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Sprayerin stirbt nach Verfolgungsjagd

Sprayerin stirbt nach Verfolgungsjagd

Inhalt:
1. Medienbericht


1. Medienbericht (Originalquelle: https://www.20min.ch/story/freunde-trauern-um-tote-sprayerin-29-heftige-kritik-fuer-die-polizei-596230603533)
Freunde trauern um tote Sprayerin (29) und kritisieren Polizei
In der Nacht auf Samstag war es in Bern-Bümpliz zu einer Verfolgungsjagd zwischen Polizei und Sprayern gekommen, bei der eine 29-Jährige tödlich verunfallte. Ihre Freunde erheben Vorwürfe gegen die Polizei, diese verteidigt das Vorgehen.

In Bern trauert man um die junge Frau, die bei einem Unfall während einer Verfolgungsjagd am Bahnhof Bern-Bümpliz in der Nacht auf Samstag verstorben ist. Besonders in der Sprayer- und Kunstszene ist man geschockt über den Vorfall. Auf der Webseite anarchistisch.ch bringen viele ihre Wut über die Berner Polizei zum Ausdruck. Es sei nicht das erste Mal, dass Sprayer am Bahnhof Bümpliz von der Polizei gejagt und verletzt worden seien, heisst es dort.

Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine 29-jährige aus dem Kanton Bern. Wie der «Blick» berichtet, war sie in der Region als Lehrerin tätig und bewegte sich in der Berner Künstlerszene. Dort sieht man den Einsatz der Polizei denn auch kritisch: «Die Polizei hätte die Sprayer davonrennen lassen und weiter vorne abfangen können», zitiert die Zeitung einen Mann, der der Verstorbenen mit weiteren am Unfallort gedachte.
Bei Flucht auf Kopf gestürzt

Die Sprayerin starb, als sie versuchte, von der Polizei zu fliehen. Diese hatte mehrere Personen dabei erwischt, als sie eine Zugskomposition besprühten. Nachdem sie über eine mehrere Meter hohe Mauer gesprungen war, prallte die junge Frau auf den Kopf. Die Einsatzkräfte vor Ort konnten sie noch ins Spital fahren, wo sie aber verstarb.

Die Polizei erklärt nun, man habe verhältnismässig gehandelt und die Flüchtenden dazu aufgefordert, anzuhalten. Weiter gaben die Behörden gegenüber dem «Blick» an, dass die Frau eine aktive Rolle bei den Sprayereien hatte. Zwei Männer und eine Frau wurden beim Vorfall angehalten und auf die Polizeiwache gebracht, welche sie aber wieder verlassen durften. Laut der «Berner Zeitung» hat die Regionale Staaatsanwaltschaft Bern-Mittelland die Ermittlungen zum Fall aufgenommen.