Spontandemo Räumung Effingerstrasse (Effy29)

Inhalt:
1. Bericht
2. Communiqué
3. Medienberichte

1. Bericht (Originalquelle: https://www.facebook.com/InfoAGB/posts/786019028213122)
Aufruf zu Soliaktionen & Spontandemo
An die 400 bis 450 Menschen zogen heute Abend spontan durch die Längasse, um gegen die Räumung der Effi29 zu demonstrieren. Nach der heutigen Räumung und der angedrohten Räumung der Besetzung «Fabrikool» für morgen Donnerstag, war die Stimmung der anwesenden Menschen entsprechend aufgeladen und wütend. Einige der verhafteten Besetzer*innen wurden spät am Abend entlassen.
Fehlende Wohnungen, stetige Mieterhöhungen und die schleichende Gentrifizierung in den Quartieren betreffen immer mehr Menschen in Bern. Während heute Morgen die Polizei noch mit massiver Gewalt gegen 19 Besetzer*innen vorging, verhielt sie sich angesichts der vielen Menschen an der Spontandemo sehr zurückhaltend. Für die nächsten Tage sind weitere Demos und Soliaktionen geplant, um den Druck auf der Strasse zu erhöhen und Solidarität mit den Inhaftierten zu zeigen.
Bis dahin gibt es viele Wege sich für Freiräume einzusetzen: Soli-Transpis malen & aufhängen, ein Gedicht schreiben, ein Bild zeichnen, eine Spontandemo durch das Quartier veranstalten, einen Info-Flyer schreiben & in den Briefkästen verteilen, ein kreatives Video aufnehmen, Leser*innenbriefe schreiben und vieles mehr. Wir sind gerne bereit, eure Beiträge auf unserer Seite zu teilen.
#Effi29 bleibt! You can’t evict a movement!


2. Communiqué (Originalquelle: https://www.facebook.com/raumraub/posts/1833715513512387)
Nach der gewaltsamen Räumung der #EFFY29 zogen heute Abend Hunderte wütend auf die Strasse. So wurde bei dem wilden Umzug gezeigt, dass mensch nichts von Kapitalismus und dem Staat hält. Die staatliche Liegenschaft an der Effingerstrasse 29 soll ab heute wieder leer stehen, ebenso soll die leere und ungenutzte Halle bei der vonRoll Uni, welche vom Kollektiv #Fabrikool neu belebt wurde morgen bereits wieder geräumt werden.
Wir akzeptieren eure Logik, welche nur nach Profit giert nicht! Das System welches Eigentum durch Staatsgewalt garantiert greifen wir an. Aus diesem Grund entschieden sich einige Demoteilnehmende die Fensterscheiben und Eingangstüren der UBS in der Länggasse zu zerschlagen. Ebenso wurden die Bullen und Versicherungskonzerne angegriffen, zudem traf die Wut auch einige Bonzenautos. Nach dem kräftigen und entschlossenen Lauf durch die Länggasse zog die Demo zudem noch vor das Berner Amthaus, hinter welchem sich das Regionalgefängnis befindet und zündeten Feuerwerk.
Wir nahmen uns heute wütend die Strasse, weil ihr unsere Freund*innen nehmt, weil ihr unsere Häuser nehmt und weil ihr wollt, dass wir nach eurer stinkenden Logik funktionieren.
Kapitalismus ist von gestern, uns gehört die Zukunft!
Wir grüssen mit der Aktion unsere Freund*innen, welche sich durch ihren starken Widerstand heute nun in den Zwängen der Staatsgewalt befinden – wir sind mit euch!
Freiheit für alle EFFY29 Gefangenen!
Wir bleiben alle, oder kommen wieder!


3. Medienberichte (Originalquelle: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Demo-gegen-Hausbesetzung-Petarden-gegen-Polizisten/story/22035912)
Demo gegen Hausräumung: Polizei setzte Gummischrot ein
Am Mittwochabend demonstrierten Aktivisten in Bern gegen die Hausräumung an der Effingerstrasse. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und setzte Gummischrot ein. Es kam zu massiven Sachbeschädigungen.
Auf Facebook wurde am Mittwochabend spontan zu einer «Demo gegen die Räumung der #Effy29, Verdrängung, Aufwertung & Kapitalismus» aufgerufen. Um 20 Uhr formierten sich die Aktivisten auf dem Vorplatz der Berner Reitschule zu einem Demonstrationsumzug.

Kurz darauf setzte sich der Umzug aus dem Raum Reitschule in Richtung Henkerbrünnli und Länggasse in Bewegung. Die Kantonspolizei Bern war mit einem Grossaufgebot präsent und liess den Umzug vorerst laufen. Dieser führte gemäss Medienmitteilung der Polizei von der Schützenmatte in Richtung Bierhübeli, Mittelstrasse, Länggasse und Hallerstrasse. Offenbar wurden Polizisten gezielt mit Pflastersteinen, Petarden, Eisenstangen und Tischen attackiert.
Sowohl im Raum Bollwerk als auch in der Länggasse kam es zu massiven Sachbeschädigungen. Die Bushaltestelle von Bernmobil am Bollwerk wurde zertrümmert, in die Eingangstür der UBS-Filiale in der Länggasse wurde in gestohlener Reifen geschmettert, die Scheiben wurden eingeschlagen, der Bancomat zertrümmert.

Polizei setzte Gummischrot ein
Als Reaktion auf die Sachbeschädigungen wurde der Umzug auf der Höhe Hallerstrasse gestoppt und abgedrängt. Die Polizei setzte Gummischrot ein. Der Umzug bewegte sich in der Folge zurück auf die Schützenmatte.
Zwischen 20.30 Uhr und 22 Uhr waren das Bollwerk sowie die Lorrainebrücke komplett abgeriegelt. Deswegen konnten auch mehrere Bernmobil-Buslinien nicht planmässig verkehren.

Die Linie 12 war zwischen Bern Bahnhof und Länggasse unterbrochen.
Die Linie 20 war zwischen Bern Bahnhof und Gewerbeschule unterbrochen.
Die Linie 11 war zwischen Bern Bahnhof und Neufeld unterbrochen.
Die Linie 21 war zwischen Bern Bahnhof und Bierhübeli unterbrochen.

Seit kurz nach 22 Uhr ist die Lorrainebrücke sowie das Bollwerk wieder für den Verkehr geöffnet, alle Buslinien verkehren wieder nach Fahrplan.
Noch am späten Mittwochabend äusserten sich Demonstranten auf der Facebook-Seite «RaumRaub» zu den Protesten und zu den Sachbeschädigungen: «Wir nahmen uns heute die Strasse, weil ihr unsere Freund*innen nehmt, weil ihr unsere Häuser nehmt und weil ihr wollt, dass wir nach eurer stinkenden Logik funktionieren», schreiben sie dort.

  | | | | | | | | |