Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Neonazi verprügeln Mitschüler Burgdorf

Neonazi verprügeln Mitschüler Burgdorf

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: https://www.antifa.ch/neonazi-verprugelte-mitschuler/ & https://www.antifa.ch/zwei-skins-schlugen-zu/)
-Blick: Neonazi verprügelte Mitschüler
Aufruhr am Gymnasium Burgdorf BE
BURGDORF BE ? In der Freizeit verprügelt der Neonazi C. R. (16) zusammen mit seinem Bruder A. R. (19) immer wieder Mitschüler. Auch am letzten Samstag: Der ehemalige Gymnasiast R. S. (22) musste eine Wunde am Ohr nähen lassen. Jetzt fordern Burgdorfer Gymnasiasten von der Schulleitung den Rauswurf ihres rechtsextremen Mitschülers.
Gestern Morgen vor dem Gymnasium: Fünf Schüler und Ex-Schüler verteilen rund 600 Flugzettel. Darauf wird beschrieben, wie sie am Samstag von den zwei Glatzköpfen verprügelt wurden. Eines der Opfer erlitt eine Rissquetsch-Wunde am Ohr.

Beide Schläger zählen zu einer braunen Horde, die immer wieder im Städtchen wütet. Der jüngere der beiden besucht das Gymnasium. Täglich erscheint er dort in Kampfstiefeln und Bomberjacke.
Eines der Opfer vom Samstag zu BLICK: «Vor der Schlägerei fuhren die beiden hupend an uns vorbei und schwenkten eine Nazi-Flagge.»Die fünf Opfer verlangen, dass endlich etwas geschieht: «Wir fordern jetzt Zivilcourage von allen, besonders aber von der Schulleitung. Wir fordern Konsequenzen für C. R. Er ist als Mitschüler endgültig untragbar geworden», schreiben sie in ihrem Flugblatt.

Rektor Jürg Wegmüller (61) und die Lehrer sind entsetzt über den Vorfall. «Mit Empörung und Bestürzung haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass erneut Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums am Samstag von Faschisten tätlich angegriffen worden sind», schreibt der Rektor in einer offiziellen Stellungnahme.
Er will mit allen Mitteln des Rechtsstaates gegen solche Prügeleien vorgehen. Viel kann er nicht machen. Denn: «Die Rechtsabteilung der Erziehungsdirektion hat mir klar zu verstehen gegeben, dass die Schulleitung nicht befugt ist, auf Vorkommnisse zu reagieren, die ausserhalb des Schulgeländes und der Schulzeit stattfinden», sagt der Rektor.

Wegmüller hat seinem Schläger-Schüler klar gemacht, dass er Gewalt nicht dulde. Der Rektor zu BLICK: «Er hat mir höflich geantwortet, dass seine Freizeitbeschäftigung seine Privatsache sei.»Zu BLICK sagte C. R.: «Am Samstag habe nicht ich geprügelt, sondern mein Bruder hat sie etwas angemüpft.»
Mit «Courage» gegen Neonazis BURGDORF BE ? Das 14000-Seelen-Städtchen Burgdorf wird immer wieder von Neonazis heimgesucht. Deshalb initiierte Gemeinderätin Elisabeth Zäch (46) die Aktion «Courage». Im BLICK äussert sie sich zum Aufruhr am Gymnasium:

«Ich kenne die betroffenen Jugendlichen und bedaure den Vorfall sehr. Ich hoffe, dass dieser Fall zur Anzeige gebracht wird und bis zum Ende verfolgt wird. Das Wichtigste bei der Gewalt-Bekämpfung ist nämlich, hinzuschauen und den Vorfall nicht unter den Tisch zu wischen. Deshalb haben wir im Frühling die Kampagne «Courage» gestartet. 1500 Leute haben sich dazu bekannt, Gewaltvorkommnisse aktiv zu verfolgen. Ob es sinnvoll ist, einen Schüler aus einer Klasse auszuschliessen, kann ich nicht sagen. Es lauert die Gefahr, dass schwarze Schafe dadurch endgültig zu Aussenseitern werden. Besser wäre es wohl, mit dem betroffenen Schüler im Gespräch zu bleiben.»

-Der Bund: Zwei Skins schlugen zu
BURGDORF / Eine Gruppe Jugendlicher wurde von Skins tätlich angegriffen.
bwb. Am Samstagabend griffen zwei Skins in Burgdorf fünf Jugendliche an. Eines der Opfer erlitt eine Rissquetschwunde am Ohr, die mit fünf Stichen genäht werden musste. Bei den Schlägern handelt es sich um einen 16-jährigen Gymnasiasten und seinen 19-jährigen Bruder. Auf die Vorfälle hin verlangten Schüler des Gymnasiums, dass die Schulleitung Konsequenzen ergreife. Der Skin sei «als Mitschüler endgültig untragbar geworden». Rektor Jürg Wegmüller jedoch winkt ab. Bei Vorfällen ausserhalb des Schulareals könne er «juristisch nichts machen». Hingegen verurteilt die Lehrerschaft den «Angriff von Faschisten» in einer gemeinsamen Erklärung.

Skins schlugen erneut zu
BURGDORF / Am Samstagabend griffen zwei Skins eine Gruppe Jugendlicher an. Ein junger Mann musste ins Spital. Seine Anzeige bei der Kantonspolizei konnte er erst gestern deponieren – am Vortag waren die Jugendlichen noch auf später vertröstet worden.
bwb. Einmal mehr sorgen rechtsextreme Schläger in Burgdorf für Schlagzeilen. Fünf junge Leute seien am Samstagabend beim katholischen Kirchgemeindehaus von zwei «dunklen Gestalten» mit Glatzen, Bomberjacken und Springerstiefeln angegriffen worden, heisst es in einem Flugblatt, das am Montag vor dem Gymnasium verteilt wurde. Die Skins seien erst geflohen, nachdem sich die Jugendlichen mit Pfefferspray zur Wehr gesetzt hätten. Einer von ihnen, der 22-jährige Student S., musste sich infolge der Faustschläge im Spital behandeln lassen. Er habe eine «Rissquetschwunde am Ohr» erlitten, die mit fünf Stichen genäht wurde, bestätigt er einen «Blick»-Bericht. Laut Flugblatt handelt es sich bei den Angreifern um die 16- und 19-jährigen Gebrüder R. Der jüngere der beiden ist Gymnasiast. Nach den Vorfällen vom Samstag sei er aber «als Mitschüler endgültig untragbar geworden», heisst es im Flugblatt. Deshalb fordern die Jugendlichen, dass die Schulleitung Konsequenzen ergreift. Rektor Jürg Wegmüller aber winkt ab: «Juristisch kann ich nichts machen», weil sich die Vorfälle ausserhalb des Schulareals zugetragen hätten. Die Lehrerschaft wolle der «gravierenden Situation» aber nicht untätig zuschauen, sondern sich «mit allen Mitteln des Rechtsstaates» zur Wehr setzen. In einer gemeinsamen Erklärung gibt sie ihrer «Empörung und Bestürzung» darüber Ausdruck, dass Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums «von Faschisten tätlich angegriffen worden sind».

«Relativ desinteressiert»
Für die beiden Skins dürfte das Ganze noch ein Nachspiel haben. Gestern habe er bei der Kantonspolizei Anzeige erstattet, sagt S. – nachdem der diensthabende Beamte ihn und seine Kollegen am Vortag noch «relativ desinteressiert» behandelt habe. «Man sagte uns, so einfach gehe das nicht, und man werde uns später anrufen.» Zudem lägen die Einsatzprotokolle vom Samstagabend noch nicht vor, und die betroffenen Polizisten hätten am Montag frei. «Ausserdem hiess es, wer Anzeige erstatten wolle, müsse 300 bis 500 Franken im Voraus bezahlen.» Die Kantonspolizei ihrerseits hält fest, ihr Vorgehen entspreche «gängiger Praxis bei Antragsdelikten». Der Schalterbeamte habe die Telefonnummer von S. aufgenommen und ihm das Anzeigeformular mitgegeben: An jenem Abend habe die Anzeige nicht von jenem Beamten aufgenommen werden können, der den Vorfall wird abklären müssen. Zudem weist die Kantonspolizei «in aller Deutlichkeit» zurück, dass «allfällige verwandtschaftliche Beziehungen» einen Einfluss auf ihr Verhalten hätten – dies mit Blick auf den Vater der beiden Skins, der laut gut unterrichteten Quellen bei der Kantonspolizei Burgdorf arbeitet.