Streikminute Verdrängung Berner Märit

Inhalt:
1. Aufruf
2. Communiqué
3. Medienbericht


1. Aufruf (Originalquelle: https://twitter.com/klimastreikbe/status/1314590873821290496)
Der Bärner Märit und der Klimastreik Bern machen Morgen eine Streikminute gegen die Verdrängung des Bärner Märits durch Rahmenbedingungen der Stadt und Grosskonzernen. Wir brauchen einen sozialen und ökologischen Wandel in unserem Ernährungssystem.


2. Communiqué (Originalquelle: https://twitter.com/KlimastreikBE/status/1315249594167635969)
Bauernmärkte dürfen nicht verdrängt werden und die Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft müssen sich ändern.
Um ein soziales und ökologisches Ernährungssystem aufbauen zu können, braucht es breite Allianzen.


3. Medienbericht (Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/maeritleute-und-klimastreikende-protestieren-gemeinsam-769735754323)
Märitleute und Aktivisten protestieren gemeinsam
Marktfahrer und Klima-Aktivisten machten am Samstag auf die Verdrängung des Märits aufmerksam. Und das, obwohl letztere unlängst auf dem Bundesplatz ein Camp eingerichtet hatten.
Berner Marktfahrende und Klimastreik-Aktivisten haben am Samstagmorgen in Bern gegen eine zunehmende Verdrängung des Wochenmarkts und für eine zukunftsfähige regionale Ernährungsversorgung demonstriert.
Punkt neun Uhr legten die Marktfahrenden eine Protestminute ein, in der sie die Kunden nicht bedienten. Mit Transparenten und Gesprächen erklärten die Marktfahrer ihr Anliegen.

Sie sorgen sich, weil aus ihrer Sicht der traditionelle Berner Markt auf dem Bärenplatz und dem Bundesplatz immer öfter wegen anderer Veranstaltungen im öffentlichen Raum den Kürzeren ziehe. «Dabei bezahlen wir eine Pauschale für die Nutzung des Areals», betonte Walter Stettler, Präsident des Vereins «Berner Märit», gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Da erwarte er auch, dass der Bauernmarkt nicht immer stärker unter Druck gerate. Andere Veranstaltungen nutzten den Platz kostenlos.

Gerade die rot-grün dominierte Stadt müsse doch ein Interesse daran haben, dass in der Innenstadt regional produzierte Produkte mit kurzen Transportwegen angeboten würden.
Ein Dorn im Auge sind den Marktfahrern Angebote wie die Gratis-Eisbahn vor dem Bundeshaus im Winter. Dafür muss sich der Markt auf dem Bundesplatz jeweils einschränken. In Zeiten der Coronapandemie brauche es mehr Platz, führte Stettler aus. Er frage sich, wie das denn funktionieren solle.

An den «Märit» gewohnt
Wegen der Veranstaltung «Rendez-vous» Bundesplatz müssten die Marktfahrer auf dem Bärenplatz zwei Stunden eher Schluss machen, just in der Zeit, in der die Leute am späten Nachmittag zahlreich über den Markt schlenderten, zählte Stettler ein weiteres Beispiel auf. Ausweichangebote am Stadtrand hält der Vereinspräsident für keine akzeptable Lösung, da die Kunden sich an den «Märit» vor dem Bundeshaus gewohnt seien.

Mehrere Dutzend Aktivistinnen und Aktivisten des Klimastreiks beteiligten sich am Protest. Sie hatten unlängst auf dem Bundesplatz ein Klimacamp eingerichtet. Dabei sei man mit den Marktfahrern ins Gespräch gekommen, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.

Die Aktivisten wehren sich dagegen, dass in der Schweiz lokale Bauernmärkte vermehrt verdrängt würden. Gleichzeitig würden die industrielle Nahrungsmittelproduktion und Grossverteiler gefördert, welche unter anderem durch Billigimporte die lokalen Märkte verdrängten.
Der Klimastreik Bern und der Verein Berner Märit fordern laut Mitteilung den Gemeinderat und den Kanton Bern dazu auf, die Eisbahn dieses Jahr nicht auf dem Bundesplatz, sondern an einem anderen Ort, beispielsweise der Schützenmatte oder im Wankdorf, durchzuführen.