March Against Monsanto

Inhalt:
1. Aufruf
2. Anarchistischer Aufruf


1. Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2015/04/94895.shtml)
23. Mai 13.30 Bärengraben, Bern
Marsch für eine zukunftsfähige Landwirtschaft
Guten Tag,
Am 23. Mai 2015 findet global in 430 Städten der sogenannte March Against Monsanto statt.
Im Rahmen dieser globalen Angelegenheit wird auch in Bern, Morges und Basel ein Marsch veranstaltet.
Der Marsch für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, welcher am Samstag 23. Mai in Bern am Aargauerstalden um 12.00 beginnt, führt durch die untere Altstadt, am Kornhaus vorbei und endet auf der Schützenmatte um ca. 18.30.
Da die Monsanto-Syngenta Agrochemiegruppe mit Patenten auf gentechnisch verändertem Saatgut handelt, sogenannten „Terminator-Seeds“, ist Monsanto die Hauptursache für die weltweiten Selbstmorde von Kleinbauern aufgrund des immensen Landraubes sowie der Abhängigkeit der Bauern gegenüber dem Saat- und Herbizid-Produzenten.
Die Böden werden durch die Pestizide wie Glyphosat, welches bereits in zahlreichen Produkten aus diversen Handelsketten enthalten ist, auf Dauer unfruchtbar, sowie das Grundwasser welches 90% der Menschheit als Trinkwasser dient wird vergiftet.
Das Unternehmen mit Sitz in Amerika ist die Zwillingsfirma des Syngenta Agrochemie-Konzerns mit Sitz in Basel, welches in vielen sogenannten „3te Welt“ Ländern wie z.b. Indien agiert.
In Amerika wurde ein ehemaliger Mitarbeiter der Werbeabteilung Öffentlichkeitsarbeit dieses Unternehmens von Präsident Obama zum „Deputy Commisioner for Foods and Veterinary Medicine at the Food and Drug Administration“ ernannt.
Dies zeigt zwei Dinge.
Erstens, wie tief dieses Unternehmen in die höheren Ränge der Regierung eingebettet ist und zweitens, wie das Unternehmen in der Lage ist die staatliche Lebensmittelpolitik unbemerkt zu beeinflussen.
Erste langfristige Studien aus Italien, Russland und Österreich haben gezeigt dass bei Ratten in der 3ten Generation, welche nur mit gentechnisch verändertem Soja oder Mais gefüttert wurden,
Haare im Mund wuchsen, sie von kleinerem Wuchs und zudem Unfruchtbar waren.
Vorwürfe gegen Monsanto gibt es viele.
Sie stammen aus fast allen Regionen der Welt, wo Monsanto tätig ist. Seien es Menschenrechtsverletzungen, unlauterer Wettbewerb, gesundheitliche Schäden oder Schäden an der Umwelt.

Wir fordern daher:
Schweizer Bio-Tech Firmen müssen sich überall auf der Erde an die Regeln der Ethik halten.
Ein Gentechnik-Verbot für die Herstellung, den Anbau und den Handel für weitere 50 Jahre.
Ein Freisetzungs-Verbot für GMO für die nächsten 50 Jahre.
Ein sofortiges Handelsverbot für Herbizide wie „Glyphosat“, bekannt als „Round-UP“, sowie eine Überprüfung solcher zur Sicherstellung der Umweltverträglichkeit.
Eine absolute Aufklärung über Gentechnik / Pestizide / Düngemittel von Seiten Medien,
sowie Untersuchungen durch staatliche oder nichtstaatliche Organisationen über die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Hilfsmittel in unserer Kulturlandschaft.
Staatliche Studien zur Auswirkung des Verzehrs von CMS-Gemüse.
(Broccoli, Blumenkohl, Romanesco)
Staatliche Studien zur Auswirkung des Verzehrs von genetisch veränderten Lebensformen (GMO).
(Gentech-Mais, Gentech-Soja, Gentech-Schwein.)
Ein Recht auf gesunde Lebensmittel, für jeden Konsumenten.
Eine Landwirtschaft die in Zukunft auch tragfähig und ertragreich ist.
Für unsere Kinder und Kindeskinder.

2. Anarchistischer Aufruf (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2015/05/95114.shtml)
Es geht nicht nur um Monsanto…
Der Multinationale Konzern Monsanto ist weltweit der führende Konzern von gentechnisch verändertem Saatgut. Monsanto hat ihren Ursprung in der Chemie-Branche und stellte zB. „Agent Orange“ her welches durch die US-Armee im Vietnamkrieg eingesetzt wurde, sowie das wohl bekannteste Total Herbizid Roundup. Um, trotz auslaufendem Patent dieses Produkt marktfähig zu halten, entwickelte Monsanto im Labor unter anderem eine Gentech- Soja-Sorte welche resistent gegen dieses Herbizid ist. Mit der Entwicklung von dieser „Roundup-Ready“ Sorten konnte Monsanto zwei Märkte miteinander verknüpfen, der Handel mit Pestiziden sowie den mit Saatgut. Monsanto hat mehr als die Hälfte aller Saatgutfirmen aufgekauft und hat dadurch auch die Kontrolle über die globale Nahrungsproduktion.
So funktioniert halt das System. Der Kapitalismus baut auf der Forschung auf, die ihn mit neuen Ideen blühen lässt. Chemie Konzerne werden zu Landwirtschafts-Konzernen umgebaut, Google arbeitet plötzlich an Genomen und IBM in der Nanotechnologie.
Schauen wir die Rolle des amerikanischen profitgierigen Konzerns kritisch an. Erstens, „lokale“ multinationale Konzerne neben Monsanto sind auch keine Engel. Sein Konkurrent Syngenta aus Basel, weltführend in Pestiziden, oder Nestlé aus Vevey, Weltführer in der Lebensmittelverarbeitung, hantieren genauso mit Gentechnik und die Liste der Sauereien dieser Firmen ist zu lang um sie hier aufzulisten. Diese Konzerne repräsentieren die westliche kapitalistische Dominanz. Aber auch die Dominanz der Industrie und der wissenschaftlichen Forschung, die sich über das Wissen der Bäuerinnen und Bauern stellt.
Viele Öko-Aktivist_innen und Organisationen forden, dass der Staat dieses machtvolle Monster zähmen soll. Der Staat beauftragt wiederum „neutrale“ Wissenschaftler_innen, um die Gefahren der Technologie zu studieren und schützt diese mit Gesetzen. Das sind Fallen in die schon einige Bewegungen getappt sind. Darum verbietet heute ein Moratorium nur temporär den kommerziellen Anbau und erlaubt die Gentechforschung. Und so finden wir diese öffentliche „neutrale“ Forschung, welche momentan auf der Agroscope in Zürich stattfindet wieder, wie sie sich als Befürworterin der Gentechnik positioniert und neuen Schwung in die Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen bringt. Es wird an Gentech-Weizen, Gentech-Kartoffeln und vielleicht schon bald an Gentech-Äpfeln herumgetüftelt. Mit fast den gleichen Worten und ähnlichem Fanatismus wie ihre Kollegen im privatem Sektor. Dies ist keine Überraschung: Die selbe Wissenschaft nährt die Expert_innen auf beiden Seite, das selbe streben nach Wachstum treibt das Kapital und den Staat an.
Wer glaubt, die Herrschenden geben freiwillig ihre Macht ab, hat bereits verloren. Erwarten wir nichts von denen die so tun als ob sie uns repräsentieren und schon über die Niederlage verhandeln, wie zB. „StopOGM“ (eine gentech-kritische NGO aus der Romandie), die von gentech und gentech-freien Zonen träumen und direkte Aktionen gegen Freilandversuche verurteilen. Nein, organisieren wir uns selber und treten in
Aktion.
Das Hochsicherheits-Feld der Kontrolle in Reckenholz, Zürich, ist eine strategische Angelegenheit. Biotech-Forscher_innen aus ganz Europa fordern genau solche „Protected Sites“, weil sie einerseits aus ihren Trugbildern der Laboratorien in die lebende Welt heraus müssen um wirkliche Ergebnisse zu erhalten und weil dank Sabotageaktionen auf der Ganzen Welt Gentech-Versuchsanstalten schliessen. Wenn unsere kreative Entschlossenheit die „Protected Site“ zu Fall bringt, ist dies ein grösserer Sieg als jedes verlogene Moratorium!
Freie Gemeinschaften können erst entstehen wenn wir die ganze Herrschaft erkennen und sie bekämpfen. Beginnen wir mit diesen Technologien welche die Unterdrückung verstärken. Industrie, Gefängnisse, Expert_innen, Herrschende, Kolonialismus, Patriarchat, alles die gleiche Strömung. Reissen wir die Zäune der Felder der Kontrolle nieder, sähen wir die selbstbestimmte Saat!
Samstag 23.mai, gegen Monsanto und andere Schädlichkeiten
Basel 14 Uhr Barfüsserplatz
Bern 13 Uhr 30 Bärengraben

  | | | | |