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