Hausbesetzung Laubeggstrasse (denk:mal)

Inhalt:
1. Communiqué
2. Medienbericht


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2006/04/39928.shtml)
Besetzung
Nach dem wenigerischmeh Festivial bzw Abschlussfest vom 25. und 26 März waren wir gezwungen, die Baracken an der Bolligenstrasse 85 auf den 31. März zu verlassen. Nach drei Tagen Funkstille, haben wir nun das Bauernhaus, ehemals „Paradisli“ an der Laubeggstrasse 36 besetzt. Das hübsche Bauernhaus grenzt an eine grosse Parkanlage inmitten eines Quartiers für eher gutbetuchte Bürger. Das Haus selbst gehört, wie auch der Park der Liegenschaftsverwaltung der Stadt Bern. Die Besetzung verlief völlig unspektakulär. Die Liegenschaftsverwaltung wurde über die Besetzung informiert, die Polizei liess sich bisher noch nicht blicken. Momentan sind wir noch mit dem Einrichten beschäftigt, einige Kurse laufen bereits wieder weiter, Veranstaltungen sind geplant. Am 4. April wird es eine Pressekonferenz geben, am Mittwoch werden wir uns zum ersten Mal mit Leuten der Liegenschaftsverwaltung sprechen.


2. Medienbericht (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2006/04/39928.shtml)
-Bernerzeitung: «Denk:Mal» kann an der Laubeggstrasse bleiben.
Die Stadt bietet der autonomen Schule eine Zwischennutzung an.
Neuer Ort für «Denk:Mal» / zvg
Keine Probleme hat der städtische Liegenschaftsverwalter Fernand Raval mit der jüngsten Besetzung einer städtischen Liegenschaft: «Wir haben den Besetzern der Laubeggstrasse 36 einen Zwischennutzungsvertrag in Aussicht gestellt.» Weil das Baubewilligungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei, gebe es einen «letzten Termin». Dieser sei voraussichtlich im Herbst, so Raval.
Wann genau die jungen Initianten der autonomen Schule «Denk:Mal» das seit Montag besetzte Bauernhaus wieder verlassen müssen, kann Raval jedoch noch nicht sagen. Zuerst muss für das Schönbergareal, wo Wohnungen für gehobene Ansprüche entstehen sollen, eine Baubewilligung vorliegen. Möglicherweise könnten Einsprachen den Baubeginn zusätzlich verzögern. Bis Ende März nutzte die Gruppe «Kulturraum Paradiesli» den Ort für halböffentliche Veranstaltungen.

Räumung kein Thema
«Eine Räumung ist derzeit kein Thema», so Liegenschaftsverwalter Raval. Allerdings müssten noch Gespräche mit den Besetzern der autonomen Schule «Denk:Mal» stattfinden, sie sind für heute Morgen angesetzt. Ungeklärt sind neben den eigentlichen Vertragsmodalitäten, wie Mieten und Nebenkosten, vor allem Sicherheitsaspekte. Als Hauseigentümerin sei die Stadt Bern nämlich weiterhin für Schäden haftbar, es gehe auch um die Sicherheit der Benutzer und Benutzerinnen. So sei es möglich, dass es Auflagen geben werde.
Die Besetzer des denkmalgeschützten Bauernhauses in der Schosshalde sind jedenfalls froh, dass sie einen Ort gefunden haben, wo sie ihre selbstbestimmte Schule weiterführen können, wie sie gestern an einer Medienkonferenz erklärt haben. Letzten Monat mussten sie die ehemalige Asylbewerber-Unterkunft an der Bolligenstrasse räumen, die sie seit Herbst 2005 besetzt hatten.

Angebot wird angepasst
Das Angebot der Schule solle möglichst ohne Unterbruch weitergeführt werden. So sind bereits erste Kurse und Lesungen geplant. Das Angebot werden auch den neuen Gegebenheiten in einem Wohnquartier anpasst, versprachen die «Denk:mal»-Initianten gestern. So werde es wegen des Lärms keinen Musikkeller und wohl auch keine Partys mehr ge- ben. Man habe seitens der Nachbarn ein positives Feedback erhalten und wolle sich diesen Goodwill auch in Zukunft erhalten.

-DerBund: STADT BERN Aktivisten der autonomen Schule «Denk:mal» haben gestern ein Gebäude des Schönbergareals in Bern Ost besetzt. Bei der Liegenschaft handelt es sich um das Bauernhaus Laubeggstrasse 36, das gemäss städtischem Inventar als «erhaltenswert» und Teil des schützenswerten Ensembles Schönberggut eingestuft ist. Die Parzelle mit Herrenstock und Park, zwischenzeitliche Wohnadresse des ehemaligen Berner Stadtpräsidenten Klaus Baumgartner, ist Eigentum der Stadt Bern. Bis Ende März diente ein Teil des Ensembles der Gruppe «Kulturraum Paradisli» als Ort für halböffentliche Polit- und Kulturveranstaltungen. Die Liegenschaftsverwaltung drohte den Zwischennutzern mit der Räumung, weil sie das Grundstück für gehobene Wohnansprüche nutzen will.
Während die Kulturgruppe das Bauernhaus freiwillig räumte, zogen nun gestern Studentinnen und Studenten des selbstbestimmten Lernens in eben diese Räume ein. Zuvor war die autonome Schule «Denk:mal» in den ehemaligen Asylbaracken an der Bolligenstrasse 85 untergebracht, wo sie nur bis Ende März geduldet war. Die Baracken sind Eigentum der Stadtbauten Bern (Stabe) und werden anderweitig genutzt. Die Gruppe «Denk:mal» habe die Räumlichkeiten ordnungsgemäss übergeben, sagte Jürg Jampen, Abteilungsleiter Betriebliches Immobilienmanagement bei Stabe, gestern auf Anfrage.
Auf der Homepage der autonomen Schule, www.denk-mal.info, wurde der Umzug an die Laubeggstrasse 36 angekündigt. Offensichtlich sind die beiden Besetzergruppen personell miteinander verknüpft. Exponenten der Schule wollen heute Dienstag an die Öffentlichkeit treten.
Die städtische Liegenschaftsverwaltung zeigte sich gesprächsbereit: Sie hat der autonomen Schule einen Zwischennutzungsvertrag in Aussicht gestellt.

  | | |