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Störaktion chilenischer Botschafter

Störaktion chilenischer Botschafter

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: https://revolutionär.ch/?p=4618)
Störaktion bei Auftritt des chilenischen Botschafters im Kino ABC in Bern

Am 12.11.2019 Haben wir den Auftritt des chilenischen Botschafters in Bern gestört. Folgende Rede wurde gehalten:
Ihr seid hier einen sentimentalen Film am schauen und dankt noch dazu der Firma Nestle, diesen Event zu sponsern. Währenddessen sind unsere Kameradinnen und Kameraden in Chile am protestieren, sie sind seit nun fast vier Wochen im Kampf. Der Ernst der Lage zeigt uns das nationale Institut für Menschenrechte. Die Repression ist enorm und die Gewalt, die vom Staat ausgeht, hält sich nicht zurück. Seit dem Beginn der Proteste am 17. Oktober hat man 5’565 verhaftete Personen registriert. 1915 verletzte und 133 gefolterte Menschen, 43 missbrauchte Kinder und 19 Anzeigen wegen sexuellem Missbrauch.
Dies laut offiziellen Daten, was impliziert dass die realen Zahlen noch viel höher sind.
Das sarkastische an dieser Meldung ist die Information über Augenverletzungen. Mehr als 180 Personen erlitten Augenverletzungen währen diesen dreiwöchigen Protesten. Dies zeigt uns; der Staat will sein Volk, das gerade erst die Augen geöffnet hat, zum erblinden bringen. Aber der Erkenntnis kann man das Augenlicht nicht nehmen. Chile ist aufgewacht und hat deutlich gezeigt: Das neoliberale Experiment hat ausgedient. Es sind 30 Jahre mit dieser Konstitution, die 30 Jahren der sozialen Ungerechtigkeit gleichkommen.
Der offizielle Diskurs aber konzentriert sich auf die Gewalt, auf die Vermummten, welche für den Staat die Protagonisten dieser Gewalt darstellen. Jedoch ist dieses System gewalttätiger als jede direkte Aktion und zudem staatlich legitimiert. Gewalttätig ist der Verkauf von Rechten. Die Einnahmen aus Bildung, Gesundheit und Mieten sind Raub. Gewalttätig ist auch die Enteignung von Lebensräumen und gewalttätig ist unsere verdammte Kolonisation!
Aber die Erkenntnis kann man nicht erblinden lassen. Das wirklich gewalttätige ist das Kapital.
Wir verdecken unser Gesicht, jedoch ihr, ihr verdeckt die Realität:
Der Neoliberalismus hat ausgedient. Sebastian Piñera hat ausgedient.
Deshalb sagen wir:
Nieder mit dem Kapitalismus, nieder mit dem Patriarchat. Weg mit Piñera. Stoppt den Machtmissbrauch.