Archiv für Neue Soziale Bewegungen
Kundgebung Bleiberecht eritreische Geflüchtete

Kundgebung Bleiberecht eritreische Geflüchtete

Inhalt:
1. Aufruf
2. Communiqué


1. Aufruf (Originalquelle: https://www.facebook.com/migrantsolidaritynetwork/posts/683495742364092)
Kundgebung: Bleiberecht für eritreische Geflüchtete, Familiennachzug und Evakuierung Flüchtlingscamps in Tigray
Mittwoch, 9. Dezember 2020 | 13.30 Uhr | Staatssekretariat für Migration (Quellenweg 6 Wabern)
Eritreer*innen sind direkt vom Krieg in Region Tigray im Norden Äthiopiens betroffen. Camps in Tigray evakuieren: In der Region Tigray leben über 100’000 Personen, die vor Jahren aus Eritrea geflüchtet sind, in Flüchtlingscamps. Erneut sind sie dem Krieg ausgesetzt. Die Camps müssen schnellstmöglich evakuiert und die Menschen endlich als Flüchtlinge anerkannt werden.
Kriegsdienstverweiger*innen als politische Flüchtlinge anerkennen: Seit Kriegsausbruch bietet das eritreische Regime Soldat*innen für unbestimmte Zeit ins Militär auf. Wer sich weigert, riskiert Verfolgung , Bestrafung und Gefahr für die eigene Familie. Viele Familien an der Grenze zu Tigray müssen zudem Nahrungsmittel und Essen für die Soldaten an der Grenze produzieren. Viele haben nachher nichts mehr für sich selber und müssen hungern.
Bleiberecht für alle, die in die Schweiz flüchten: Wie lange die Unruhen andauern und ob sie die Bevölkerung in Eritrea noch stärker betreffen werden, ist ungewiss. Derzeit stehen viele eritreischen Soldat*innen an der Grenze zu Tigray im Einsatz und äthiopische Truppen sind in den eritreischen Städten Asmara und Massaua stationiert. Die Lage ist extrem angespannt.
Bleiberecht für alle Eritreer*innen in der Schweiz: Mit Verweis auf „Frieden in Eritrea“ hat das SEM jüngst begonnen Eritreer*innen die vorläufige Aufnahme zu entziehen. Zunehmend oft hat das SEM neue Asylgesuche abgelehnt. Auch Zwangsausschaffungen nach Eritrea will das SEM so bald wie möglich durchführen. Die Einschätzung zu Eritrea sowie die Politik des SEM gegenüber geflüchteten aus Eritrea müssen sofort angepasst werden.
Unbürokratischer und rascher Familiennachzug: Viele Eritreer*innen sind in grosser Sorge um Angehörige, die im Herkunftsland erneut Repressionen und Gefahren ausgesetzt sind. Obwohl die Zeit drängt, bleibt der Familiennachzug eine langwierige Angelegenheit, ist stark eingeschränkt und ein bürokratischer Hürdenlauf.


2. Communiqué (Originalquelle: https://migrant-solidarity-network.ch/2020/12/10/kundgebung-bleiberecht-fuer-eritreische-gefluechtete-familiennachzug-und-evakuierung-der-fluechtlingscamps-in-tigray/)
Kundgebung: Bleiberecht für eritreische Geflüchtete, Familiennachzug und Evakuierung der Flüchtlingscamps in Tigray
Gestern demonstrierten über 30 geflüchtete Aktivist*innen aus Eritrea erneut vor dem Staatssekretariat für Migration. Sie übergaben den Behörden einen Brief, der die Problematik in Eritrea schildert und ihre Anliegen erläutert. Das SEM, so führten sie aus, wisse nicht genug über die Lage in Eritrea oder wolle nicht genug wissen. Durch den Bürgerkrieg in Äthiopien seien die Menschen in Eritrea auch stark betroffen: Erneut werden wieder unzählige Personen auf unbestimmte Zeit ins Militär eingezogen oder müssen Nahrungsmittel für die Armee abgeben. Wie lange die Unruhen dauern würden wisse niemand, die Region bleibe wohl wieder über Jahre instabil. Deshalb gelte es, dass die geflüchteten Menschen in der Schweiz ein sofortiges Bleiberecht erhalten und eine unbürokratischen Familiennachzug vollziehen können. «Das SEM muss seine Asylpolitik gegenüber dem eritreischen Staat überdenken. Es geht nicht, dass Eritreer*innen mit unsicherem Status in der Schweiz leben müssen!»