Grüne Aare gegen Munitionslager Mitholz

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/giftgruener-teppich-auf-der-aare/story/22385571)
Giftgrüner Teppich auf der Aare
Am Mittwochnachmittag leuchtete die Aare beim Schwellenmätteli plötzlich giftig grün. Dahinter steckt eine politische Aktion.
Ein giftgrüner Teppich legte sich kurz nach dem Mittag flussabwärts des Schwellenmätteli über die Aare. Wer die Urheber waren, konnte man wenig später auf dem Nachrichtenportal von «20 Minuten» nachlesen. Es waren die Jungen Grünliberalen, die sieben Kilogramm Uranin in den Fluss schütteten. Der Farbstoff gilt als biologisch ungefährlich.

Die Jungpolitiker wollen mit der Aktion auf das Problem des Munitionslager Mitholz aufmerksam machen, sagt deren Co-Präsident Thomas Vögeli. Genau heute vor 71 Jahren flog dieses in die Luft. Wie letztes Jahr bekannt wurde, befinden sich in den verschütteten Stollen noch immer hunderte Tonnen Sprengstoff. Die Jungen Grünliberalen werfen Verteidigungsminister Guy Parmelin und seinem Departement nun vor, nicht entschlossen genug zu handeln.

Ob das Einfärben der Aare der schlauste Weg war, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wird sich noch zeigen. Weil anfangs nicht genau klar war, was der Aare die neue knallige Farbe verlieh, traten gleich drei Behörden auf den Plan: die Kantonspolizei Bern, die Berufsfeuerwehr Bern sowie das kantonale Amt für Wasser und Abfall.

Es sei eine sehr spontane Aktion gewesen, sagt Thomas Vögeli. Eine Bewilligung habe man nicht eingeholt, allerdings habe man die zuständigen Behörden kurzfristig informiert. Dino Dal Farra, Sprecher der Kapo Bern, bestätigt lediglich, dass man in Folge des Einsatzes mehrere Personen anhalten konnte und mit ihnen in Kontakt stehe. «Derzeit laufen Abklärungen, ob ein strafrechtlich relevantes Vergehen vorliegt», so Dal Farra. Ob die Aktion eine Busse nach sich ziehen wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt deshalb noch nicht sagen.