Rollender Protest gegen neues Polizeireglement (Interlaken)

Inhalt:
1. Aufruf
2. Medienbericht


1. Aufruf (Originalquelle: https://www.facebook.com/events/417810195238980/)
• Öffentlicher Raum soll für die Allgemeinheit nutzbar bleiben!
• Begegnungen und Bewegung an frischer Luft soll auch in Zentrumsnähe möglich sein!
• Sozialer Kontakt junger Menschen soll im öffentlichen Raum ermöglicht werden!

PROGRAMM UMZUG
17:30 Treffen bei den Schulhausplätzen Interlaken SSI und General-Guisan Schulhaus mit rollendem Untersatz
(Velo, Skate, etc.) oder zu Fuss
17:45 Umzug Richtung Amman-Hofer Platz
18:00 Ankunft Amman-Hofer Platz

PROGRAMM VOR ORT
• Brainstorming zum Thema öffentlicher Raum in Interlaken • Konzert: Mia – Guitar and Voice, 4life – Mundartrap
• und mehr…

DER ANLASS FINDET BEI JEDER WITTERUNG STATT!

2. Medienbericht (Originalquelle: https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/153224/)
Auf Rollen und Rädern Gehör verschafft
Mehrere Hundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeigten am Freitagabend Flagge. Gemeinsam demonstrierten sie für mehr öffentlichen Raum und weniger Verbote.

Es gibt zu wenig Raum zum Austoben, Abhängen und einfach Sein im Dorf. Dies ist die Meinung des Jugendparlaments Berner Oberland und etlichen Bödeli-Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam demonstrierten sie deshalb am Freitagabend für ihr Anliegen mit einem bunten Rollumzug durch Interlakens Strassen. Die «Aktion für mehr öffentlichen Raum» war seitens der Veranstalter ein voller Erfolg. Gemäss Angaben des Jugendparlaments Berner Oberland verzeichnete man um die 600 Teilnehmer aller Altersklassen. Bereits im Vorfeld des Anlasses warb das Jugendparlament auf verschiedenen Social Media Kanälen für die Aktion und holten dafür auch einige Prominente, wie die Musiker Hanery Amman und Ritschi oder Snowboard-Crack Ueli Kestenholz und Extrembergsteiger Stephan Siegrist mit ins Boot. «Ich bin überwältigt von diesem Echo. Die Vorarbeit hat sich gelohnt», so Dimitri Rougy, Co-Präsident des Jugendparlaments Berner Oberland, während dem Defilee. Nun gehe es in erster Linie darum, den Dialog mit den zuständigen Gemeindebehörden zu suchen und zu stärken. Den Weg der Petition lasse man sich aber offen.

Für mehr Lebensqualität
Ausschlaggebend für die Protestaktion ist das überarbeitete Polizeireglement, das, vom Grossen Gemeinderat im Januar abgesegnet, nicht berechtigten Kindern und Jugendlichen verbietet, auf den Plätzen der Volksschulen in Interlaken zu skaten, Velo zu fahren oder sich aufzuhalten. Das neue Reglement tritt ab dem 1. April in Kraft. Die «Aktion für öffentlichen Raum» weitete die Thematik aus und richtete sich an die Bedürfnisse junger Eltern, Erwachsenen im Ruhestand, Skatern, Sportlern und natürlich auch Kindern. «Diese Aktion beschränkt sich nicht nur auf die neu verschärften Verbote und Reglemente. Denn jedes neue Verbotsschild schränkt längerfristig die Freiheit jedes Einzelnen und somit auch unsere Lebensqualität ein», so Dimitri Rougy. Dass der Rollprotest von der Gemeinde wahrgenommen wird, versicherte gegenüber dieser Zeitung auch der anwesende Gemeinderat Hans-Rudolf Burkhard. Der Vizegemeindepräsident fügte an: «Die Jungen, Kleinkinder und Eltern hier auf dem Platz setzen sich für etwas ein. Das ist direkte Demokratie und schön zu sehen.»

Ohne Zwischenfälle
Punkt halb sechs rollten zwei Demonstrationslawinen durch Interlaken. Gestartet wurde sowohl vom Sekundarschulhaus aus über die Höhematte als auch vom Schulhaus Ost aus durch die Bahnhofstrasse Richtung Amman-Hofer-Platz. Mit Klingeln, Pfeifen und Hupen machten die Beteiligten lautstark auf ihr Anliegen, mehr öffentlicher Raum ohne Konsumzwang, aufmerksam. Die Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. «Die Einschränkung des öffentlichen Raums ist ein verbreitetes gesellschaftliches Problem. Wir lassen uns dies nicht mehr länger gefallen. Kinder brauchen die Auseinandersetzung mit sich selbst, untereinander und mit den Erwachsenen», lautete das Votum von Martin Leuenberger, Stellenleiter der Jugendarbeit Bödeli. Mit bunter Strassenkreide wurden die Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen von Gross und Klein auf dem Amman-Hofer-Platz markiert. Sie reichten von «Sommer im Block?» über «Für uns, nicht für euch» bis hin zu einem einfachen «früschi Luft!». So meinte denn auch eine der zahlreich erschienenen Mütter: «Meine Kinder wollen einfach einen Platz zum Spielen. Das soll doch nicht etwa auf der Strasse sein, oder?»

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