Glasbruch BKW

Inhalt:
1. Communiqué


1. Communiqué (Originalquelle: http://ch.indymedia.org/de/2015/06/95373.shtml)
In den frühen Morgenstunden des 22.06.2015 haben wir die geparkten Autos vor dem Hauptsitz des Energiekonzerns BKW in Bern entglast. Wir wollen damit auf die Rücksichtslosigkeit der von der BKW betriebenen Energiepolitik aufmerksam machen. Der Konzern wirtschaftet mit einer enormen Profitgier, ohne sich dabei in geringster Weise um den Lebensraum von etlichen Millionen Menschen, Tieren und Pflanzen zu scheren.
Mit der Aktion solidarisieren wir uns ausserdem mit Marco Camenisch, welcher sich seit 1991 im Gefängnis befindet. Marco setzte sich mit millitanten Mitteln gegen die Zerstörung der Umwelt, unter anderem durch Energiekonzerne, ein.
Im von der BKW betriebenen Atomkraftwerk Mühleberg wurden bereits 1991 Risse in der Schweissnaht des Reaktorkermantels festgestellt. Der Konzern versuchte immer wieder die Angelegenheit zu vertuschen. Obwohl TÜV Nord 2006 die montierten Zuganker für untauglich erklärte, hielt es die BKW erst 2011 für nötig, sämtliche Schweissnähte eingehend zu prüfen. Die besagten Zuganker waren 1996 als Übergangslösung (!) angebracht worden.
Des Weiteren wurde vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI mehrmals beanstandet, dass das Kraftwerk nicht ausreichend gegen Hochwasser geschützt ist. Bei einer allfälligen Überschwemmung wäre eine starke Beschädigung des Reaktors mit einer damit einhergehenden Kernschmelze nicht auszuschliessen. Bis heute sind nicht alle dieser Sicherheitslücken behoben. Eigentlich könnte man denken dass die bisherigen Erfahrungen mit AKW-Unfällen (Katastrophen wie Tschernobyl und Fukushima), sowie die nach wie vor ungelöste Endlagerung der Uranbrennstäbe, als Grund reichen sollten, um die Energieproduktion durch Kernkraft ein für alle mal einzustellen. Doch auch wenn das AKW Mühleberg 2019 vom Netz genommen werden soll, besitzt die BKW noch Firmenanteile an zwei französischen Kernkraftwerken, beteiligt sich also weiterhin an dieser Art von Energiegewinnung.
Es ist unschwer zu erkennen, dass die BKW, entsprechend der kapitalistischen Wirtschaftslogik, den eigenen Profit höher gewichtet als die Sicherheit und die Erhaltung des Lebensraums von Millionen von Lebewesen. Der „bedeutende Beitrag für die Gesellschaft“ welcher der Konzern gemäss eigenen Angaben leistet, ist in erster Linie ein bedeutender Beitrag an die eigene Brieftasche.
Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in welcher nicht das Streben nach Profit, sondern die gegenseitige Solidarität sowie die Rücksicht auf alle Lebewesen und die Natur im Vordergrund steht!
Marco Libero, subito!

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